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Auch in Mühlacker und Remchingen

Corona-Demos in Pforzheim: Mehr als 3.000 Demonstranten auf den Straßen unterwegs

Immer mehr Menschen nehmen an den Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen in der Pforzheimer Innenstadt teil. Am Montagabend versammelten sich 3.100 Menschen auf dem Waisenhausplatz.

Gegensätze: Demonstrativ stellten sich die Demonstranten mit ihrem Banner vor dem Umzug durch die Pforzheimer Innenstadt unter das Dach des Stadttheaters. In der vergangenen Woche hatte die Theaterleitung als Zeichen des Widerspruchs ein Banner mit der Aufschrift „Impfen schützt auch die Kultur!“ aufgehängt. Foto: Felix Doll

Die Teilnehmerzahlen bei Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen in Pforzheim steigen weiter an. Am Montag kamen auf dem Waisenhausplatz vor dem Stadttheater trotz regnerischen Wetters 3.100 Menschen zusammen, so Polizeisprecher Michael Wenz.

Im Gegensatz zu vergangenem Montag wiesen die Veranstalter verständlich per Lautsprecherdurchsage auf die geltenden Abstandsregeln hin. Für die Ordner der Organisatoren, welche die Einhaltung kontrollieren sollten, galt zudem Maskenpflicht. Insgesamt verlief die Veranstaltung friedlich und ohne Zwischenfälle.

In der kommenden Woche treffen sich die Demonstranten aus Platzgründen nicht mehr auf dem Waisenhausplatz, sondern dem daneben liegenden Marktplatz, kündigten die Organisatoren nach der Versammlung an. An Spekulationen, ob ohne Regen noch mehr Menschen durch die Innenstadt gezogen wären, will sich Polizeisprecher Wenz nicht beteiligen.

Die Zunahme sei aber beachtlich, wie er sagt. Zur Erinnerung, in der vergangenen Woche versammelten sich in Pforzheim bei der größten angemeldeten Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen in ganz Baden-Württemberg 1.800 Demonstranten.

Auch Anti-Corona-Demonstrationen im Enzkreis

Nicht nur in Pforzheim demonstrieren die Gegner der Corona-Regelungen und einer möglichen Impfpflicht. Angemeldete Versammlungen gab es in den vergangenen Wochen auch einige Male im umliegenden Enzkreis – auch hier bislang stets ohne größere Vorkommnisse, wie eine Anfrage bei der Polizei ergibt.

Am Montag Abend kamen in Mühlacker knapp 150 Teilnehmer bei einer Veranstaltung zusammen. Bereits am Freitag vorvergangener Woche gingen rund 500 Menschen in Mühlacker auf die Straße. Mindestens zwei weitere Demonstrationen gab es dort in letzter Zeit noch, am Montag vor einer Woche sollen es rund 130 Teilnehmer gewesen sein.

Montags seien die Versammlungen dort kleiner gewesen – und nicht angemeldet, heißt es aus der Pressestelle im Rathaus Mühlacker. Am Freitag vergangener Woche gab es dort gar keine Kundgebung mehr. Über die Gründe ist im Rathaus nichts bekannt. Die Verwaltung habe damit jedenfalls nichts zu tun.

Dafür gab es am Freitag eine angemeldete Demo in der gut fünfmal kleineren Enzkreis-Gemeinde Eisingen. Anfangs sollen es rund 100 Teilnehmer gewesen sein, dann wurden es immer mehr. In der Spitze waren es 300, wie die Polizei berichtet.

Auch in Remchingen wurde bereits mehrfach demonstriert, allerdings ohne vorherige Anmeldung, wie die Polizei auf Anfrage erklärt. So war an diesem Montag vorab unklar, ob es eine Veranstaltung geben würde. Vom 3. Januar ist bei der Polizei eine Demo mit rund 60 Teilnehmern aktenkundig, eine Woche später sollen es dann knapp 200 gewesen sein.

Die Teilnehmer zogen in Remchingen-Wilferdingen entlang der B10 – auf dem Gehweg. „Es gab dabei keine Störungen, aber auch keinen Versammlungsleiter“, wie Polizeisprecher Michael Wenz sagt. Am Abend bestätigt er, dass erneut circa 200 Demonstranten in Remchingen unterwegs waren.

Fake-Plakat sorgt in Facebook-Gruppe für Diskussionen

Am Montagnachmittag tauchte zudem in einer regionalen Facebook-Gruppe das Bild eines angeblichen Plakats aus einer Pforzheimer Bahnhofsunterführung auf. Darauf abgebildet ist eine jubelnde Menschenmenge und die beiden Aufschriften „Geht weiter „spazieren“!“ und „support your local Bestatter“, zu deutsch, unterstützt eure lokalen oder regionalen Bestatter.

Recherchen dieser Redaktion zu Folge stammt das Bild jedoch nicht vom Pforzheimer Bahnhof sondern wurde von der Instagram-Satire-Seite „Hin & Weg Bestattungen“ bereits am vergangenen Donnerstag veröffentlicht.

Als Ortsmarke gibt die Seite dazu die Stadt Münster in Nordrhein-Westfalen an. Auffällig, beim Pforzheimer Post wurde der Name der Satire-Seite, welche auf dem Original-Post am linken unteren Bildrand deutlich zu lesen ist, vor dem Veröffentlichen abgeschnitten.

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