Skip to main content

„Champions League in Sachen Sicherheit“

Kriminalstatistik der Pforzheimer Polizei: in vielen Bereichen historische Tiefstände

Bei der Präsentation der Polizeilichen Kriminalstatistik verkündet Polizeipräsident Wolfgang Tritsch am Mittwochmorgen historische Tiefstände in vielen Bereichen.

Andre Schöttle, Andreas Bjedov, Wolfgang Tritsch und Sandra Zarges (von links) geben die Kriminalstatistik bekannt. Foto: Stefan Friedrich

In Sachen Sicherheit spielt das Polizeipräsidium Pforzheim in der Champions League – zu diesem Schluss kommt Polizeipräsident Wolfgang Tritsch bei der Vorstellung der Polizeilichen Kriminalstatistik für das Jahr 2021. Auffallend dabei ist: Nur noch 21.290 Straftaten wurden im gesamten Bereich erfasst, ein Rückgang um 12,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr und damit ein „historischer Tiefstand“, so Tritsch.

Dieser Rückgang betrifft alle drei Landkreise – Enzkreis, Calw und Freudenstadt – sowie den Stadtkreis Pforzheim, die im Einflussbereich des Polizeipräsidiums Pforzheim liegen.

Verglichen mit dem gesamten Land „liegen wir sogar deutlich unter dem Schnitt“, bilanziert Tritsch. Unter den neun Stadtkreisen rangiert Pforzheim aktuell auf Platz zwei; dieselbe Position belegt der Enzkreis unter allen 35 Landkreisen. Der Rückgang der Fälle spiegelt sich auch in der Zahl der Tatverdächtigen wieder: sie ist von 2.115 (2020) auf 1.923 gesunken. Knapp 80 Prozent von ihnen waren männlich, jeder fünfte Prozent unter 21 Jahren alt.

Geringer Anteil an Straftaten „gegen das Leben“

Nahezu unverändert ist der Anteil der sogenannten Nichtdeutschen: Er lag 2021 bei 37 Prozent. Zugleich hat man die Aufklärungsquote ein weiteres Mal gesteigert. Sie liegt nun bei 65,9 Prozent (+1,7 Prozent). Das heißt: Zwei von drei Straftaten werden aufgeklärt, auch das ist ein historischer Wert. Seinen Dank richtet Tritsch in dem Kontext deshalb vor allem an die vielen Polizistinnen und Polizisten und deren umfangreiche Ermittlungs-, aber auch Präventionsarbeit selbst unter den zurückliegend „schwierigen Corona-Bedingungen“.

Einen nur geringen Anteil an allen Straftaten machen jene „gegen das Leben“ aus. Die Quote liegt hier bei lediglich 0,1 Prozent. Im Enzkreis ging die Zahl der Fälle sogar auf null zurück. Trotzdem ist es ein Bereich, der die Kriminalbeamten „stark beschäftigt“, räumt die Leitende Kriminaldirektorin Sandra Zarges ein.

Vor allem auch deshalb, weil die Zahl der Tatverdächtigen, die nicht älter als 21 Jahre sind, zuletzt enorm zugenommen hat: waren es 2020 noch zwei Tatverdächtige dieser Altersgruppe, weist die Statistik für 2021 bereits 15 Tatverdächtige aus. Auch der Anteil der nichtdeutschen Verdächtigen stieg von 22,6 Prozent auf 51,7 Prozent. Die Aufklärungsquote liegt allerdings bei 84,2 Prozent.

Straftaten gegen sexuelle Selbstbestimmung auf Zehnjahreshoch

Auf einem Zehnjahreshoch landen zudem Straftaten gegen die persönliche Freiheit, also beispielsweise Bedrohungen, Nötigung oder Freiheitsberaubung. Es wurden 1.072, also 139 Fälle mehr als noch 2020 registriert – auch hier sind die Tatverdächtigen zu fast 50 Prozent unter 21 Jahre alt.

Erheblich gestiegen sind laut Zarges auch die Fallzahlen bei Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung. 509 Fälle wurden registriert, ein Zuwachs von fast 100 Prozent, und damit ebenfalls ein Zehnjahreshoch. Das sei „ganz überwiegend“ auf den Bereich Kinderpornographie zurückzuführen, erläutert sie. Hier sind fast 60 Prozent der Tatverdächtigen jünger als 21 Jahre. „Vielen ist nicht bewusst, das nicht nur das Weiterleiten, sondern auch der Besitz unter Strafe steht“, räumt Zarges ein.

Deshalb ist man gerade auch in diesem Bereich präventiv im Einsatz, klärt Jugendliche vermehrt auf und wird die bisher zuständige Ermittlungsgruppe zum 1. April in einen eigenen Arbeitsbereich bei der Kriminalinspektion I integrieren, kündigt Zarges an.

Gute Nachrichten gibt es dagegen bei den Diebstahlsdelikten, deren Anzahl im dritten Jahr in Folge weiter gesunken ist. Im vergangenen Jahr waren es nur noch 179 Wohnungseinbrüche, die erfasst wurden, ein weiterer historischer Tiefstand, so der Leiter der Schutzpolizeidirektion, Andreas Bjedov. Gleiches gilt für die Vermögens- und Fälschungsdelikte. Mit 3.988 Fällen liegt man knapp 15 Prozent unter dem Vorjahr und damit so niedrig wie seit zehn Jahren nicht mehr.

87,4 Prozent der Fälle konnten zudem aufgeklärt werden. Sorgen bereitet ihm allerdings, dass es immer mehr Betrugsversuche mit der Masche „Angeblicher Polizeibeamter“ gibt: Die Zahl dieser Fälle stieg 2021 um 34,1 Prozent auf 401 an. Die Schadenssumme lag bei 446.000 Euro, also mehr als doppelt so hoch wie 2020.

nach oben Zurück zum Seitenanfang