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Ostern in der Corona-Pandemie

Kirchen in Pforzheim planen Gottesdienste und digitale Angebote für Ostern

Die Infektionszahlen steigen auch in Pforzheim und dem Enzkreis wieder. Die evangelischen und katholischen Gemeinden sind dennoch zuversichtlich, dass sie das bevorstehende Osterfest auch mit Präsenzgottesdiensten feiern können.

Pforzheims Kirchen bereiten sich auf Ostern vor. Neben Präsenzveranstaltungen sind viele Zoom-Gottesdienste und eine Reihe anderer Formate geplant. Foto: Daniel Streib

Für Christen ist es das dritte große Kirchenfest, das in die Pandemie fällt: Nachdem Ostern und Weihnachten 2020 allenfalls digital stattfinden konnten, fahren die evangelischen und katholischen Gemeinden in Pforzheim und im Enzkreis bei der Planung des bevorstehenden Osterfests von vornherein mehrgleisig.

„Die Zoom-Gottesdienste laufen weiter“, berichtet Pressereferentin Claudia Becker aus Sicht der evangelischen Kirche, was sich längst als festes Format etabliert hat.

Beispielsweise bietet die Friedensgemeinde am Karsamstag einen Zoom-Gottesdienst zur Osternacht an, dem sich Interessierte zuschalten können. Stand jetzt soll es auch Präsenzgottesdienste geben.

Zoom-Gottesdienste in Pforzheim laufen weiter

Die evangelische Kirche in Huchenfeld lädt zu einem solchen am späten Karsamstagabend ein, der ebenfalls live per Zoom übertragen wird. Die Markuskirche richtet an vier Tagen Passionsandachten aus. Gottesdienste, wie der am Freitagvormittag in der Stadtkirche, sind teils an Anmeldungen geknüpft. Einige werden später online gestellt.

Geplant sind zudem Open-Air-Veranstaltungen: seitens der evangelischen Kirche etwa der „Gottesdienst auf dem Weg“, am Karfreitag vom Lindenplatz an der Stadtkirche zur Auferstehungskirche. Die Altstadtkirche lädt am Sonntag in aller Früh zur Osterfeier mit Osterfeuer. Die Schloßkirche bietet einen Stationenweg „auf dem Weg von Karfreitag bis Ostern“.

Einen ökumenischen Stationenweg gibt es auch im Stadtteil Buckenberg-Haidach: Dabei sei von Palmsonntag an bis Ostern an verschiedenen Standorten wie Buckenbergschule, Kita und Bürgerhaus einiges zu entdecken, erklärt Pfarrer Georg Lichtenberger, der auch stellvertretender Dekan der Katholischen Kirche Pforzheim ist.

Auferstehungsfeier auf dem Pforzheimer Wallberg ist geplant

Traditionell organisiert die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Gemeinden in Pforzheim am Ostersonntag eine Auferstehungsfeier auf dem Wallberg. Aufs Augenwaschen wird diesmal verzichtet, nicht aber auf Gebet, Osterevangelium und einen (wegen Corona auf ein Saxofon reduzierten) musikalischen Beitrag.

Auferstehungsfeier auf dem Wallberg. Die ökumenische Veranstaltung ist fest eingeplant. Aber ob sie stattfindet, hängt von den Infektionszahlen ab. Foto: Tobias Gfell

Pastoralreferent Tobias Gfell vom katholischen Dekanat Pforzheim verweist auf coronakonforme Markierungen auf dem Wallberg und betont den Symbolgehalt der ökumenischen Veranstaltung, die kurz vor Sonnenaufgang um 6.45 Uhr beginnt. „Mit der Auferstehung tritt neues Licht in unser Leben ein. Das Dunkle ist überwunden“, erklärt Gfell.

Wenn allerdings die Infektionszahlen in dem Tempo wie zuletzt weiter steigen, könnte der von vielen als österliches Highlight empfundene Termin in Gefahr geraten. Im Lauf kommender Woche soll es dazu weitere Informationen geben.

Hausgottesdienste und Telefonandachten an Ostern

Die evangelische Kirchengemeinde plant ferner einen „Hoffnungsweg“ an verschiedenen Kirchen mit Plakaten, die biblische Motive aufgreifen und diesen weltliche gegenüber stellen. Die Philippusgemeinde hatte im vergangenen Jahr den „Hoffnungsweg“ initiiert. Die Idee soll nun weiter auf andere Gemeinden ausgedehnt werden.

Hinzu kommen Hausgottesdienste: Bei diesem Format liegen Infoblätter zum Ablauf des Gottesdienstes in den Kirchen aus, jeder kann ihn dann für sich im Stillen erleben. Wer auf die Stimme seiner Pfarrerin nicht verzichten will, kann an einer Telefonandacht teilnehmen.

Kirchenbesuche hängen von den Infektionszahlen ab

Man wolle den Kirchenbesuch ermöglichen – insbesondere den Menschen, die einsam sind, teilt Pressereferentin Becker mit, auch wenn alles noch unter Vorbehalt läuft. „Keiner kann sagen, wie die Sieben-Tage-Inzidenz an Ostern aussieht“, so Becker.

Wir sind zuversichtlich, dass wir Ostern feiern können.
Georg Lichtenberger, Pfarrer

Die steigenden Infektionszahlen bereiten auch Pfarrer Lichtenberger Sorge. „Aber wir sind zuversichtlich, dass wir Ostern feiern können, und haben ein Programm vorbereitet, wie sonst auch unter den Umständen, die die Pandemie vorgeben.“

Notfalls auch Live-Übertragung ins Gemeindehaus

Die meisten Gottesdienste der katholischen Gemeinden sind als Präsenzveranstaltungen vorgesehen. Sollten zu viele Menschen kommen, könnte man zumindest teilweise auf Gemeindezentren ausweichen. Dorthin könnte der jeweilige Live-Gottesdienst übertragen werden, stellt Lichtenberger in Aussicht.

Bei großen Häusern wie der Franziskuskirche mit einer Kapazität von rund 120 Personen hat Lichtenberger ohnehin keine Sorge, dass Abstandsregeln nicht eingehalten werden könnten. Und bei kleineren Kirchen wie St. Elisabeth gäbe es ebenfalls die Möglichkeit, den Gottesdienst ins angrenzende Gemeindehaus zu übertragen. Zoom-Gottesdienste und Videoübertragungen über Youtube-Kanäle sind ebenfalls österliche Angebote vieler katholischen Gemeinden.

„Sedermahl to go“

„Sedermahl to go“ heißt eine Aktion, bei der man sich am Gründonnerstag ein Päckchen mit Sederspeisen (eine zeremonielle Mahlzeit am Beginn des jüdischen Pessach-Festes) im Pfarramt der evangelischen Kirche Eutingen abholen kann. Auch in evangelischen Enzkreisgemeinden setzt man auf das hybride Angebot aus Zoom- und Präsenzgottesdiensten. Claudius Schillinger, Referent für Öffentlichkeitsarbeit im evangelischen Kirchenbezirk Badischer Enzkreis, verweist auf einen gemeinsamen Pfarrkonvent der Gemeinden am 23. März, wo Details besprochen werden sollen.



Unter anderem geplant sind Gottesdienste mit Abendmahl am Karfreitag in Ellmendingen und Dietenhausen, die im Livestream übertragen werden. Beide Gemeinden sowie Weiler laden am Ostersonntag zum Gottesdienst auf den Friedhof. Öschelbronn bietet am Karfreitag einen musikalischen Gottesdienst an (per Livestream). Am Ostersonntag gibt es in Öschelbronn einen Präsenzgottesdienst mit Abendmahl, ebenfalls im Livestream.



In einigen katholischen Kirchen, wie etwa St. Elisabeth und Liebfrauen, haben Besucher seit Beginn der Fastenzeit die Möglichkeit, Fußspuren zu legen auf dem Weg zum Kreuz, um eine Verbindung zum aktuellen Hungertuch aus Chile herzustellen, das ein Röntgenbild eines gebrochenen Fußes zeigt. Die papiernen Fußabdrücke kann man mit Nachrichten beschriften. In der Liebfrauenkirche der katholischen Kirche sind mehrere Präsenzveranstaltungen ab Gründonnerstag geplant. dia

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