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Zur Entlastung der Mitarbeiter

Weniger Personal als zu Beginn der Corona-Pandemie: Pforzheimer Siloah-Klinik sucht Helfer

Angesichts steigender Corona-Inzidenzen sucht das Pforzheimer Siloah St. Trudpert Klinikum nun nach „Wellenbrechern“. Die Helfer sollen in verschiedenen Bereichen mit anpacken und für Entlastung sorgen.

Wollen Unterstützung: Das Team um Chefarzt Thushira Weerawarna (Dritter von links) sucht nach „Wellenbrechern“, die in der momentanen Lage mit anpacken. Foto: Ljerka Pap/Siloah

Angesichts weiter steigender Inzidenzwerte sieht auch das Siloah St. Trudpert Klinikum schwere Zeiten auf sich zukommen. Deshalb geht man hier jetzt ungewöhnliche Wege und sucht verstärkt nach „Wellenbrechern“, also nach Pflegekräften, Rettungssanitätern oder Intensivkräften, die in dieser Lage helfen können.

Momentan sieht es noch nicht danach aus, dass man Erkrankte verlegen muss, wie es beim Helios Klinikum der Fall war. Generell ist das aber nicht ausgeschlossen. Das werde tagesaktuell beobachtet, teilt die Klinik mit. Stand Donnerstag waren im Siloah 48 Patienten mit Covid-19 in Behandlung, davon neun auf der Intensivstation.

Aus dem Helios waren diese Woche erstmals während der Pandemie Patienten in andere Bundesländer gebracht worden.

„Wellenbrecher“-Helfer, um Versorgung in Siloah-Klinik zu gewährleisten

Die Idee zu den „Wellenbrechern“ entstand im Siloah-Team der Corona Taskforce, „als wir überlegt haben, wie wir weitere Kräfte schnellstmöglich aktivieren können“, erzählt Krankenhausdirektor Ulrich Schulze auf Anfrage dieser Redaktion. „Die aktuelle Situation erfordert bereits jetzt Hilfe und Unterstützung“ und die kommenden Wochen werden nach seiner Einschätzung „sehr schwierig und extrem fordernd für uns alle“, räumt er ein.

Um die medizinische Versorgung weiter zu gewährleisten und die Mitarbeiter auf den Stationen zu entlasten, sei man deshalb für jede helfende Hand mit medizinischer Ausbildung dankbar. Alle „Wellenbrecher“ sollen entsprechend ihrer Ausbildung und ihres Kenntnisstandes in den verschiedenen Abteilungen eingesetzt und entlohnt werden.

Der Einsatz wird im Rahmen einer kurzfristigen Beschäftigung honoriert. Bezahlt wird nach Einsatzfeld und Qualifikation. Es geht aus Sicht der Klinik nicht zuletzt um ein „Zeichen der Solidarität“ in diesem zweiten Corona-Winter.

Weniger Personal durch hohe Belastung und Corona-Quarantäne

Wie andere Häuser habe man nämlich auch im Siloah das Problem, dass man mit weniger Personal auskommen muss, als noch vor 18 Monaten der Fall. „Immer wieder fallen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus, weil sie etwa trotz Impfung in Quarantäne müssen oder auch aufgrund der hohen Dauerbelastung erkranken“, sagt Schulze und gibt zu bedenken: „Die extremen Belastungen der vergangenen zwei Jahre fordern ihren Tribut.“

Die extremen Belastungen der vergangenen zwei Jahre fordern ihren Tribut.
Ulrich Schulze, Krankenhausdirektor

Von Resignation unter den Mitarbeitern könne dennoch keine Rede sein. Sie alle gehen seit Beginn der Pandemie auch über ihre Belastungsgrenzen hinaus, versichert der Krankenhausdirektor. Dennoch bleibt ein Problem bestehen: „Die Belastungen des Klinikpersonals sind unverändert hoch und steigen mit jedem zusätzlichen Patienten weiter an.“ Auch deshalb sollen „Wellenbrecher“ zumindest für etwas Entlastung sorgen – vor allem im pflegerischen und medizinischen Bereich.

„Es ist aber auch schon sehr viel geholfen, wenn die Wellenbrecher beispielsweise einfach Telefonate entgegennehmen, oder Botengänge im Haus übernehmen, also die Patientenversorgung und weitere (Assistenz-)Aufgaben in Abhängigkeit der jeweiligen Ausbildung und den Kenntnisstandes übernehmen“, so Schulze. „Jede Unterstützung würde immens helfen.“

Wir bitten Jede und Jeden sich impfen oder boostern zu lassen.
Ulrich Schulze, Krankenhausdirektor

Zum Brechen der vierten Welle kann aber auch die Bevölkerung beitragen: „Wir bitten Jede und Jeden sich impfen oder boostern zu lassen, falls noch nicht geschehen“, appelliert Schulze an alle. „Wir können die vierte Welle nur gemeinsam überstehen und sind auf die Solidarität jedes Einzelnen mit unserem Klinikpersonal und auch den Erkrankten angewiesen.“

Ab Montag keine Patientenbesuche in Pforzheimer Siloah-Klinik möglich

Unterdessen verhängt die Klinik ab Montag einen Besucherstopp. „Wir müssen auch im Klinikum die Kontakte so weit wie möglich reduzieren. Dazu gehören leider auch die Patientenbesuche“, erläutert Krankenhausdirektor Schulze. „Wir bedauern den Schritt, weil Besuche für die Genesung eines Patienten von großer Bedeutung sind.“

„Wir sehen aber angesichts der rasant steigenden Infektionszahlen und Covid-19-Einweisungen keine andere Möglichkeit, als auch auf diesem Wege den Schutz der Patientinnen und Patienten sowie unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Haus zu gewährleisten“, begründet er den Besucherstopp.



Ausnahmen sind in Absprache mit dem behandelnden Ärzteteam für Besucher möglich, die sich beispielsweise von ihren sterbenden Angehörigen verabschieden möchten. Für die Geburtsklinik bedeutet der Besucherstopp, dass Väter zwar weiter bei der Geburt dabei sein dürfen, aber nach der Geburt nicht mehr mit auf die Wochenstation können.

Kontakt

Wer als „Wellenbrecher“ im Siloah St. Trudpert Klinikum mithelfen möchte, kann sich unter der (0 72 31) 4 98 89 45 melden.

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