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Prävention in Pforzheim

Kriminalpolizeiliche Beratungsstelle in Pforzheim öffnet Ende Oktober wieder

Die Zahlen sprechen für sich: Zwei Drittel weniger Wohnungseinbrüche verzeichnet die Kripo in Pforzheim. Und macht dafür auch die Aufklärung der Bevölkerung und bessere Schutzeinrichtungen verantwortlich.

Wenige Handgriffe: Wie einfach es ist, ein Fenster auszuhebeln, demonstrieren Uwe Heintz (rechts) und Joachim Reiling von der Kriminalpolizeilichen Beratungsstelle am Polizeipräsidium Pforzheim, die Ende Oktober wieder öffnet. Foto: Stefan Friedrich

Die Kriminalpolizeiliche Beratungsstelle im Polizeipräsidium Pforzheim ist ab dem 31. Oktober nach der Renovierung wieder geöffnet. Es werden Vorrichtungen ausgestellt, die helfen sollen, es potenziellen Einbrechern zumindest schwer, im Idealfall sogar unmöglich zu machen, in ein Gebäude einzudringen.

Die Polizei, versicherte Polizeipräsident Wolfgang Tritsch im Rahmen eines Pressetermins am Freitag, 22. Oktober, werde den Bürgern dabei auch beratend zur Seite stehen. Der Service selbst ist kostenlos.

„Wir hatten in der Vergangenheit sehr starke Anstiege bei den Wohnungseinbrüchen zu verzeichnen“, gab Tritsch bei der Präsentation der Räumlichkeit zu bedenken. Die Polizei wolle deshalb seit vielen Jahren schon diesem Problem ebenso effektiv wie präventiv entgegen treten.

Zumal die eingesetzten Mittel, zu denen die Beratung von Bürgern zählt, bereits Erfolge zeigten, so Tritsch: „Seit 2016 haben wir einen Rückgang der Zahlen um 55 Prozent landesweit. Auf die Region Nordschwarzwald bezogen haben wir sogar einen Rückgang von 66 Prozent.“

208 Wohnungseinbrüche gab es im vergangenen Jahr

Im Bereich des Polizeipräsidiums Pforzheim wurden im vergangenen Jahr 208 Wohnungseinbrüche polizeilich registriert. Damit einher ging zudem ein deutlicher Anstieg der Aufklärungsquote, die sich zwischen 2016 und 2020 von anfangs 9,9 Prozent auf zuletzt 18,3 Prozent fast verdoppelt hat. Jeder fünfte Einbruch wurde also aufgeklärt.

Was für uns erfreulich ist: Die Beratungsleistung zeigt Früchte.
Wolfgang Tritsch, Polizeipräsident

„Was für uns erfreulich ist: Die Beratungsleistung zeigt Früchte“, betonte der Polizeipräsident in diesem Kontext. Die Anzahl der Einbruchsversuche sei zwar deutlich angestiegen, mit entsprechenden Vorkehrungen könne man aber nachweislich „die Schwierigkeit erhöhen, in ein Gebäude oder in eine Wohnung einzubrechen.“

Insofern sind die statistischen Zahlen für die Polizei zugleich auch ein Beleg dafür, dass es sich bei den Einbrechern oftmals nicht um Profis handelt, sondern um Gelegenheitstäter, „die eine geöffnete Tür oder ein gekipptes Fenster nutzen.“

Polizisten demonstrieren einen Einbruch

Wie fast schon erschreckend einfach das nämlich geht, selbst im geschlossenen Zustand, das demonstrierte Uwe Heintz, der gemeinsam mit Joachim Reiling die kriminalpolizeiliche Beratungsstelle betreut.

Ein „ganz normales Fenster“, zum Teil auch gesichert, ist ziemlich schnell ausgehebelt. „Man muss da auch nicht mit besonders schwerem Werkzeug kommen“. Ein einfacher Schraubendreher reicht im Zweifel schon aus. Für Uwe Heintz war es nur eine Frage von wenigen Handgriffen und wenigen Sekunden, das verschlossene Fenster zu öffnen. „In den meisten standardisierten Fenstern geht das tatsächlich so schnell“, klärte er auf. „Und wenn´s jemand noch nicht so gut kann, dann braucht er halt ein oder zwei Minuten länger.“

Ohne zusätzliche Sicherheit macht man es den Einbrechern also relativ leicht. Dabei ist das, was man als Bürger tun kann, um seine Sicherheit zu erhöhen, „meistens bezahlbar“, sagte Uwe Heintz, und „ nur mit relativ überschaubaren Kosten“ verbunden.

Für „einbruchhemmende Bauteile“ gibt es eine staatliche Förderung

Dafür müssen es nämlich nicht zwingend gleich die neuen Fenster sein. Die machten vor allem dann Sinn, wenn man ohnehin neu baut, bemerkte Joachim Reiling. Die Polizei empfiehlt dabei übrigens die Widerstandsklasse RC2 mit einbruchhemmenden Bauteilen im Wohnbereich. Deren Einbau werde auch staatlich gefördert.

„Es gibt Zuschussmöglichkeiten bei der KfW“, so Reiling, wobei dann allerdings darauf zu achten sei, dass tatsächlich nach den entsprechenden Normen gearbeitet wird. „Der Handwerker muss das gewährleisten.“ Es gibt aber auch viele weitere Produkte, die die Sicherheit relativ einfach erhöhen können.

Bei der Kriminalpolizeilichen Beratungsstelle kann man sie sich ab Ende Oktober alle anschauen – übrigens nicht nur in Sachen Wohnungseinbruch; auch für das E-Bike gibt es diverse Möglichkeiten, einen Diebstahl zu verhindern. Entsprechende Schlösser und deren Funktion werden ebenfalls in der Beratungsstelle demonstriert und erklärt.

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