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Kritik an Corona-Politik

Wenige Besucher bei Wahlkampf-Abschluss der AfD in Pforzheim

Zur Wahlkampf-Abschlussveranstaltung der AfD Pforzheim mit Diana Zimmer und Dirk Spaniel kamen weniger Besucher als erwartet. Selbst die üblichen Gegendemonstranten fehlten.

Harte Worte: AfD-Bundestagsabgeordneter Dirk Spaniel aus Stuttgart wettert am Mittwoch im Enzauenpark in Pforzheim gegen die Corona-Politik der Regierung. Foto: Daniel Streib

Eine Woche nach dem Auftritt von Friedrich Merz (CDU) im Enzauenpark gab es im dortigen Biergarten erneut eine politische Veranstaltung. Diesmal lud die Pforzheimer AfD zur „Abschlussveranstaltung“ ein und gleich zu Beginn fielen zwei deutliche Unterschiede auf.

Erstens war das Wetter bei der AfD besser; wo über Merz düsterer Wolken hingen, strahlte über der AfD die milde Abendsonne. Zweitens – das konnte man auch ohne polizeiliche Zählung erkennen – waren deutlich weniger Besucher gekommen als noch bei Merz.

Wo sich die Woche davor die Besucher um einen guten Platz vor der Bühne drängten, gab es diesmal viel Leerraum zwischen den 80 bis 90 Teilnehmern. Polizeiangaben zufolge hatten die Veranstalter im Vorfeld 200 Teilnehmer angemeldet.

Polizei hat bei AfD-Wahlkampf-Auftritt in Pforzheim nichts zu tun

Noch nicht einmal die üblichen Gegendemonstranten waren gekommen. Die obligatorischen Kräfte der Bereitschaftspolizei hatten an diesem Mittwochabend ebensowenig zu tun wie das Anti-Konfliktteam des Polizeipräsidiums Pforzheim. Vor wenigen Wochen hatte das bei einem Auftritt von Spitzenkandidatin Alice Weidel in Pforzheim noch anders ausgesehen.

Umso besser schien die Laune von Moderator Rolf Lauterbach vom AfD-Kreisvorstand, der sich überschwänglich beim Wirt Frank Daudert für „die Location“ bedankte. Das sei keine Selbstverständlichkeit. „Frank, vielen, vielen Dank. Es ist uns eine Ehre.“

Die Pforzheimer AfD-Direktkandidatin Diana Zimmer spricht bei einer Wahlkampfveranstaltung im Enzauenpark. Foto: Daniel Streib

Auch Direktkandidatin Diana Zimmer machte sich nichts aus den lichten Reihen. Das sei doch „eine schöne kuschlige Runde“, sagte die 23-jährige Finanzassistentin und Stadträtin, die der Moderator als „junge, hübsche Dame“ vorgestellt hatte.

Bleiben sie schlau, wählen Sie blau.
Diana Zimmer, AfD-Kandidatin

In ihrer kurzen Ansprache plädierte Zimmer für mehr Dialog in der Gesellschaft. „Wir sind keine Querdenker“, stellte sie klar, sondern normale Bürger, die über die restriktive Corona-Politik besorgt seien. Nicht die etablierten Parteien, sondern nur die AfD könne der verfehlten Politik in Berlin Abhilfe schaffen. „Bleiben sie schlau, wählen Sie weiterhin blau“, reimte die Kandidatin fröhlich.

AfD-Bundestagsabgeordneter Spaniel wirft Regierung Corona-Lügen vor

Nicht zum Scherzen aufgelegt war Dirk Spaniel, der prominenteste Redner des Abends. Der Bundestagsabgeordnete und einstige Gegenspieler von seinem damaligen Co-Landessprecher Bernd Gögel aus Tiefenbronn-Mühlhausen steht auf der AfD-Landesliste auf Platz drei.

Spaniel drosch mit düsterer Miene auf die Regierung ein. Bei Corona habe die Politik „hysterisch reagiert“ und die Menschen angelogen. „Es gab nie eine kritische Situation mit den Intensivstationen.“ Ähnlich wie bei Corona laufe es mit der Erderwärmung und der Klimapolitik. Die Politik ziehe aus Korrelationen die falschen Schlüsse und gebe Milliarden Euro umsonst aus.

Auch Joachim Paul, einer der weiteren Redner des Abends, hatte ein Feld ausgemacht, bei dem man viel sparen könne: dem Öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Der Rundfunkbeitrag gehöre abgeschafft, die tendenziösen Journalismus-Darsteller könnten sich dann eine richtige Arbeit suchen, so der Landtagsabgeordnete aus Rheinland-Pfalz sinngemäß.

Freilich merkte er an, dass dieses Ziel kaum zu erreichen sei, weil dem „eine abstrakte Mehrheit aller Landesregierungen“ zustimmen müsse. Die Aussicht: „Wir müssen zahlen bis zum Ende, ob wir die Staatsglotze nutzen oder nicht.“

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