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Umbau ab Oktober möglich

Hochfeldhalle in Pforzheim-Huchenfeld als Notunterkunft: Kritik aus Sport und Politik

Die Hochfeldhalle in Huchenfeld soll wegen der steigenden Flüchtlingszahlen als Notunterkunft vorgehalten werden. Der Sportkreis-Chef und Lokalpolitiker sind irritiert vom Vorgehen der Stadt Pforzheim.

Wer darf rein? Die Stadt will die Hochfeldhalle in Huchenfeld für Flüchtlinge vorhalten. Sportkreis und Ortschaftsräte verweisen dagegen auf die Nöte von Schulen und Vereinen.
Die Stadt will die Hochfeldhalle in Huchenfeld für Flüchtlinge vorhalten. Sportkreis und Ortschaftsräte verweisen auf die Nöte von Schulen und Vereinen. Foto: Roland Wacker

Aus Politik und Sport kommt Kritik an der Entscheidung der Stadt Pforzheim, die Hochfeldhalle im Stadtteil Huchenfeld als Notunterkunft für Geflüchtete vorzuhalten. Probleme sehen der Sportkreis Pforzheim/Enzkreis und die Ortschaftsratsfraktionen von CDU und Freien Wählern vor allem für den Schul- und Vereinssport, der die Halle bisher nutzt.

Sportkreis-Vorsitzender Henry Wiedemann beklagt in einem Statement an die Presse: „Die Sportvereine stehen jetzt blank da. Organisatorisch ist das gar nicht mehr zu bewältigen. Das ist der nächste Nackenschlag nach Corona, das ist rücksichtslos gegenüber dem Sport.“

Wenn dieser Beschluss umgesetzt wird, können wir die Sportvereine in Huchenfeld zumachen.
Henry Wiedemann, Sportkreis-Vorsitzender

Die Hochfeldhalle sei für Freizeitsportler, Seniorensportler und alle Sportvereine Huchenfelds eine unentbehrliche Sportstätte, seien es die Prellballer, der Tennisclub, der Turnverein oder der SV Huchenfeld. 200 Kinder des TV Huchenfeld stünden demnächst vor verschlossenen Türen, so Wiedemann in einer Mitteilung weiter.

„Mein Telefon steht seit zwei Tagen nicht mehr still. Die Vereine rufen mich an und machen ihrem Unmut Luft“, betont Wiedemann. „Wenn dieser Beschluss umgesetzt wird, können wir die Sportvereine in Huchenfeld zumachen. Der Frust bei allen Betroffenen und Ehrenamtlichen ist riesengroß.“

Man wisse natürlich um die Flüchtlingsproblematik, hätte sich aber im Vorfeld mehr Informationen, Mitspracherecht und auch eine Suche nach „intelligenteren Alternativen“ gewünscht. Der Sportkreis sei ebenso wie die Vereine und der Ortschaftsrat im Vorfeld nicht gefragt oder mindestens informiert worden und fühle sich nun von der Stadt „überrollt und sehr stark irritiert“.

CDU und Freie Wähler in Huchfeld: Wohin mit den Sportstunden?

Auch die Fraktionen von CDU und Freien Wählern im Ortschaftsrat Huchenfeld, die zusammen eine Mehrheit des Gremiums bilden, machen in einer gemeinsamen Mitteilung ihr Unverständnis über die Auswahl der für den Stadtteil wichtigen Sport- und Veranstaltungshalle deutlich.

Man fordere Antworten, warum andere Unterbringungsformen wie leer stehende Gewerbeimmobilien oder Wohncontainerlösungen auf städtischen Grundstücken nicht in Frage kommen. „Nach aktuellem Stand können wir dem Ansinnen der Stadtverwaltung nicht zustimmen“, schreiben die Fraktionsvorsitzenden Timo Richardon (CDU) und Bernd Heinz (Freie Wähler).

Einig sind sich die Fraktionen darüber, dass die Stadt in der Frage der Unterbringung der Geflüchteten von der Landes- und Bundesregierung im Stich gelassen werde. „Eine Zuteilung nach Huchenfeld kann trotzdem nicht unwidersprochen bleiben“, heißt es in der Mitteilung.

Fraktionen: Keine Infrastruktur im Umfeld der Halle

Eine Möglichkeit zur Verlagerung der Sportstunden der Grundschule sei unklar. Die Fraktionen fragen sich zudem, wie die Menschen, die in der Halle aufgenommen werden sollen, den Alltag verbringen werden. „Die Infrastruktur im Umfeld der Halle bietet keine Möglichkeiten, besonders im Winter, um auch außerhalb der Halle notwendige Zeit zu verbringen.

Mindestens die Frage nach der präventiven Vorsorge um möglichen Konfliktsituationen innerhalb der Gruppe der Geflüchteten zu begegnen ist hier zu stellen“, so CDU und FW.

Die Stadt hatte am Dienstag mitgeteilt, dass vor allem aus den Landeserstaufnahmestellen wieder Menschen zugewiesen werden – nicht nur aus der Ukraine, sondern auch Asylsuchende aus anderen Teilen der Welt. Konkrete Aufbauarbeiten in der Hochfeldhalle seien ab der zweiten Oktoberhälfte möglich.

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