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Thema „Inklusive Mobilität“

Absolventen der Pforzheimer Hochschule mit Design-Preis ausgezeichnet

Die beiden früheren Studenten des Studiengangs Transportation Design überzeugten die Jury mit ihren Ideen zum Thema „Inklusive Mobilität“.

TUBE von Dragan Mamic ist ein Fahrzeug, in dem sowohl Menschen mit Behinderungen als auch ihre Begleitpersonen Platz finden. Foto: Entwurf von Dragan Mamic

„Es geht darum, den eigenen Horizont zu erweitern.“ So bescheiden äußert sich der Bachelor-Absolvent Dragan Mamic (28) des Pforzheimer Studiengangs Transportation Design über seinen Entwurf „TUBE“.

„Gut, wenn man sich bei einem der namhaften Designer bewirbt, der in der Jury saß: Der wird sich dann schon an einen erinnern“, denkt der ehemalige Kommilitone Sebastian Weigand (26). Die beiden jungen Männer jedenfalls werden sich noch lange und gut an den Moment erinnern, als sie darüber informiert wurden, zu den Preisträgern der jährlich ausgelobten „Michelin Design Challenge“ zu gehören.

Unter 170 Einreichungen gehören die beiden ehemaligen Pforzheimer Studenten zu etwa einem Dutzend Ausgezeichneter, die sich über das Thema „Inklusive Mobilität“ Gedanken gemacht und ein entsprechendes Fahrzeug entworfen haben.

Knapper Parkraum und Paralympische Sommerspiele Thema

Isolation beenden und Mobilitätskluft überwinden, das haben die Beiden recht unterschiedlich gelöst. Während Dragan Mamic ein Shuttle für Sportler der Paralympischen Sommerspiele 2028 in Los Angeles kreiert hat beschäftigte sich Sebastian Weigand mit dem in Großstädten knappen und teuren Parkraum, was er mit „UX-Urban Sharing Experience“ begegnete.

Zum Wettbewerb sei er, so Dragan Mamic, „wie die Jungfrau zum Kind gekommen“. Ein Kommilitone machte ihn darauf aufmerksam, dass seine Bachelor-Thesis doch gut zum Thema des Wettbewerbs passen würde.

Er dachte dabei an einen um ein paar Jahre älteren Freund, der Sport liebt, aber seit seiner Geburt an einen Rollstuhl gefesselt ist. Immer von anderen abhängig zu sein, wenn man den Ort wechseln will, das brachte Dragan Mamic dazu, eine „vernünftige“ Lösung zu suchen. Die Außenhülle erinnert an ein Rohr. Mit Hilfe von sechs verdrehbaren Wangen ist es für Rollstuhlfahrer möglich, bequem ins Wageninnere zu rollen.

Der Gurt entfällt, die Gravitation wird ausgeglichen durch eine Federung. „Außerdem können noch sechs weitere Personen mitfahren. Menschen mit Prothesen oder auch Begleitpersonen“, so Mamic, dem es wichtig ist, dass niemand ausgegrenzt wird und klar ist: Das ist nicht nur ein Fahrzeug für Menschen mit Behinderungen, sondern eines, das unter der Überschrift Integration fährt. Der autonome Shuttle wäre auch für seinen Freund, dem er die Thesis gewidmet hat, über Handy buchbar. Eine schöne Vorstellung für Dragan Mamic, der von Renningen aus zu seinem Arbeitsplatz in einer Kreativ-Agentur startet und sich aber auch „schon freuen würde, wenn irgendwann auch nur ein Aspekt irgendwo einfließt“.

Inspiriert von Großstädten

Der inzwischen in Paris bei einer Traktoren produzierenden Firma arbeitende Sebastian Weigand dagegen wurde von seinem japanischen Praxissemester in zwei Großstädten inspiriert. Dort sei die Mobilität eine ganz andere als in Pforzheim: „Platz ist ein kostbares Gut. Parkplätze sind teuer und sehr klein.“

Das Optimale aus diesen Umständen herausholen und dem „zu 95 Prozent geparkten, zu fünf Prozent gefahrenen“ Fahrzeug auch im Parkzustand eine Bedeutung zu geben brachte ihn zu „UX-Urban Sharing Experience“. Ein Fahrzeug mit zwei Modi: Im X-Modus für einen Gast autonom nutzbar; im U-Modus für zwei Insassen. In der U-Form ist das Fahrzeug offen und wird so nach dem Parken auch Aufenthaltsraum. „So kann man sich zum Beispiel auch mit Freunden treffen“, findet Weigand.

Beide Preisträger aus Pforzheim werden noch über die Art der Preisüberreichung informiert. Jedenfalls war für Beide die Überraschung und Freude groß – aber sie genossen auch die Möglichkeit, während ihres Studiums grenzenlos Visionen nachgehen zu können. Visionen, die vielleicht eines Tages Realität werden. Susanne Roth

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