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Sommerrätsel 2021 - Auflösung 3

Nur 15 Studierende gibt es pro Semester im Pforzheimer Studiengang Mode

In Teil 3 des Sommerrätsels ging es um die Nachfolger von Coco Chanel, Karl Lagerfeld und Co. Zwei Studentinnen erzählen, was den Studiengang Mode in Pforzheim besonders macht.

Kreativ sein - das lernen die Mode-Studierenden in Pforzheim. Jacqueline Scherlinger experimentiert mit weggeworfenem Gemüse als Färbemittel. Foto: Natalie Lehmler

Bei ihrer Studienbewerbung hat Eleonore Brive alles auf eine Karte gesetzt. Nach einem Schnuppertag an der Hochschule Pforzheim war für sie klar: Sie will Mode studieren. Genau hier.

Dass die Studienplätze äußerst begehrt und damit auch heiß umkämpft sind, konnte sie nicht schrecken. Sie investierte ein halbes Jahr, um in dem Hochschul-Vorbereitungsprogramm „Katapult“ ihre Entwurfsmappe zu optimieren und sich auf die Aufnahmeprüfung vorzubereiten.

Und es hat sich gelohnt: In ihrem Einstiegssemester wurden unter 150 Bewerbern zwar nur zehn für einen Studienplatz ausgewählt – aber Eleonore Brive gehörte zu den Glücklichen. Normalerweise - alle Teilnehmer der dritten Runde des BNN-Sommerrätsels aufgepasst – stehen pro Semester 15 Plätze zur Verfügung, aber die werden nicht jedes Jahr ausgeschöpft.

Bewerber um einen Studienplatz in Pforzheim werden unter die Lupe genommen

Vielleicht ist das schon die halbe Antwort auf die Frage, die den Pforzheimer Dozenten und Studenten immer wieder gestellt wird: Warum kann sich eigentlich eine Kleinstadt wie Pforzheim – machen wir uns nichts vor: aus Sicht der Modewelt irgendwo im Nirgendwo – in punkto Mode-Studium mit Städten wie Berlin oder Hamburg messen?

Unter anderem wohl deshalb, weil der Studiengang klein ist, und die Professoren nicht nur viel Wert auf intensive Betreuung legen, sondern auch vor Beginn des Studiums die Bewerber intensiv unter die Lupe nehmen.

Absolventen aus Pforzheim sind gefragt

„Das Metier ist sehr eigen“, sagt die Leiterin des Studiengangs, Sibylle Klose. „Wer in der Modebranche als Designer bestehen will, muss nicht nur gut sein, sondern sehr gut. Und er muss es wirklich wollen.“

Deshalb wird bereits vor Beginn des Studiums gesiebt, damit es nicht hinterher böse Überraschungen gibt. Und Kleinstadt hin oder her – im Studiengang Mode wird an der Hochschule Pforzheim genauso groß und innovativ gedacht wie in den Metropolen.

Vielleicht bietet die Provinz Kreativen sogar einen Standort-Vorteil, sagt Sibylle Klose. „In Pforzheim gibt es nicht viel Ablenkung und somit Raum zum Denken.“

Die Absolventen aus Pforzheim jedenfalls werden in der Modebranche gerne genommen, auch von Labels oder Firmen in Paris, London oder Stockholm.

Pforzheimer Studenten setzen auf nachhaltige Mode statt Fast Fashion

Eleonore Brive hat es bereits im Praxissemester in die französische Stadt der Mode verschlagen. Die 23-Jährige hat in Paris für ein Upcycling-Label gearbeitet, das gebrauchte Kleidungsstücke umgestaltet und neu vermarktet.

Alles abbaubar oder wiederverwertet: Studentin Eleonore Brive zeigt, dass Mode nachhaltig sein kann. Foto: Max Nehlich

Wie vielen ihrer Kommilitonen, die mit Anfang 20 der Generation Z oder Fridays-for-Future-Generation angehören, ist es ihr ein Herzensanliegen, die ressourcenintensive und umweltschädliche Modebranche von innen heraus zu verändern.

„Wir können ja so nicht weitermachen“, sagt sie. „Als Designer sehe ich eine gewisse Verantwortung, neue Wege zu finden.“

Sibylle Klose glaubt, dass der Nachhaltigkeitstrend in der Mode massiv Fahrt aufnimmt. Auch durch den Fachkräfte-Nachwuchs: „Diese neue Generation denkt anders und leistet auf eine gute Art Widerstand“, sagt sie.

In der aktuellen Werkschau des Studiengangs Mode war das bereits zu besichtigen. Eleonore Brive etwa hat eine Kollektion entworfen, die komplett aus abbaubaren oder wiederverwerteten Stoffen besteht. „Mir ging es um die Kreisläufe. Nichts sollte verlorengehen“, sagt sie.

Wir wollen unsere Studierenden ermutigen, anders zu denken, Alternativen zu finden.
Sibylle Klose, Leiterin des Studiengangs Mode in Pforzheim

Deshalb hat sie auch die Fortentwicklung der Kleidungsstücke bereits im Entwurf mitgedacht und sie so gestaltet, dass sie nach einer gewissen Zeit ein „Update“ erhalten können.

Sozusagen ein Gegenentwurf zur „Fast Fashion“ von Primark und ähnlichen Ketten, die mit wöchentlich neuen Kollektionen auf schnelle und billige Wegwerf-Mode setzen.

Ist es unrealistisch, die Konsumenten so umerziehen zu wollen? Vielleicht. Visionär? Auf jeden Fall. Und das soll auch so sein, sagt Sibylle Klose. „Wir wollen unsere Studierenden ermutigen, anders zu denken, Alternativen zu finden. Auch wenn sie zunächst utopisch anmuten – aber jede gute Idee fängt einmal klein an.“

Pforzheimer Mode-Studentin verwendet Gemüse als Färbemittel

Meistens beginnt eine Idee mit einem Problem. Bei Jacqueline Scherlinger, einer Kommilitonin von Eleonore Brive, waren es sogar gleich zwei Probleme, über die sie nachdachte. Einerseits, so dachte sie, werden Kleider in Schwellenländern mit giftigen Chemikalien gefärbt, die dann auch noch das dortige Wasser verschmutzen.

Und andererseits werden bei uns zu viele wertvolle Lebensmittel entsorgt. Warum nicht beide Probleme mit einem Schlag angehen und die Welt dabei auch noch ein kleines Stück besser machen?

Giftige Farben in Kleidern? Jacqueline Scherlinger nutzt Rotkohl zum Färben. Foto: Natalie Lehmler

So entstand die Idee, mit weggeworfenem Gemüse Kleider zu färben. Sie experimentierte mit Erdbeeren, Avocado, Roter Bete und Zwiebelschalen, bevor sie mit Rotkohl ein hübsches Violett hinbekam.

Es brauchte einige Versuche, bis das Färbe-Ergebnis genau dem entsprach, was sich Jacqueline Scherlinger vorgestellt hatte – aber die Studentin wollte nicht ruhen, bis es perfekt war. „Dementsprechend rochen unsere Hochschul-Gänge“, sagt Sibylle Klose lachend.

Sowohl Eleonore Brive als auch Jacqueline Scherlinger sind sich bewusst, dass eine einzelne Idee noch nicht die Welt rettet. Aber beide möchten einfach mal bei ihrer eigenen Mode anfangen, und sich auch ihren Arbeitgeber sehr bewusst aussuchen, wenn es so weit ist.

Eleonore Brive sieht sich und ihre Kommilitonen in der Verantwortung: „Die Generation Z muss neue Möglichkeiten entdecken, diesen Planeten zu retten.“

Das sind die Gewinner von Teil 3 des Sommerrätsels

Sie hat eine Weile geknobelt. Um auf die Zahl 15 zu kommen, addierte und subtrahierte Barabara Oettinger – und zwar die Studiengänge und verschiedenen Abschlüsse an der Hochschule Pforzheim.

So errechnete sie schließlich, wie viele Frauen und Männer dort jedes Semester mit dem Fach Mode beginnen. Ihre richtige Lösung landete im Lostopf, nun kann sich die BNN-Leserin aus Plüderhausen über den Hauptpreis der dritten Runde freuen.

Freut sich: Barbara Oettinger hat den Hauptpreis der dritten Runde gewonnen. Foto: privat

Oettinger hat eine Übernachtung mit Frühstück im „Wald & Schlosshotel Friedrichsruhe“ gewonnen. Gemeinsam mit einer Begleitperson kann sie das Fünf-Sterne-Haus im Hohenloher Land kennenlernen und dabei auch dessen großen Wellnessbereich testen.

Beim Sommerrätsel Teil drei richtig getippt hat auch Monika Berberich aus Karlsruhe. Sie erhält ein Weinpaket der Baden-Badener Weinexpertin Natalie Lumpp. Das Paket enthält drei außergewöhnliche Rotweine des spanischen Weinguts Finca Anfora.

Der dritte Preis, eine Silbermedaille aus der Weinbrenner-Edition, geht an Klaus Horn aus Achern. Die Glücksfee zog außerdem drei weitere Namen aus dem Lostopf: Die glücklichen Gewinner einer Picknickdecke sind Erika Kikillus aus Pfinztal, Klaus Hartmann aus Graben-Neudorf und Susanne Kratz aus Baden-Baden.

Dieses Mal leider kein Glück gehabt? Dann raten Sie weiter eifrig mit. Beim BNN-Sommerrätsel gibt es noch drei Runden. Bei jeder Runde verlosen die BNN attraktive Preise. Mitzuraten lohnt sich also.

Das sind die Teilnahmebedingungen.

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