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Zwischenstand der Planung

Konzept für Ornamenta in Pforzheim soll im April vorliegen

Fünf Fokuswochen liegen hinter dem Kuratorenteam, das Pforzheim 2024 mit den Großereignis Ornamenta international als Stadt auf die Landkarte bringen soll. Nun präsentierte es einen ersten Ausblick – in einem Alpaka-Stall.

Alpaka im Team: Die Kuratoren Jules van den Langenberg, Willem Schenk und Katharina Wahl (von links) präsentieren ihre Arbeit für die Ornamenta im Stall des Buckenberghofs in Pforzheim. Foto: Edith Kopf

Frisches Stroh liegt auf dem Boden. Alpakas verfolgen mit sicherer Distanz den Menschenauftrieb in ihrem Stall. Schwer zu sagen, ob sie sich schon an den Pforzheimer Kunstbegriff Ornamenta gewöhnt haben. Das Kuratorenteam für das Großereignis im Jahr 2024 hat aber offensichtlich viel Gefallen an der Herde und dem ganzen Buckenberghof gefunden.

Es ist der zweite Auftritt von Katharina Wahl, Willem Schenk und Jules van den Langenberg auf dem Anwesen mit dem sensationellen Ausblick auf Pforzheim. Dieses Mal findet das Gastspiel allerdings nicht im Verborgenen statt: Pressekonferenz ist angesagt, die zweite nach der Präsentation des Trios im Mai.

Offen bleibt die viel gestellte Frage nach dem Konzept für die auf vier Millionen Euro taxierte Pforzheimer Großveranstaltung in gut zwei Jahren. „Unser Ziel ist es, eine relevante Ornamenta zu schaffen“, erläutert Willem die Leerstelle. Es brauche Zeit, um die Ornamenta im Kreis der weltweiten Design-Veranstaltungen so zu positionieren, dass sie herausragt.

Und es braucht Unterstützung „aus Pforzheim, dem Enzkreis und dem Nordschwarzwald“, wie Wahl, Schenk und van den Langenberg ein ums andere Mal betonten. Nach fünf eher verdeckten Erkundungswochen seit ihrer Berufung, wollen sie sich breiter und intensiver austauschen, so wird deutlich. Bislang habe man nur an der Oberfläche von Stadt und Region gekratzt, erläutert van den Langenberg.

Kuratorenteam für Ornamenta aktuell in der Auswertung und Konzeptarbeit

Inhaltlich markiert der Auftritt des Kuratorenteams dennoch den Beginn von etwas Neuem. Ungeachtet dessen, dass die Ornamenta immer noch „als ein formbares Gefäß“ zu verstehen ist, „haben wir mit der Auswertung und der Konzeptarbeit begonnen“, erläutert Wahl. Im April soll das Ergebnis öffentlich präsentiert werden. Kurz darauf ist die Eröffnung einer Werkstatt der künstlerischen Stadtentwicklung geplant.

Einige, die bereits jetzt daran mitgearbeitet haben, die Pforzheimer Ornamenta zu formen, werden dort einziehen. In den nunmehr fünf Fokuswochen und den Exkursionen, die das Team hinter sich hat, habe sich manches herauskristallisiert, was jetzt als Thema für 2024 konkretisiert und verfeinert werden könne.

Auch bei der Einbindung der Wirtschaft und damit der potenziellen Geldgeber sieht sich das Team auf gutem Weg. Philipp Reisert von der Scheideanstalt C. Hafner erklärte exemplarisch, dass „es dabei nicht um ein Gold-, Silber- und Bronzesponsoring gehen kann“. Für sein Unternehmen werde es beispielsweise darum gehen, wie das Anliegen der nachhaltigen Gewinnung von Gold mit dem Ornamenta-Prozess verbunden werden könne.

Firmen, aber auch zum Beispiel Kirchen, Vereine oder Schulen mit ähnlichen Zielen, können sich bereits jetzt mit einer E-Mail an curators@ornamenta2024.eu bemerkbar machen und das Kuratorenteam eine Themenwoche lang in der Werkstatt, der Kantine, dem Kirchturm oder der Trainingshalle beherbergen. Während die künstlerische Leitung auf diese Weise das Besondere im Lokalen entdeckt und zum Abschluss wie schon bislang mit nationalen und internationalen Positionen verbindet, geht es für Geschäftsführer Andreas Ruf um Strukturen.

Kein Geld für eine Dachmarkenkonzeption zur Ornamenta Pforzheim

Einen Eindruck von dessen Arbeit zum Beispiel für den medialen Auftritt vermittelt auch die Pressekonferenz im Alpaka-Stall. Die Firma Campaigner Networks von Stadtrat Philipp Dörflinger filmt für die Website des Ornamentabunds, die bis in etwa vier Wochen einen Eindruck von den bisherigen Aktivitäten vermitteln soll. Auch an der Marke Ornamenta werde weiter gearbeitet, unter anderem mit einer deutschen Typografin als „Designerin in Residence“.

Kein Thema ist derzeit laut Ruf die von der Stadt Pforzheim angestoßene Dachmarkenkonzeption zur Ornamenta, die alle fünf Jahre überregional für Aufmerksamkeit sorgen soll. Bislang war die Wirtschaftsförderung damit betraut. Diese dürfte aber nach der im Haushaltsentwurf vorgesehenen Budgetkürzung keine finanzielle Kapazität mehr haben für die Arbeit an Rahmenstrukturen.

Als Ziel dafür ist vorgegeben, Pforzheim an die Seite Kassels und der dortigen, international höchst angesehenen Documenta zu stellen. Auch das wird in der Kühle des Alpakastalls auf dem Buckenberg deutlich.

Service

Die Bevölkerung ist jeden Freitag zum Gespräch mit dem Ornamenta-Team eingeladen. Die Kuratoren sind von 13 bis 14 Uhr über den Zoom-Link auf www.ornamenta2024.eu erreichbar.



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