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Entspannter Blick auf die Corona-Situation

Frühlingsboten lassen viele in der Pforzheimer City lächeln

Mit einem entspannten Blick auf die Corona-Situation genießen Passanten in Pforzheims Innenstadt das erste Frühlingswochenende. Erste neue Bekanntschaften werden gemacht und vor den Eisdielen bilden sich Schlangen.

Nicht nur das Eis schmeckt: Giovannina und Salvatore aus Bretten genießen am Samstag gemeinsam mit ihrer Tochter Annamaria (Mitte) in Pforzheims Fußgängerzone die ersten warmen Sonnenstrahlen. Foto: Harry Rubner

Der kalendarische Frühling beginnt erst am 20. März. Doch in Pforzheim kletterten die Temperaturen am Wochenende auf frühlingshafte 19 Grad. Die nächtliche Ausgangssperre wurde durch die fallende Sieben-Tage-Inzidenz bereits am Donnerstag auch für Pforzheim aufgehoben.

Das sind Nachrichten, die zu Corona-Zeiten Mut machen. Doch wie gehen die Menschen in der Pforzheimer City mit der „neuen Normalität“ um?

Wegen einer abgesagten Deutschlandtour mit dem Fahrrad im März 2020 und dem beruflichen Stillstand als Angestellter in einer Bar, steckt der „Corona-Stachel“ bei Aaron Proctor immer noch tief.

Lieber noch ein bisschen warten bis die Zahlen runtergehen.
Aaron Proctor, Bar-Angestellter

„Lieber noch ein bisschen warten bis die Zahlen runtergehen“, erhofft sich der flippige Pforzheimer keine vorschnellen Lockerungen.

Auf einer Bank unweit des Pforzheimer Congresscentrums strahlen Beate und Klaus mit der Sonne um die Wette. „Beim Coffee-to-go haben wir uns grad kennengelernt“, erzählen die beiden von ihrer „Zufallsbekanntschaft“. „Frühling, Hoffnung, Neustart“, bringt die im Enzkreis beheimatete Beate die derzeitige Situation auf den Punkt.

Diese Erkenntnis nimmt auch Hobby-Radfahrer Klaus bei seiner Rückfahrt auf dem Enztalradweg in die Neckarstadt mit. Trotz Winterzeit, scheint bei den beiden schon mal das Eis gebrochen zu sein.

Der Corona-Stachel sitzt tief: Aaron Proctor sitzt auf dem Waisenhausplatz und hat es nicht eilig mit der Pandemie-Entspannung. Foto: Harry Rubner

Die meterlange, Corona-konforme Schlange vor der Eisdiele verrät es. Beim „Casal“ in der Pforzheimer Innenstadt gibt es die kühle Sommererfrischung zum Mitnehmen. „Endlich gibt es wieder frisches Eis. Das zaubert mir ein Lächeln ins Gesicht“, schildert Mitarbeiterin Serena Meduri, wie die Kunden reagieren.

Salvatore, Giovannina und Tochter Annamaria aus Bretten schlendern zu dritt durch die Fußgängerzone. Nach einem Besuch der Schlössle-Galerie gönnen Sie sich ein leckeres Eis. Auf die Frage, ob momentan durch die veränderte Gesetzeslage und das schöne Wetter Frühlingsgefühle aufkommen, quittiert dies das Trio aus der Melanchthonstadt unisono mit einem klaren „Ja“.

„Als kleiner Lichtblick in die nahe Zukunft“ wertet Annamarie die schrittweisen Lockerungen. Was wünschen sich die Eltern am sehnlichsten? „Ich hoffe, dass alle unsere Kinder zu uns kommen können, nicht nur ein Kind, damit die Familie wieder zusammen ist“, so der Herzenswunsch von Mutter Giovannina. Bis dahin unterhalten sich alle Familienmitglieder per Videochat mit dem Smartphone.

Weniger Passanten unterwegs als sonst

Ansonsten sind in Pforzheims Fußgängerzone wenig Passanten am Samstagmittag unterwegs. Die Pandemie zeigt hier ihre hässliche Fratze mit den Auswirkungen auch auf den Einzelhandel und das Gastgewerbe.

„Es ist schön, dass man sich draußen in der Sonne aufhalten kann. Ich würde gern mal wieder ins Kino und mit Freunden Essen gehen“, vermisst Tamara aus Wiernsheim diese Möglichkeiten der Freizeitgestaltung.

In eine etwas andere Kerbe schlägt Thomas aus Ersingen. Lässig thront der Ersinger auf einem Stein, auf der Höhe der Absperrung gleich neben dem Goldschmiedesteg. Er hört leise Musik, nippt genüsslich an seiner Bierdose und versorgt die Wasservögel mit Futter in der Enz.

„In der Lockdown-Phase machte ich mir Gedanken, wie wir mit unserer Umwelt umgehen. Vor Corona habe ich nie Enten gefüttert – jetzt schon“, stellt der Mann eine „intensivere Wahrnehmung der Natur“ bei sich fest.

Tatsächlich hat der Coronavirus auch positive Seiten. Trotzdem ist die Angst bei den Menschen zu Virusmutationen gegenwärtig. Die Sehnsüchte sind groß, nach der täglichen Arbeit den Hobbys zu frönen sowie zwischenmenschlichen Beziehungen zu pflegen. Aber die Hoffnung auf die gewohnte Normalität scheint der fortschreitenden Pandemiemüdigkeit zu trotzen.

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