
Bei mehreren deutschlandweiten Razzien im Mai wegen millionenschwerer Geldwäsche haben Zoll und Staatsanwaltschaft unter anderem eine Pforzheimer Firma durchsucht. Das bestätigte ein Sprecher des Zolls auf Nachfrage.
Hintergrund, so erklärte der Sprecher weiter, sei ein Raub in einem „ehemaligen Privatbankhaus in Berlin“ gewesen. Konkreter wollte er nicht werden.
Allerdings hatte es einen solchen Fall im November 2022 am Kudamm gegeben. In dem Tresorraum, so schrieben damals lokale Medien der Hauptstadt, seien Gold und Edelsteine in beträchtlichem Umfang gelagert gewesen.
Drei Razzien im Mai
LKA Berlin und Zollfahndungsamt Stuttgart hatten gemäß einer gemeinsamen Mitteilung bereits am 5. Mai Wohnungen und Firmen in Berlin und Baden-Württemberg durchsucht.
Außerdem wurden in dem durch das Zollfahndungsamt Stuttgart im Auftrag der Staatsanwaltschaft Karlsruhe durchgeführten Ermittlungsverfahren drei Haftbefehle vollstreckt.
Zwei weitere Durchsuchungen habe es dann ergänzend am 11. Mai und am 24. Mai gegeben. Und zwar nicht nur in Baden-Württemberg und Berlin, sondern auch in Nordrhein-Westfalen und Hessen.
Bei diesen Durchsuchungen seien umfangreiche Beweismittel gefunden worden, insbesondere Datenträger und Unterlagen sowie Bargeld und Vermögenswerten in Höhe von mehreren Hunderttausend Euro sichergestellt worden. Wie oft die Pforzheimer Firma durchsucht wurde, bleibt unklar.
Die Zahl der Beschuldigten habe sich aufgrund neu gewonnener Ermittlungserkenntnisse um weitere zwei Personen auf nunmehr insgesamt acht Beschuldigte erhöht.
Vorwurf der Geldwäsche in Höhe von mindestens zehn Millionen Euro
Es bestehe der Verdacht, dass das beim Diebstahl erlangte Vermögen im großen Stil durch eine Scheinfirma in Baden-Württemberg „reingewaschen“ wurde.
Das Zollfahndungsamt Stuttgart ermittelt im Auftrag der Staatsanwaltschaft Karlsruhe wegen des Verdachts der gewerbsmäßigen Geldwäsche in einer Größenordnung von mindestens zehn Millionen Euro. Dabei könnte, so die Behörden, die rechtswidrige Herkunft von Geldern und Edelmetallen durch Goldgeschäfte verschleiert worden sein.