Skip to main content

Machtkampf in der Union

K-Frage: Kaum Unterstützung für Laschet von Pforzheimer CDU

Die Stimmung in der Pforzheimer CDU scheint eindeutig: Fast alle wollen Markus Söder. Doch es gibt einen regionalen Partei-Promi, der seinen Parteichef im Kanzleramt sehen will.

Sympathie für Söder: CDU-Bundestagsabgeordneter Gunther Krichbaum aus Pforzheim hier im Gespräch in der Pforzheimer BNN-Redaktion. Foto: Roland Wacker

Philipp Dörflinger kennt sich mit Wahlkämpfen aus. Schließlich hat er als Unternehmer selbst schon einige organisiert. Er sagt: „Mit Armin Laschet als Kanzlerkandidat hätten wir ein echtes Mobilisierungsproblem. Und zwar schon bei den eigenen Leuten, wenn es ums Plakate kleben geht.“

Wie viele andere Christdemokraten in der Region spricht sich der Pforzheimer Stadtrat klar für Markus Söder (CSU) als Kanzlerkandidaten aus. „Ich bin davon überzeugt, dass Markus Söder mit Kompetenz und Klarheit der Richtige ist, die Zukunft dieses Landes zu gestalten“, so Dörflinger.

Ähnlich sieht das offenbar Gunther Krichbaum. Der Pforzheimer CDU-Kreisvorsitzende hatte schon vor einigen Tagen auf der Plattform Twitter Zustimmungswerte von Söder und Laschet gegenübergestellt. Den Zahlen von Forsa zufolge läge die Union bei der Bundestagswahl im September nur mit dem bayrischen Ministerpräsidenten vor den Grünen und der SPD.

Auf Augenhöhe mit Olaf Scholz

Mit Laschet als Frontmann wäre man indes auf Augenhöhe mit SPD-Spitzenkandidat Olaf Scholz – oder sogar knapp darunter. „Das gilt es unbedingt zu vermeiden“, sagt Philippe Singer. Der Kommunalpolitiker, der zur Landtagswahl für die CDU im Enzkreis angetreten war, hat sich einer Gruppe namens „CDU-Mitglieder für Söder“ angeschlossen, die auch auf Facebook aktiv ist. Noch stärker als bei der Landtagswahl im März komme es bei der Bundestagswahl auf die Spitzenkandidatur an, sagt Singer. „Und hier hat Söder seit Monaten einfach die deutlich besseren Werte.“

Wir haben uns mit Armin Laschet auf eine Reise gemacht.
CDU-Stadtrat Andreas Sarow

Dass Laschet, der sich erst Anfang des Jahres gegen Friedrich Merz als CDU-Parteivorsitzender durchgesetzt hatte, als Parteilenker beschädigt wäre, sieht Singer nicht. „Das Amt des Parteivorsitzenden ist unabhängig von der Kanzlerschaft zu betrachten.“

Auffällig ist: Wer sich in der regionalen CDU in der Frage des Parteivorsitzes für Friedrich Merz ausgesprochen hatte, ist nun für Söder als Kanzlerkandidat. Doch auch jenseits der Merz-Anhänger gibt es große Sympathie für den Franken.

Etwa bei Marianne Engeser. Die CDU-Fraktionschefin im Pforzheimer Gemeinderat und ehemalige Landtagsabgeordnete wird zu den moderaten und ausgleichenden Kräften in der regionalen Parteilandschaft gezählt. Doch auch sie stellt sich deutlich gegen das Signal des Parteipräsidiums, das für Laschet warb. „Man muss einfach sehen, dass die Performance von Markus Söder konstant deutlich besser ist als die von Armin Laschet“, so Engeser.

Sarow bildet die Ausnahme

Eine Ausnahme unter den prominenten Christdemokraten der Region bildet der Pforzheimer Immobilien-Künstler und Medien-Start-upper Andreas Sarow. „Söder wäre unter anderen Gegebenheiten sicherlich ein hervorragender Kandidat. Aber wir haben uns als CDU auf eine Reise mit unserem neuen Vorsitzenden Armin Laschet gemacht, deshalb soll er auch Kanzler werden.“ In einem Punkt herrscht vollkommene Einigkeit. „Wir hoffen alle, dass die K-Frage bald entschieden ist“, so Sarow.

nach oben Zurück zum Seitenanfang