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Entlastung für die Impfambulanz

Impfstützpunkt im Alten Zollamt in Pforzheim eröffnet

Etwa 240 Impfdosen können im neuen Impfstützpunkt in Pforzheim pro Tag verabreicht werden. Damit sollen die langen Schlangen vor der Impfambulanz der Vergangenheit angehören.

>Die Resonanz ist groß:>Hilde Neidhardt und Peter Boch (von rechts) machen sich vor Ort ein Bild vom neuen Impfstützpunkt im Alten Zollamt. Foto: Stefan Friedrich

Vorerst bis Ende des Monats hat im Alten Zollamt in der Durlacher Straße in Pforzheim ein weiterer Impfstützpunkt den Betrieb aufgenommen. Montags bis samstags stehen dort die Impfärzte jeweils zwischen 10 und 13, respektive zwischen 14 und 17 Uhr zur Verfügung.

Geimpft wird hier ausschließlich nach den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission. Das heißt: Jugendliche, die sich boostern lassen wollen, brauchen es hier gar nicht erst zu versuchen. Sie müssen sich an die Haus- und Kinderärzte wenden. Von den mobilen Impfteams dürfen sie derzeit nämlich noch nicht bedient werden.

Wie wichtig das ergänzende Impfangebot im Zollamt ist, hat sich schon am Morgen der Eröffnung gezeigt, wie ein Mitarbeiter der Impfkoordinierungsstelle der Stadt, der namentlich nicht genannt werden möchte, Oberbürgermeister Peter Boch (CDU) und der Ersten Landesbeamtin Hilde Neidhardt bei deren Besuch am Eröffnungstag verriet. „Zu uns kamen einige aus der Bahnhofstraße, die sagten, dass sie dort drei Stunden hätten warten müssen.“

Impfstützpunkt und Impfambulanz wollen sich austauschen, um lange Schlangen zu verhindern

Um das zu verhindern, werde man sich in den nächsten Tagen auch intensiv austauschen zwischen Zollamt und Impfambulanz: Wenn die Schlange an einer Stelle zu lang wird, dann schickt man die Menschen eben zum anderen Impfstützpunkt, erklärt der städtische Mitarbeiter. Schon am Morgen sind es im Alten Zollamt übrigens 115 Impfungen gewesen, die hier verabreicht wurden. 240 Dosen stehen pro Tag insgesamt zur Verfügung. „Die werden wir heute Nachmittag voll bekommen“, zeigte sich der Verantwortliche überzeugt.

Zu den ersten, die hier geimpft worden sind, zählen Inge und Horst Weber aus Straubenhardt. Beim ersten Mal haben die beiden den Impfstoff von Johnson & Johnson bekommen und waren deshalb für die Booster-Impfung am Alten Zollamt. Es war das Ende einer kleinen Odyssee.

Lange Warteschlangen für die Corona-Impfung in Pforzheim

An Silvester hatten sie es schon in Karlsruhe versucht. „Da war zu, obwohl normal hätte offen sein müssen“, erzählt Horst Weber. Am Montag haben sie es dann in Pforzheim probiert, zunächst bei einer Ärztin in der Schwarzwaldstraße. „Da war aber eine Riesenschlange“, sagt Inge Weber und ihr Mann bestätigt: „Da haben die Leute dreieinhalb Stunden gewartet.“

Sie selbst sind dort nicht mehr dran gekommen. Also sind sie in die Bahnhofstraße zur Impfambulanz gegangen. Auch da habe es jedoch nicht geklappt, anders als beim Zollamt. „Da sind wir jetzt an vorderster Front“, freute sich Horst Weber.

Ähnlich ist es auch Susanne ergangen, die ihren Nachnamen lieber nicht nennen will. Sie steht direkt hinter den Webers in der Reihe und hat gleichfalls schlechte Erfahrungen gemacht. In einer Praxis in Pfinztal hätten sie nur sechs Impfdosen für eine Woche gehabt. „Das ist lächerlich“, ärgerte sie sich.

Die erste Corona-Impfdosis gab es in Serbien

Ihre erste Dosis Biontech habe sie in Serbien bekommen. „Da gehst du hin und wirst geimpft“, schilderte sie ihre Erlebnisse dort. „In zehn Minuten war alles erledigt.“ Kein Anstehen, kein Termin – anders als in Deutschland, „obwohl der Impfstoff von hier kommt. Das ist schon peinlich.“ Die Schuld dafür sieht sie vor allem auch bei den Behörden, bei Bund und Land.

Felix Herkens, Grünen-Landtagsabgeordneter aus Pforzheim, steht gerade neben ihr, als sie von ihren Erfahrungen erzählt. Auch er hat sich in die noch kurze Schlange am Impfstützpunkt eingereiht, um sich boostern zu lassen. „Wir sind in Baden-Württemberg zuständig für die Organisation, aber nicht für die Impfstoff-Beschaffung“, sieht er das Problem eher beim Bund. „Das Land ist schon darauf angewiesen, dass es ausreichend Impfstoff zur Verfügung gestellt bekommt.“

Die Hoffnung bei den Impfwilligen ist, dass dafür zeitnah gesorgt wird. In Pforzheim jedenfalls ist man mit dem Zollamt wieder auf dem Niveau angelangt, das man zu Zeiten des Kreisimpfzentrums hatte: Pro Tag können im Stadtgebiet jetzt etwa tausend Impfungen vorgenommen werden, so Boch, Arztpraxen mit eingeschlossen. „Das niederschwellige Angebot ist wichtig“, betonte der Oberbürgermeister im Rahmen seines Besuchs. „Wer es noch nicht getan hat, an den appelliere ich, dass er sich impfen lässt.“

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