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Hunderte Besucher

Große Vereinsmesse in Pforzheim: Ein Hoch auf das Ehrenamt

In Pforzheim haben sich bei einem Aktionstag mehr als 50 Vereine der Öffentlichkeit präsentiert. Viele berichten von guten Gesprächen. Und einige sogar von ausgefüllten Mitgliedsanträgen.

Viele interessierte Besucher verfolgten im mittleren Saal des Congresscentrums die Vorführung des Pforzheimer Karate-Zentrums.
Viele interessierte Besucher verfolgten im mittleren Saal des Congresscentrums die Vorführung des Pforzheimer Karate-Zentrums. Foto: Nico Roller

Während im Saal an den liebevoll gestalteten Ständen überall angeregte Gespräche geführt werden, jagt auf der Bühne eine Aufführung die nächste: Ritter zücken ihre Schwerter, Fußballer dribbeln und Autoren lesen aus ihren Büchern. Es gibt Musik, Gesang und Tanz, Tischtennis, Cheerleading und Kampfsport.

Die Besucher dürfen unter anderem auf eine Torwand schießen, sich im Rollstuhl-Basketball versuchen, selbst kreativ werden und an einer Puppe die Wiederbelebung üben. Mit einem bunten, abwechslungsreichen Programm haben sich am Samstag im Congresscentrum Pforzheim (CCP) mehr als 50 Vereine und gemeinnützige Organisationen aus Pforzheim und dem Enzkreis präsentiert.

Organisatorin Andrea Pachaly-Szalay sieht großes Interesse an Pforzheimer Messe

Hunderte Besucher sind gekommen, um zu sehen, was die Ehrenamtlichen mit viel Kreativität, Anstrengung und Mühe für sie vorbereitet haben. „Ich bin begeistert“, sagt Andrea Pachaly-Szalay, als sie sich im mittleren Saal umschaut.

Die Stadträtin hat die Vereinsmesse bereits zum zweiten Mal organisiert und berichtet von einem großen Interesse: Von der ersten Minute an, direkt nach dem Öffnen der Türen, seien die Besucher in den Saal und zu den Ständen der Vereine geströmt. Sie freut sich, dass das Publikum bunt gemischt ist, dass sowohl Kinder mit ihren Eltern als auch Senioren den Weg ins CCP gefunden haben.

Fragt man bei den Vereinen nach, hört man nur Positives. „Es hat sich gelohnt, herzukommen“, sagt etwa Marvin Szymiczek vom Pforzheimer Billardverein, der Pool und Snooker spielt und in der Maximilianstraße ein eigenes Vereinslokal betreibt. Bei der Vereinsmesse will er auf sich und seinen Sport aufmerksam machen. Denn viele Menschen wissen gar nicht, dass der Verein im Ligabetrieb spielt und die Nummer 72 der Weltrangliste zu seinen Mitgliedern zählt.

Szymiczek berichtet von vielen guten Gesprächen mit den Besuchern, die er auch auf den „Open Friday“ verweist, an dem Interessierte ab 18 Uhr reinschnuppern können. Auf sich aufmerksam machen will auch die Deutsch-Chinesische Gesellschaft, die es erst seit rund drei Jahren gibt.

Mit so einer Vereinsmesse erreicht man nochmal deutlich mehr Menschen.
Jing Kuntschner
Vorsitzende der Deutsch-Chinesischen Gesellschaft

Zwar informiert der Verein laut der Vorsitzenden Jing Kuntschner viel über seine eigenen Kanäle. „Aber mit so einer Vereinsmesse erreicht man nochmal deutlich mehr Menschen.“ An ihrem Stand zeigen Kuntschner und ihre Kollegen einen Ausschnitt aus dem Vereinsleben, das unter anderem aus monatlichen Stammtischen in wechselnden chinesischen Restaurants, Wanderungen durch die Region, Spieleabenden, Konzert- und Theaterbesuchen besteht. Die Besucher bekommen chinesischen Tee, Gebäck und Glückszeichen.

Echte Fluggeräte zeigen dagegen Thomas Keck und seine Vereinskollegen, darunter ein Modell des Segelflugzeugs „Kobuz“, das eine Flügelspannweite von drei Metern und ein Gewicht von 6,5 Kilogramm hat. Am Stand des Modellflieger-Clubs Ölbronn-Dürrn zieht es alle Blicke auf sich. Was gut ist, denn der rührige Verein ist laut Keck auf Mitglieder- und Nachwuchssuche.

Pforzheimer Vereinsmesse: Beim BUND werden gleich Mitgliedsanträge ausgefüllt

Interessierte seien immer herzlich willkommen, sagt der Vorsitzende, der im Modellfliegen eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung sieht, bei der man viel über Aerodynamik, Thermik, Mechanik, Werkstoff- und Wetterkunde lernt. Natürlich kommen auch die Geselligkeit und der Wettbewerb nicht zu kurz.

Mit dem Verlauf der Vereinsmesse zeigt Keck sich am frühen Nachmittag zufrieden: Es seien einige Interessierte da gewesen. Darunter auch solche, die das Hobby eine Zeitlang aufgegeben hatten und nun wieder einsteigen möchten. Beim Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) berichtet die Regionalvorsitzende Susanne Duffing nach gut zwei Stunden sogar schon von etlichen ausgefüllten Mitgliedsanträgen und von Menschen, die sich für eine ehrenamtliche Mitarbeit interessieren.

„Wir wollen heute die ganze Bandbreite unserer Aktivitäten zeigen“, sagt Duffing, die den Besuchern zusammen mit ihren Kollegen nicht nur Beratung unter anderem zu bienenfreundlichen Pflanzen und Unterkünften für Insekten anbietet: Ergänzend haben sie auch die Möglichkeit, selbst aktiv zu werden, etwa bei einem Quiz zu Wald, Wildblumen und Bienen.

Bei der gemeinnützigen Organisation „Golden Hearts“ gibt es dagegen Kuchen und andere süße Leckereien, die ukrainische Flüchtlinge gebacken haben. „Ich habe eine Mail geschickt und die Beteiligung war überwältigend“, sagt Geschäftsführerin Frauke Janssen.

Auf der Vereinsmesse informiert sie über die vielfältigen Aktivitäten der Organisation, die sich komplett privat finanziert und in Pforzheim sehr rührig ist. Unter anderem bietet „Golden Hearts“ aktuell 25 Sprachkurse an, hauptsächlich für Frauen mit Kindern.

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