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Netzwerk für Medienkompetenz

Internationaler Bund und Respekt Coaches wollen Pforzheimer Schüler für Fake News sensibilisieren

Wie umgehen mit Hass im Netz und Falschnachrichten? Ein Netzwerk soll die Medienkompetenz von Schülern in Pforzheim stärken.

Gemeinsam wollen Taoufik Morad, Ursula Heckner-Bisping und Christine Riede-Hallig (von links) mit ihrem Gast aus Nordrhein-Westfalen sich um das Thema Respekt kümmern
Stellen das Thema Respekt in den Mittelpunkt: Taoufik Morad, Ursula Heckner-Bisping (von links) und Christine Riede-Hallack (rechts) und ihr Gast, Blogger Said Rezek aus Nordrhein-Westfalen, sprechen über Rassismus und Hate Speech. Foto: Stefan Friedrich

Es ist die Vision, dass Jugendliche in ihrer medialen Kompetenz gestärkt sind, was Themen wie Fake News und Hate Speech im Internet betrifft, die nicht nur der Internationale Bund, sondern auch die beiden Pforzheimer Respekt Coaches Christine Riede-Hallack und Taoufik Morad teilen.

Derzeit arbeiten sie daran, ein Netzwerk aufzubauen, das alle Schulen in Pforzheim umfasst. Mit der Carlo-Schmid-Schule arbeiten sie bereits zusammen. Deren Schulleiterin Ursula Heckner-Bisping kann nur Gutes darüber sagen.

„Hintergrund ist das aktuelle Thema Rassismus“ und die Frage, wie die Jugendlichen damit umgehen lernen, erklärt Heckner-Bisping bei einem Pressegespräch im Kulturhaus Osterfeld am Montagmittag. „Weil sie alle in den sozialen Netzwerken unterwegs sind, ist es uns natürlich ein Anliegen, dieses Thema auch in den Schulen zu bearbeiten.“

Schüler sind Hassnachricht oft hilflos ausgeliefert

Oftmals seien Schüler Hassnachrichten hilflos ausgeliefert, weiß sie aus ihrem Schulalltag. Und anders als bei den Erwachsenen, sind die Jugendlichen oftmals in ihrer Persönlichkeit noch sehr unsicher und suchen nach Bestätigung im Außen, heutzutage also fast ausschließlich über die sozialen Netzwerke, in denen sie beispielsweise Bilder von sich posten und nicht selten Anfeindungen dafür ernten.

„Dann wissen die Schüler oft gar nicht, was sie jetzt machen und wie sie damit umgehen sollen“, weiß die Schulleiterin. Gerade dann, wenn die Rückmeldungen anonym sind und sie nicht einordnen können, wer ihnen da übel mitspielen will. „Gerade deshalb müssen wir als Schulen auch auf dieses Thema eingehen“, sagt Heckner-Bisping.

„Für viele Schüler ist es wichtig, wie ich mich schützen kann.“ Das zu vermitteln ist Heckner-Bisping auch persönlich ein Anliegen. „Unsere Schule, die Carlo-Schmid-Schule, ist ja eine Schule ohne Rassismus. Bei uns steht sowieso auf der Agenda, dass da jedes Jahr verschiedene Projekte dazu gemacht werden.“

Zuletzt gab es ein solches Projekt am Montag in Form von Workshops am Nachmittag und einer Lesung mit einem Blogger aus Nordrhein-Westfalen am Morgen. Was sie dabei besonders freut: auch andere Schulen waren an diesem Morgen dabei, das Hilda-Gymnasium etwa.

Respekt Coaches: Weitere Pforzheimer Schulen sollen eingebunden werden

Im kommenden Jahr will man die Idee der Respekt Coaches ohnehin weiter öffnen und noch mehr Schulen aus Pforzheim mit einbinden. „Wir wollen auch so eine Art soziales Netzwerk bilden“, sagt sie. „Ich denke, wenn man das schafft, dann kann man ganz gut gegensteuern und auch die Schüler unterstützen.“ Ganz nebenbei könne auf diese Weise auch praxisnah die Demokratie aufgebaut und geschützt werden, „eine ganz tolle Sache also“, so Heckner-Bisping.

Wir wollen auch so eine Art soziales Netzwerk bilden.
Ursula Heckner-Bisping, Schulleiterin

Aktuell gibt es einen Kooperationsvertrag mit der Carlo-Schmid-Schule, der Pestalozzischule und dem Hilda-Gymnasium, erklärt Respekt Coach Christine Riede-Hallack. „Es ist vorgesehen, dass wir weitere Schulen in unser Portfolio aufnehmen“, auf Basis des Bundesprogramms, das mit den beiden Respekt Coaches seit Ende 2021 auch einen Standort in Pforzheim hat. „Wir starten erst jetzt seit diesem Schuljahr so richtig durch und bauen das stadtweit auf“, sagt sie.

Vorträge und Workshops geplant

Bei der Carlo-Schmid-Schule haben sie angefangen, ergänzt Taoufik Morad. „Schule sollte der Ort sein, wo man in die Praxis geht, wo man die Jugendlichen auf das Leben vorbereitet.“ Das, so Morad, wollen sie unter anderem mit den Vorträgen und Workshops erreichen. Am Montag hat das bereits gut funktioniert. Alle Beteiligten sprechen beim Pressegespräch davon, dass die Schüler aufmerksam zugehört haben und auch viele Rückfragen stellten, wenn sie etwas besonders beschäftigt hat.

Zugleich sind solche Veranstaltungen immer auch ein Appell an die Täter, denn statistisch gesehen, räumen die Beteiligten ein, waren an diesem Tag sicherlich nicht nur Opfer von Hate Speech im Publikum und unter den Teilnehmern der Workshops, sondern auch solche, die es aktiv betreiben. Auch diese gelte es dafür zu sensibilisieren, was sie da eigentlich anrichten.

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