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Umstrittenes Leuchtturmprojekt

Fürs Arlinger-Hochhaus in Pforzheim dürfen die Bagger rollen

Der Pforzheimer Gemeinderat gibt grünes Licht für den Bebauungsplan des Arlinger-Hochhauses. 45 Meter hoch soll das Arlinger-Hochhaus werden, mit 73 Wohnungen für über 200 Mieter. Dafür muss der Skaterpark in der Nachbarschaft weichen.

Muss man sich vorstellen können: Wo jetzt noch Asphaltwüste herrscht, soll bald ein Hochhaus entstehen. Der Gemeinderat genehmigte nun den Bebauungsplan. Foto: Sebastian Kapp Foto: Sebastian Kapp

Das Arlinger-Hochhaus in der Carl-Hölzle-Straße hat seinen Startschuss erhalten. Der Gemeinderat verabschiedete am Dienstag mit zehn Gegenstimmen und vier Enthaltungen den Bebauungsplan für das von den Befürwortern als „Leuchtturmprojekt“ angepriesene Gebäude, das die Silhouette des westlichen Pforzheims erheblich verändern wird.

45 Meter hoch soll die Holzkonstruktion werden und auf 14 Stockwerken insgesamt 73 Wohnungen bereitstellen für mehr als 200 Mieter. Zudem soll es eine Kindertagesstätte geben und weitere Räume etwa für Gastronomie.

Bislang befindet sich dort ein Park&Ride-Parkplatz, der vorwiegend als Lkw-Parkplatz benutzt wird. Oberbürgermeister Peter Boch (CDU) nannte den Entschluss „begrüßenswert“. Nicht nur, wegen des dringend benötigten Wohnraums, sondern auch wegen des nachhaltigen Ansatzes.

Schwarz irritiert mit Aussagen zum Sozialen Wohnungsbau

Dem schlossen sich die meisten Fraktionen an. Gegenwind gab es allerdings von FW/UB sowie von der AfD - mit Argumenten, die vielfach für Stirnrunzeln sorgten. So kritisierte Michael Schwarz (Freie Wähler), das Hochhaus führe zu einem „massiven Verkehrschaos“.

Auch kritisierte Schwarz, die Stadt habe eine Vereinbarung zum Sozialen Wohnungsbau verschlafen, obwohl die Arlinger-Baugenossenschaft ein Angebot über zehn solcher Wohneinheiten in den Raum gestellt habe. Ehe er auf den Einwand von Baubürgermeisterin Sibylle Schüssler (Grüne), sie wisse davon nichts, verhandele da aber gerne nach, zurückruderte. Er habe von einem möglichen Angebot gesprochen, nicht von einem konkreten.

„Dann fragen Sie mal bei Ihren Nachbarn nach, was Sie gesagt haben“, konterte Axel Baumbusch (Grüne Liste). Am Nein der Freien Wähler änderte das nichts. Diese Haltung kritisierte Felix Herkens (Bündnisgrüne) als „familienunfreundliche Politik“.

Skurril argumentierte AfD-Stadtrat Norbert Sturm. Der Bau behindere die Kaltluftströmung, gewissermaßen „die Klimaanlage der Weststadt“. Nur, dass diese laut Schüssler andernorts verlaufe. Außerdem seien laut Sturm die Baumaßnahmen für die gegenwärtigen Anwohner unzumutbar. Allein: In unmittelbarer Nachbarschaft gibt es gar keine Wohngebäude, nur das Rote Kreuz und den Skaterpark, der weichen und an anderer Stelle neu gebaut werden soll.

Befürworter fordern schnellen Ersatz für Skaterpark

Andreas Sarow (CDU) forderte, „dass keine Zeit vergeht zwischen Schließung und Öffnung des neuen Skaterparks“. Und Baumbusch appellierte, die Jugendlichen von Beginn an in die Planungen mit einzubeziehen. Dafür sprach sich auch Boch aus.

Der hatte vor Kurzem zusammen mit seinem Ersten Bürgermeister Dirk Büscher (ebenfalls CDU) noch in ungewohnt öffentlicher Weise den Ermittlungserfolg der Polizei gelobt nach einem Fall von Körperverletzung auf dem Skaterpark. Recherchen dieser Redaktion hatten ergeben, dass es neben der Polizeiversion auch noch eine andere Darstellung seitens jugendlicher Zeugen zu dem Vorfall gab.

Wo die Jugendlichen nun ihr neues Refugium finden, ist unklar. Allerdings stellte die CDU parallel einen Antrag, in jedem Stadtteil Freiluft-Örtlichkeiten für Jugendliche zu errichten, beginnend im Rodgebiet. Dieser wurde erwartungsgemäß in die Ausschüsse gegeben, wie auch der Antrag zum Bau eines Lärmschutzwalls bei Eutingen entlang der A8. Freuen können sich die Eutinger allerdings über die Sanierung des Pausenhofs der Karl-Friedrich-Schule für rund 850.000 Euro.

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