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Drei Fassadengesichter

Baugenehmigung für Pforzheimer Bauprojekt Innenstadt Ost rückt näher

Nach dem Ende der Diskussion um die Fassaden könnte die Baugenehmigung für das Pforzheimer Großprojekt Innenstadt Ost bald kommen. Der 100 Millionen Euro teure Stadtumbau soll Stand jetzt im Oktober starten.

Freier Blick: Das Technische Rathaus ist fast unverstellt zu sehen, nachdem die Bäume bereits gerodet sind, die bislang auf dem Baufeld für die neue Innenstadt-Ost standen. Foto: Edith Kopf

Vier Gebäude – drei Fassadengesichter: Das ist das Ergebnis eines sehr langen Ringens um die stadtbildprägenden Eigenschaften des Bauprojekts Innenstadt Ost in Pforzheim.

Professor Jens Wittfoht machte keinen Hehl daraus, dass „eine Menge Runden gemeinsam gedreht“ werden mussten, „um das Projekt zu sichern“.

Der Stuttgarter Architekt des 100-Millionen-Euro-Projekts erläuterte am Mittwoch im Bau- und Liegenschaftsausschuss, was dabei herauskam.

Die Fassade soll nicht nur ein Kleidchen sein, das um Baukörper gewickelt wird.
Jens Wittfoht, Architekt aus Stuttgart

Pforzheims Oberbürgermeister Peter Boch (CDU) merkte dazu an, dass die Stadt bei einem Workshop im Februar und danach „eine hohe Qualität der Fassaden gefordert hat“.

Maßgeblich für das Ergebnis ist die Gebäudenutzung. „Die Fassade soll nicht nur ein Kleidchen sein, das um die Baukörper gewickelt wird“, erinnerte Wittfoht an den Grundsatz, außen ablesbar zu machen, was drinnen passiert.

Kita, Büros und Gewerbe im Technischen Rathaus in Pforzheim geplant

Beim künftigen Technischen Rathaus, mit dem der Stadtumbau östlich des Rathauses beginnt, sind das ganz oben auf dem Dach eine Kita, darunter viel Büroraum mit dem Anspruch einer flexiblen Nutzung und im Sockelgeschoss Gewerbe.

Starke Holztüren markieren hier wie bei den drei anderen Gebäuden die Bedeutung der künftigen Adresse und den „Übergang vom öffentlichen in den halböffentlichen Raum“.

Horizontal feinschraffierte Betonfertigteile gliedern eine plastisch angelegte vertikale Fensterfront. Der so gestaltete Bürotrakt mündet in einen „robusten Sockel“, wie Wittfoht sagte.

Wohnungen an Stelle des heutigen Technischen Rathauses in Pforzheim geplant

Deutlich horizontaler vom Ladengeschoss abgetrennt sind die Wohnungen in dem zweiten Bau angelegt, der an Stelle des heutigen Technischen Rathauses südlich der Östlichen Karl-Friedrich-Straße geplant ist.

Die Planer wollen der Einkaufszone dort einen boulevardartigen Charakter verleihen. Die Wohnungen darüber sollen „französische Fenster“ und Loggien bekommen. Auf auskragende Balkone werde zu Gunsten eines ruhigen Straßenraums verzichtet.

Ebenfalls mit französischen Fenstern schließen sich auf der Nordseite der Östlichen zwei weitere Wohngebäude mit Gewerbe an. Auf deren Rückseite zum Schlossberg hin bekommt eine zweite Kita vor einer begrünten Fassade ihren Außenbereich.

Dächer in Innenstadt Ost in Pforzheim sollen grün werden

Weiteres Grün ist auf der Südseite des Technischen Rathauses sowie auf den Dächern vorgesehen. Außerdem sei geplant, mit den künftigen Nutzern eine intensive Begrünung der Dachterrassen abzustimmen.

Wittfoht machte keinen Hehl daraus, dass er und sein Architektenteam bei alledem „im Spannungsfeld zwischen dem Investor und der Stadt mit den jeweiligen Ansprüchen“ agierten.

„Wir stehen aber noch voll hinter dem, was wir in den Häusern gesehen haben“, die vor sechs Jahren zum ersten Mal in Pforzheim präsentiert wurden.

Der Bauantrag für die Innenstadt Ost wurde am 5. März von Projektentwickler Ten Brinke eingereicht. Danach wurde es ruhig um die geplante Großbaustelle, auch, weil um die Fassadengestaltung gerungen wurde.

Eine schnelle Genehmigung vorausgesetzt, sollen die Handwerker im Oktober auf dem Rathausparkplatz mit dem Technischen Rathaus loslegen. Als Einzugstermin ist 2023 vereinbart.

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