Skip to main content

Nach Robert Seethalers Erfolgsroman

„Der Trafikant“ feiert am Theater Pforzheim diesmal Premiere mit Publikum

„Der Trafikant“ hatte eigentlich schon im vergangenen November Premiere, allerdings ohne Publikum. Intendant Thomas Münstermann setzte damit ein Statement gegen die Schließung der Kulturbetriebe im zweiten Lockdown.

Außenseiter in der Großstadt: Nicolas Frederik Martin spielt in „Der Trafikant“ nach Robert Seethalers Roman den jungen Franz Huchel. In der Rolle der Anezka ist Johanna Miller zu sehen, Bernhard Meindl gibt einen böhmischen Kellner. Foto: Sabine Haymann

Seinen Erfolgsroman „Der Trafikant“ aus dem Jahr 2012 adaptierte der Schriftsteller Robert Seethaler selbst für die Bühne. Am Samstag, 18. September, 11.30 Uhr, findet im Großen Haus eine öffentliche Probe statt. Interessierte können dem künstlerischen Team um Regisseur Sascha Mey über die Schulter blicken. Premiere feiert „Der Trafikant“ am Samstag, 25. September, 19.30 Uhr.

Seethalers Protagonist Franz Huchel ist ein vaterloser, aber behütet aufgewachsener Junge vom Lande, dessen Leben sich 1937 schlagartig verändert, als ihn die Mutter nach Wien schickt, wo er beim Zeitungs- und Rauchwarenhändler (sprich: Trafikanten) Otto Trsnjek in die Lehre geht.

Fremd sind Franz die pulsierende Großstadt, die vielen Menschen, die angespannte politische Lage. Doch es gibt Lichtblicke: Franz trifft auf den Zigarrenraucher Sigmund Freud, den Begründer der Psychoanalyse, der ihm bis dahin nur als „Deppendoktor“ ein Begriff ist. Es entwickelt sich eine Freundschaft, die Franz‘ Leben prägt.

„Der Trafikant“ hatte am Theater Pforzheim bereits Premiere – aber ohne Zuschauer

Auf Freuds Rat spricht Franz im Prater die hübsche Anezka an, die auch als Varietétänzerin arbeitet und ihm immer wieder entschwindet. Die politische Lage spitzt sich zu. Da in der Trafik auch jüdische und freidenkende Kunden bedient werden, sieht sich Trsnjek – und mit ihm Franz – massiven Anfeindungen ausgesetzt, die schließlich in der Verhaftung Otto Trsnjeks gipfeln.

Als unerwünschter Jude muss Freud Wien verlassen. Seiner Bezugspersonen beraubt bleibt Franz zurück, führt die Trafik selbstständig weiter und begehrt schließlich gegen das NS-Regime auf.

Das Stück hatte eigentlich schon im vergangenen November Premiere, allerdings ohne Publikum, abgesehen von fünf Kritikern. Intendant Thomas Münstermann setzte damit ein Statement gegen die Schließung der Kulturbetriebe im zweiten Lockdown.

nach oben Zurück zum Seitenanfang