Skip to main content

Hausdurchsuchung

Kripo klingelt bei Greenpeace-Bruchpilot in Pforzheim

Greenpeace-Bruchpilot Kai S. aus Pforzheim muss sich nach seiner verunglückten Protestaktion bei der EM auf eine juristische Nachspielzeit einstellen. Am Freitag haben Kripo-Beamte seine Wohnung durchsucht.

Juristisches Nachspiel: Greenpeace-Aktivist Kai S. aus Pforzheim landet mit einem Motorschirm-Flieger bei einer Protestaktion auf dem Spielfeld. Foto: Christian Charisius/dpa

Kai S. wohnt in einer ruhigen Pforzheimer Wohngegend. Doch an diesem Freitagmorgen wurde das Idyll gestört. Beamte der Kriminalpolizei klingelten am Morgen an seinem Wohnhaus:

Wohnungsdurchsuchung im Auftrag der Staatsanwaltschaft München. Neben Kräften des Polizeipräsidiums München sind auch zwei Kripo-Beamte des Polizeipräsidiums Pforzheim im Einsatz.

Ein Pforzheimer Polizeisprecher bestätigt auf Anfrage nur: „Wir haben einen Einsatz der Münchener Polizei unterstützt.“

Zuerst hatte die „Bild“-Zeitung über die Ermittlungsmaßnahme berichtet. Bei der Staatsanwaltschaft München reagiert man auf Nachfragen verschnupft. „Zu einzelnen möglichen Ermittlungsmaßnahmen“ werde man sich nicht äußern, so eine Behördensprecherin.

Der Pforzheimer Kai S. war als Greenpeace-Bruchpilot europaweit bekannt geworden. Kurz vor dem Anpfiff des EM-Auftaktspiels der deutschen Nationalelf in der Allianz-Arena musste er auf dem Spielfeld notlanden. Nach Darstellung von Greenpeace war ihm eine Protestaktion wegen technischer Probleme aus dem Ruder gelaufen.

Unklarheit über Strafanzeigen für Pforzheimer Greenpeace-Bruchpilot

Eigentlich habe er aus seinem Motor-Gleitschirm nur einen Protest-Ball gegen EM-Sponsor VW über dem Feld abwerfen wollen. Doch die Steuerung sei ausgefallen, das Leichtfluggerät blieb an einer Kameraaufhängung hängen und trudelte zu Boden.

Mit erheblichen Folgen: Zwei Menschen wurden durch Teile verletzt. Kai. S. ein 38-jähriger Arzt und Familienvater, gilt als erfahrener Schirm-Pilot, der bereits mehrere Protest-Aktionen dieser Art durchgeführt hatte.

Wegen einer Flugeinlage über einem französischen Kernkraftwerk im Mai 2012, samt einer Notlandung übrigens, war er sogar schon einmal zu einer Geldstrafe verurteilt worden. In der Pforzheimer Ortsgruppe war er nicht aktiv.

Wir ermitteln von Amts wegen wegen mehrerer in Betracht kommender Delikte.
Anne Leidig, Staatsanwaltschaft München

Inwieweit sich seine Vorgeschichte auf die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft München auswirkt, ist noch unklar. Auch zum Ermittlungsstand erteilte die Behörde am Freitag keine nähere Auskunft.

„Wir ermitteln von Amts wegen wegen mehrerer in Betracht kommender Delikte“, sagte Sprecherin Anne Leidig. Nach früheren Angaben kommen unter anderem Gefährdung des Luftverkehrs, Hausfriedensbruch und fahrlässige Körperverletzung in Betracht.

Ob gegen den Pforzheimer Beschuldigten auch Strafanzeigen, etwa vom EM-Veranstalter UEFA vorliegen, blieb auf Nachfragen offen. Da von Amts wegen ermittelt werde, komme es darauf nicht an, so hieß es auf BNN-Nachfragen.

nach oben Zurück zum Seitenanfang