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Kriminalität

Bluttat in Pforzheim: Tatverdächtiger sitzt wegen Totschlags in Untersuchungshaft

Am vergangenen Freitag hat sich ein Tatverdächtiger wegen der Tötung eines jungen Mannes am Waisenhausplatz gestellt. Der mutmaßliche Täter schweigt

Gedenkort in der Zerrennerstraße
Gedenken an das Opfer: Unweit des Tatorts in der Zerrennerstraße wird mit zahlreichen Blumen und Kerzen des Toten gedacht. Außerdem wurden Gedenkschilder aufgehängt Foto: Johanna Ernst

Auch mehr als eine Woche nach dem Tötungsdelikt auf dem Pforzheimer Waisenhausplatz ist noch nicht klar, warum es zu der Auseinandersetzung zwischen den beiden Männern kam. Vergangenen Freitag hatte sich ein Tatverdächtiger der Polizei gestellt.

Die Ermittler der Soko „Ampel“ und des Landeskriminalamts hatten mit Bildern aus einer Überwachungkamera nach dem Täter gesucht. Der Druck dieser öffentlichen Fahndung war offenbar so groß, dass schnell ein Verdächtiger gefunden wurde. Seit Samstag sitzt der junge Mann in Untersuchungshaft.

Bislang schweigt er zu den Tatvorwürfen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm „Totschlag“ vor. Noch laufen die Ermittlungen rund um die tödlichen Stiche auf Hochtouren. Es sei nicht ausgeschlossen, dass die Staatsanwaltschaft bis zur Anklageerhebung auf „Mord“ erweitert, sagt Henrik Blaßies, der Sprecher der Pforzheimer Staatsanwaltschaft.

Dazu müsste dem mutmaßlichen Täter jedoch nachgewiesen werden, dass er beispielsweise aus Habgier oder sonstigen niedrigen Beweggründen gehandelt habe.

Blumen und Kerzen am Tatort

Unweit des Tatorts in der Zerrennerstraße liegen am Gedenkort für den Getöteten inzwischen Berge von Blumen. Freunde und Bekannte haben Kerzen aufgestellt und Erinnerungstafeln mit Fotos des Opfers gebastelt.

Auch mehr als eine Woche nach der Tat bleiben Passanten an dem inzwischen bunt dekorierten Baum stehen und halten inne oder machen ein Foto.

Schon kurz nach der Tat am Dienstag vergangener Woche brodelte die Gerüchteküche. So wurde über eine mögliche Tat im Rotlichtmillieu spekuliert. Andere Quellen schließen dies kategorisch aus. Schon ganz zu Beginn vermuteten sie einen Streit um Drogen oder um Geld. Dem mutmaßlichen Täter wird nachgesagt, er habe Drogen verkauft, unter anderem Amphetamine und andere Aufputschmittel.

Auch das Opfer war in Sachen Justiz wohl kein unbeschriebenes Blatt: Auf dem Instagram-Account des jungen Mannes finden sich zahlreiche Videos, unter anderem von einer Haftentlassung aus Stammheim im vergangenen Oktober.

Die Sonderkommission wird auf jeden Fall bis zum Ende der Woche bestehen bleiben
Michael Wenz, Polizei-Pressesprecher

Fragen nach dem Tathintergrund oder möglichen Beweggründen des Täters wollten weder die Staatsanwaltschaft noch die Polizei beantworten. „Dies ist Gegenstand der Ermittlungen“, so Blaßies. Auch Polizeisprecher Michael Wenz betont, dass man erst noch das Ende der Ermittlungen abwarten müsse, um der Staatsanwaltschaft das notwendige Beweismaterial zu sichern.

Wie lange die Ermittlungen noch dauern, können weder die Staatsanwaltschaft noch die Polizei sagen. „Die Sonderkommission wird auf jeden Fall bis zum Ende der Woche bestehen bleiben“, sagt Wenz auf Nachfrage dieser Redaktion.

Danach werde man entscheiden, ob die Ermittlungen abgeschlossen werden oder der Fall von einer normalen Ermittlungsgruppe weiterbetreut wird. Durch die intensive Arbeit der 35 Ermittler sei es zu dem schnellen Fahndungserfolg gekommen, lobt Wenz seine Kollegen.

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