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Interview

Demonstrationsverbot am 23. Februar in Pforzheim: Mitinitiator Gerhard Baral gibt Antworten zum Initiativ-Aufruf

In Pforzheim sollen Demonstrationen am 23. Februar, dem Gedenktag der Luftangriffe im Jahr 1945, zukünftig verboten sein, fordert das „Bündnis Pforzheim nazifrei – Solidarisch gegen Hetze und Gewalt“. Mitinitiator Gerhard Baral erzählt, wie der Stand des Aufrufs aussieht.

Diskussionen aufwerfen: Gerhard Baral will mit dem „Bündnis Pforzheim nazifrei – Solidarisch gegen Hetze und Gewalt“ Demonstrationen am 23. Februar, dem Gedenktag der Luftangriffe auf Pforzheim im Jahr 1945, untersagen lassen. Foto: Sebastian Seibel

Das „Bündnis Pforzheim nazifrei – Solidarisch gegen Hetze und Gewalt“ versucht, zukünftige Demonstrationen am 23. Februar, dem Gedenktag der Luftangriffe auf Pforzheim im Jahr 1945, untersagen zu lassen.

Zusätzlich will die Initiative den Wallberg zu einer Gedenkstätte erklären. Mitinitiator Gerhard Baral gibt Antworten zum aktuellen Stand des Aufrufs.

Wie viele Unterzeichner hat die Resolution bereits?
Gerhard Baral

Im Augenblick sind es über 460, und die Zahl steigt weiterhin. Dafür, dass der Aufruf erst drei Tage läuft, ist das sehr bemerkenswert.

Gibt es von Ihnen eine Zielmarke, die erreicht werden soll?
Gerhard Baral

Gar nicht, es war wichtig, dass das Thema ins öffentliche Gespräch gebracht und von der Stadtverwaltung und dem Gemeinderat aufgegriffen wird. Zahlreiche Einzelpersonen und Vereine nehmen die Diskussion bereits auf und tragen sie weiter.

Hat sich das Rathaus bereits zum Aufruf geäußert?
Gerhard Baral

Die E-Mail wurde zumindest zugestellt, ansonsten haben wir noch nichts gehört. Am 18. November trifft sich der Arbeitskreis 23. Februar, bei dem auch wir dabei sind, zur Planung des Gedenktags. Ich gehe davon aus, dass dort darüber gesprochen wird.

Und Hand aufs Herz: Bringt das was?
Gerhard Baral

Der Aufruf bringt die Diskussion und einen anderen Umgang mit dem Thema. Pforzheim ist sehr heterogen, nur knapp acht Prozent der Bevölkerung haben noch einen direkten Bezug mit ihrer eigenen Familiengeschichte zum 23. Februrar 1945, beispielsweise durch die Eltern oder Großeltern. Es muss jetzt vermehrt darum gehen, auch Angebote für Kinder und Jugendliche, und damit Auseinandersetzungsformen, zu schaffen. Man muss einfach schon am Fuß des Wallbergs kenntlich machen, dass es sich um eine Gedenkstätte handelt und nicht um einen Ort um Party zu machen. Besuchen sollen die Menschen den Wallberg natürlich gerne, zum Beispiel für die Aussicht über die Stadt und Region.

Über das „Bündnis Pforzheim nazifrei“ und den Aufruf

Weitere Hintergrundinformationen des „Bündnis Pforzheim nazifrei“ und den Aufruf zum 23. Februar finden Interessierte auf der Internetseite https://www.buendnis-pforzheim-nazifrei.de

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