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Nach TV-Sendung „Tieren suchen ein Zuhause“

Frau aus Huchenfeld nimmt Zebu-Rind Elvis bei sich auf

Das Schicksal von Zebu Elvis in der WDR-Sendung „Tiere suchen ein Zuhause“ hat viele Zuschauer gerührt. Auch eine BNN-Leserin aus Bühlertal. Sie nahm Kontakt zu einer Tierpflegerin aus Huchenfeld auf und vermittelte einen Altersruhesitz für das Rind.

Einsam auf der Weide: Nachdem seine Mutter vor anderthalb Jahren gestorben ist, sucht Zebu Elvis Anschluss. Die Huchenfelder Tierpflegerin Svenja Sanktjohanser möchte dem 19-Jährigen nun einen Altersruhesitz bieten. Foto: Tierschutzverein Düren

Elvis ist einsam. Seit seine Mutter vor anderthalb Jahren gestorben ist, macht das Zebu einen traurigen und niedergeschlagenen Eindruck. „Er trabt auf der Weide den Dammwildkühen hinterher und es ist eindeutig, dass er Anschluss sucht“, sagt Christine Albert, Leiterin des Tierheims in Düren.

Sonst gehe es dem 19-jährigen Buckelrind aber gut. Die einsamen Tage sind für Elvis wohl aber bald vorbei. Dank der WDR-Sendung „Tiere suchen ein Zuhause“. Als er hier zur Vermittlung vorgestellt wurde, hat auch Marion Regina Hirth zugesehen. Das Schicksal von Elvis hat Hirth, die in Bühlertal lebt, berührt.

„Nachdem ich die Sendung gesehen hatte, war mein Gedanke, Elvis helfen zu wollen“, erzählt Hirth. Sie fragte im Tierheim an, ob es möglich wäre, bei der Suche nach einem Platz für den Lebensabend von Elvis zu helfen. „Das wurde dankbar angenommen.“

Als sie dann den BNN-Artikel über den Umzug des Gnadenhofs „animal hope“ von Illingen nach Rosenfeld gelesen hat, nahm sie auch Kontakt zur Gnadenhof-Gründerin Felicia Ruhland auf, die ihr wiederum den Kontakt zu Svenja Sanktjohanser vermittelte.

In circa vier Wochen könnte Elvis seine Reise antreten

Die Huchenfelderin hat auf dem Gnadenhof eine Ausbildung zur Tierpflegerin gemacht und will auch künftig wieder mitarbeiten. Daher ist sie mit ihrer Familie vor einem Jahr nach Großbottwar gezogen.

Hier hat sie zwar auf einer zwei Hektar großen Weide Platz für ihre Tiere, dennoch sucht sie in der Nähe von Rosenberg einen Aussiedlerhof für ihre Familie und ihre zwei Ziegen, drei Lamas und vier Hunde.

Ein Herz für Exoten: Svenja Sanktjohanser ist Tierpflegerin und arbeitet auf dem Gnadenhof von Felicia Ruhland mit. Foto: Svenja Sanktjohanser

Und künftig auch für Elvis. Er könnte in vier bis fünf Wochen die 350 Kilometer lange Reise von Düren in Nordrhein-Westfalen nach Großbottwar im Kreis Ludwigsburg antreten. Diese Woche soll er im Tierheim noch geimpft und durchgecheckt werden.

Tierheim sucht Paten für das Zebu

Das Tierheim will auch einen Unterstand und ein Weidezelt sponsern und sucht Paten für das Zebu, das 120 bis 150 Euro pro Monat für Futter, Pflege und Tierarzt kostet und im Schnitt 20 bis 25 Jahre alt wird.

Der einsame Elvis hat auch Svenja Sanktjohansers berührt, die ein Faible für Exoten hat. Lamas und Alpakas seien Trendtiere, weil sie so lieb und flauschig aussehen, sagt sie.

Viele schaffen sich die Tiere aber an, ohne sich vorher über sie zu informieren und sind dann schnell überfordert. Was sie an Zebus mag, ist ihre Art, „die man mit Hunden vergleichen kann: herzlich und lernfreudig“.

Tieren zu helfen ist kein Hobby, sondern eine Lebenseinstellung.
Svenja Sanktjohanser, Tierpflegerin

Bedauernswert findet sie jedoch, dass viele in einer Kuh oder einem Rind nur ein Lebensmittel sehen. „Es ist traurig, dass in der heutigen Zeit eine Kuh ein Schwein oder ein anderes Nutztier immer noch nicht den gleichen Stellenwert in der Gesellschaft haben wie ein Hund“, sagt sie.

Und weiter: „Ich finde, jedes Tier hat es verdient, geliebt zu werden. Tieren zu helfen ist kein Hobby, sondern eine Lebenseinstellung.“ Helfen will die Tierpflegerin auch Elvis. Und ihm einen Altersruhesitz bieten. Und ganz viel Liebe. „Ich bin gespannt, wie er sich bei uns einlebt.“

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