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Freie Wähler in Pforzheim

Bundestagskandidatin Sabine Zeitler aus Pforzheim findet Wahlplakate sinnlos

Die Bundestagskandidatin der Freien Wähler für Pforzheim und den Enzkreis setzt auf strengere Migrationspolitik und weniger 5G. Sie möchte deshalb lieber einen „Renovierungspakt für Schulen“ als einen Digitalpakt auf Bundesebene.

Sabine Zeitler stellt bei den BNN sich und ihre Ziele als Bundestagskandidatin der Freien Wähler vor. Foto: Herbert Ehmann

„Integration ist mehr als Sprache plus Arbeit“, sagt Sabine Zeitler. Die 60-jährige Pforzheimerin ist weit gereist, hat interkulturelle Kommunikation als berufliches Spezialgebiet und macht sich Hoffnungen, für die Freien Wähler in den Bundestag zu ziehen.

Wahlplakate wird sie nicht kleben, um dieses Ziel zu erreichen. Das sei allein schon „aus Umweltschutzgründen“ schlecht. Außerdem „sind sie sinnlos, bieten keine inhaltliche Information“, schiebt die Diplom-Politologin nach. Stattdessen gibt es Flyer und ein weitreichendes Diskussionsangebot. Sabine Zeitler will sich nach Hause einladen lassen, um dort im Gespräch zu überzeugen.

Die Ankündigungen sind der Auftakt zu einer Kampagne für eine Partei, die Zeitler selbst mit „pragmatischer, am Menschen und an Lösungen orientierter Politik“ überzeugte. Auf der anderen Seite stand die SPD. Zeitler war einmal Pressereferentin für die Abgeordneten Wolfgang Roth und Bernd Kielburger. Dann kam die Migrationspolitik. 2012 trat sie aus, weil sie „hier nicht mehr mitgehen wollte“.

Sabine Zeitler für strengere Migrations- und Asylpolitik

„Asyl ist Schutz auf Zeit“, argumentiert die Frau, die „der Nahe Osten nicht mehr losgelassen hat“, seit sie im Alter von 22 Jahren in Israel war – allein, wie sie betont. Ihre Diplomarbeit schrieb die damalige Sabine Grönbeck über „Machtrivalitäten im arabischen Raum“. Arabisch lernte sie in Damaskus, Flüchtlingen aus Syrien hat sie auch persönlich geholfen, so kann jeder auf ihrer Homepage nachlesen.

Asyl ist Schutz auf Zeit.
Sabine Zeitler, FW-Bundestagskandidatin

Wenn Sabine Zeitler mit den Freien Wählern ins Deutsche Parlament kommen sollte, wird sie sich „für eine strengere Migrations- und Asylpolitik“ einsetzen. „Entweder Einwanderung oder Asylschutz auf Zeit“, gibt die Tochter eines aus Ostpreußen geflüchteten Vaters dazu vor. Im Kern, so wird im Gespräch deutlich, geht es ihr dabei zum einen um den Status von Islamisten und Gefährdern, die „eine hohe gesellschaftliche Sprengkraft haben“. Zum anderen fordert sie ein, dass wer nach Deutschland migriert die hier üblichen Werte akzeptieren sollte.

Bundestagskandidatin der Freien Wähler in Pforzheim setzt auf weniger 5G

Weitere Topthemen der Freien Wähler neben der „klaren Haltung zu Migration und Asyl“, sind aus Sicht ihrer Kandidatin im Wahlkreis 279, also Pforzheim und Enzkreis, die Forderung nach mehr direkter Demokratie und die Skepsis gegenüber der Wirkkraft von Corona-Lockdowns. Zeitler selbst ergänzt das Tableau mit einem „Renovierungspakt für Schulen“.

Der Bund habe mit dem von ihr nicht geschätzten Digitalisierungspakt gezeigt, dass so etwas gehe. Ihre Opposition dazu begründet Zeitler mit Strahlenbelastung und 5G-Netz. Sie engagiert sich in der Pforzheimer „Initiative für umweltverträgliche Kommunikationstechnik“.

Auf Distanz geht Zeitler auch bei den Stichworten Impfgegnerkampagne und Querdenker-Bewegung. Dass der Bundesvorsitzende und stellvertretende bayrische Ministerpräsident Hubert Aiwanger gleich ihr selbst und FW-Stadtrat Michael Schwarz auf den Piks gegen Corona verzichte, sei eine „individuelle Entscheidung“.

Dass sie selbst auf 25 Prozent Nichtwähler als potenzielle Stimmenbringer verwiesen hat, könne nicht in Bezug zu den Corona-Gegner gesetzt werden.

Ein großes Wählerpotenzial liege bei frustrierten CDU- und FDP-Wählern, weil diese die bürgerliche Mitte teilweise nicht mehr abdeckten. „Wir sehen hier viele Unzufriedene“, sagt Schwarz weiter. Das Potenzial der Partei der Freien Wähler, der der Kommunalpolitiker selbst gar nicht angehört, schätze er auf zehn Prozent in Pforzheim.

Für Sabine Zeitler reiche es, wenn die Neulinge auf dem politischen Bundesparkett im dritten Anlauf die Fünf-Prozent-Hürde überspringen. Sie hat Platz fünf der Landesliste. 2013 und 2017 holten die Freien Wähler jeweils ein Prozent der abgegebenen Stimmen.

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