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Sammelaktionen in Pforzheim

Deutsch-Ukrainische Gesellschaft ruft zu Spenden für frierende Menschen in der Ukraine auf

Die Deutsch-Ukrainische Gesellschaft Pforzheim-Enzkreis ruft mit zwei Aktionen zu Spenden auf. Gebraucht wird alles, was im kalten Winter wärmt. Durch die Bombardierungen frieren die Menschen und sitzen im Dunkeln.

Frauen zeigen selbst gemachte Arbeiten
Sie organisieren „Weihnachten im Schuhkarton“: Siranush Minasyan (von links), Olena Ivchuk, Olha Petrukovych, Kateryna Khromchenko, Maryna Antoniuk, Natalia Melnykowa, Liane Bley und Alla Denysenko Foto: Birgit Metzbaur

Seit mehr als 18 Monaten leben Familien und Kinder in der Ukraine in Angst vor Bombardierungen. Zerstörte Schulen, Tote und Fluchterfahrungen sind in nahezu jeder Familie Alltag. Unter den Männern und Frauen an der Front sind viele junge Menschen, die sich den Verlauf ihres Lebens ganz anders vorgestellt haben. Mit großer Sorge verfolgen mehr als 2.000 geflüchtete Mütter mit Kindern in Pforzheim und im Enzkreis das Geschehen in der Heimat.

Einige von ihnen engagieren sich in der Deutsch-Ukrainischen Gesellschaft Pforzheim/Enzkreis (DUkrG). In den schwierigen Zeiten, die sie, ihre Angehörigen und Freunde durchmachen, ist ihnen die Gemeinschaft eine große Stütze. Sie werken zusammen, sprechen miteinander, tun etwas gemeinsam. „Die eigene Kultur beizubehalten, hilft bei der Integration“, weiß Liane Bley vom Vorstand der DukrG.

Als Verbindung zwischen Weihnachten hier und Weihnachten in der Ukraine haben die Kursleiterinnen der DUkrG zwei Sammlungen ins Leben gerufen. Mit der Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“ unterstützen sie Kinder im Kriegsgebiet. Mit der Aktion „Weihnachten an der Front“ wollen sie Ehemänner, Väter, Brüder und Söhne „mit Herzenswärme und Menschlichkeit“ unterstützen.

Die Menschen in Nikopol haben große Not

Als Zielort für die Aktion wurde Nikopol ausgewählt, eine Stadt im Süden der Ukraine, so groß wie Pforzheim. Nikopol hat viele Binnenflüchtlinge zu versorgen. Viele Kinder leben dort, die nicht zur Schule gehen können. Durch die Nähe zum Atomkraftwerk Saporischschja werde die Stadt täglich bombardiert. „Die Menschen dort haben große Not“, weiß Natalia Melnykova, die beim IB die Kleiderkammer betreut und schon mehrere Unterstützungsaktionen organisiert hat. Ihr Sohn und ihre Mutter leben in Nikopol. Zweieinhalb Monate hatte die Stadt kein Wasser. Oft fallen Strom, Licht und Heizung aus. „Die Menschen frieren“, so Natalia.

Für „Weihnachten im Schuhkarton“ bittet die DukrG um „alles, was wärmt“: Thermounterwäsche, Handschuhe, Mützen, Socken, Pullover, Overalls für die Kleinsten, Thermosflaschen, Wärmeflaschen und gerne dazu Beschäftigungsspielzeug wie Malbücher und Stifte. Auch für die „Weihnachten an der Front“-Pakete wird wärmende Kleidung für Erwachsene gebraucht, Wärmepads, Powerbanks. Alle Päckchen können mit persönlichen Botschaften und Geschenkpapier weihnachtlich gestaltet werden.

Weihnachten ist für die Ukrainerinnen in Pforzheim eine schwierige Zeit

Die ukrainischen Frauen kommen aus allen Teilen der Ukraine. Und alle leben in Sorge um Menschen, die zurückblieben. Katerynas Sohn studiert in Kiew. Wie alle Menschen dort ist er täglich mit Tod und Hass konfrontiert, dem Krieg ausgeliefert. Das Gefühl des Ausgeliefertseins mache es so schwer, wissen die Frauen. Siranush Munasyan fühlt sich ganz zerrissen: Sie hat in Odessa in einem deutsch-armenischen Kulturzentrum, das gerade 15-jähriges Bestehen feiert, mit Kindern gearbeitet. Ihr Herz sei dort und auch ihre Mutter. Am liebsten würde sie sofort zu ihr fahren. Marynas Vater kämpft an der Front.

Die aus der Ukraine Geflüchteten haben wie die dort Lebenden traumatische Kriegserlebnisse hinter sich, die ihnen den Alltag schwer machen. Die Advents- und Weihnachtszeit ist eine besonders schwierige Zeit. Die Gedanken sind bei den Menschen in der Ukraine. Trotz all der eigenen Schicksalsschläge und Sorgen sind die Frauen stark und dankbar, dass sie in Pforzheim Hilfe erfahren haben, so wie die von Liane Bley beim IB, erzählen die Frauen.

Gesellschaft in Pforzheim hilft bei der Integration

Allein samstags und sonntags bieten ehrenamtliche Kursleiterinnen 15 verschiedene Aktivitäten und Kurse in den IB-Räumen in der Bleichstraße an: Mal-, Handwerk-, Kreativ- und Tanzkurse für Kinder und Erwachsene, ein Chor und Ausflüge. Der Kinderchor, mit ihm Gesangssolistin Maryna Antoniuk, freuen sich über Einladungen zu Auftrittsmöglichkeiten. Ganz nebenbei tragen die künstlerischen Arbeiten aus den Kursen den Namen Pforzheim und die schönen Seiten Pforzheims in die Welt, so wie die T-Shirts, die Kateryna Khromchenko, eine Schmuckkünstlerin aus Kiew, mit ihren Gemälden bedrucken ließ.

Die Kursleiterinnen freuen sich über deutsch sprechende Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die es allen erleichtern, die Sprache durch praktische Anwendung zu lernen. Das Interesse an den Gruppen ist groß, daher ist die DUkrG für Hinweise auf Atelier- und andere Räume dankbar. Momentan gibt es 22 Gruppen mit unterschiedlichen Angeboten.

Service

Annahmeort für die Päckchenspenden für die Aktionen „Weihnachten im Schuhkarton“ und „Weihnachten an der Front“ ist werktags in den Räumen des Internationalen Bunds in der Bleichstraße 81 und am Wochenende im Café Carlo, ebenfalls in der Bleichstraße 81. Ende der Sammelaktion ist am 15. Dezember.

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