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Mietpreis unter der Vergleichsmiete

Geförderter Wohnraum in Pforzheim: 23 Wohnungen in der Berliner Straße frei zum Bezug

Geförderter Wohnraum in Pforzheim ist rar und begehrt. Mit der Fertigstellung des Projekts in der Berliner Straße 26 hat sich die Lage immerhin ein wenig entspannt. Dort hat die Stadtbau Pforzheim jetzt 23 Wohnungen zum Bezug freigegeben.

Fertig gebaut: Oliver Lamprecht, Sibylle Schüssler, Armin Maisch und Richard Hofsäss (von links) sehen sich die neuen Wohnungen in der Berliner Straße an. Foto: Harald Bott

Insgesamt stehen zehn Drei- und 13 Zweizimmer-Wohnungen in der Berliner Straße in Pforzheim zur Verfügung. Die Wohnfläche liegt zwischen 47 und 79 Quadratmeter. Architektonisch sind die Wohnungen so geschnitten, dass möglichst viele Zimmer nicht Richtung der viel befahrenen Berliner Straße weisen.

Dort, wo sich dies nicht vermeiden ließ, sind nicht nur die Fenster wie im ganzen Haus dreifach verglast. Auch das Lüftungssystem sorgt über ein Röhrensystem aus Schaumstoff für eine merkliche Schallreduzierung.

Die Wohnungen im Obergeschoss bieten zudem einen weiten Blick über die Stadt. Insgesamt stehen 20 teilweise überdachte Parkplätze zur Verfügung. Dazu kommen 46 Fahrradstellplätze, was etwa drei PKW Stellplätzen entsprechen würde.

Mietpreis liegt 33 Prozent unter der Vergleichsmiete

„Bei den derzeitigen Baupreisen ist es extrem schwierig, solche Projekte umzusetzen“, sagte Stadtbau-Architekt Richard Hofsäss bei der Besichtigung am Mittwochvormittag. Wenn mit sehr spitzer Feder gerechnet werde, reiche es gerade so. Um eine der Wohnungen zu ergattern, braucht es einen Wohnberechtigungsschein von der Stadt. Diesen erhält man, wenn das jährliche Einkommen bei einer Einzelperson nicht über 50.000 Euro pro Jahr liegt. Bei steigender Personenzahl pro Haushalt steigt dieser Betrag.

Der Mietpreis liegt durchschnittlich bei 6,50 Euro pro Quadratmeter.
Armin Maisch, Stadtbau Geschäftsführer

„Der Mietpreis liegt 33 Prozent unter der Vergleichsmiete und damit durchschnittlich bei 6,50 Euro pro Quadratmeter“, führte Stadtbau Geschäftsführer Armin Maisch aus. Allerdings besteht ein deutliches Missverhältnis zwischen potenziell Berechtigten und zur Verfügung stehendem gefördertem Wohnraum. Laut Sozialamt hätten rund 50 Prozent der Haushalte entlang der vorgegebenen Einkommensgrenzen einen Anspruch.

Weiterer geförderter Wohnraum in Pforzheim entsteht

Die Stadtbau ist derzeit die einzige Baugesellschaft in Pforzheim, die Projekte zum sozialen Wohnungsbau verfolgt. Ein Grund, erklärte Maisch, sei, dass das Verfahren, um an die Fördertöpfe des Landes zu kommen, extrem komplex sei. „Dennoch hatten wir gestern auch eine Anfrage von Privat erhalten“, freute sich Baubürgermeisterin Sibylle Schüssler. Die Höhe der Landesmittel ist unter anderem abhängig von der Dauer der Sozialbindung. Für die Berliner Straße wurde die Höchstdauer von 30 Jahren gewählt.

Die Stadtbau erstellt derzeit weiteren geförderten Wohnraum unter anderem in der Calwer Straße (geplanter Bezug 2022) und dem Krummen Weg auf der Wilferdinger Höhe (geplanter Bezug spätestens Anfang 2022). Entlastung im sozialen Wohnungsbau soll auch das Initiativprogramm Wohnen bringen. Das Thema wurde allerdings am 23. März wieder von der Tagesordnung des Gemeinderats genommen.

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