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Unterstützung in Notsituationen

Mehr als 20 neue „Notinseln“ für Kinder in Pforzheim

Mit dem Aufkleber „Notinsel” signalisieren Geschäfte, Behörden oder Vereine, dass sie Anlaufstelle sind für Kinder mit kleinen oder großen Notfällen. Mehr als 20 Pforzheimer Einrichtungen haben sich nun neu den Notinseln angeschlossen. 

Schild als Kennzeichen: Frank Burghardt, Christiane Quincke, Thomas Müller, Katja Geigle, Sabine Jost und Angela Cabras (von links) zeigen die Notinsel im Haus der Evangelischen Kirche in der Melanchthonstraße.
Frank Burghardt, Christiane Quincke, Thomas Müller, Katja Geigle, Sabine Jost und Angela Cabras (von links) zeigen die Notinsel. Foto: Vincenzo Termini

Hat ein Kind sich verlaufen oder seinen Schlüssel verloren, ist es meist sehr hilflos und verzweifelt. Meistens sind Kinder nicht in der Lage, sich selbst zu helfen – und die Eltern haben ihnen beigebracht, nicht mit Fremden zu sprechen. Damit diesen Kindern aber geholfen wird, klebt an vielen Einrichtungen oder Gebäuden ein Aufkleber des Programms Notinsel.

Die Notinseln sind ein Kinderhilfsprojekt, welches insbesondere für Kinder und Jugendliche in Not barrierefreie Hilfe anbietet. Mehr als 20 Pforzheimer Einrichtungen haben sich nun neu den Notinseln angeschlossen.

Dabei machen nicht nur auf die Zielgruppe spezialisierte Einrichtungen bei dem Programm mit, wie die etwa die Kindertagesstätte (Kita) Martin-Luther-Straße, sondern auch Bäckereien oder Metzger. Gerade Einrichtungen wie die letzteren beiden erhalten Handlungsanweisungen, die den Helfer beim Meistern einer Notsituation unterstützen.

Es sind durchaus schon Straftaten verhindert worden.
Thomas Müller, Vertreter des Lions Clubs Pforzheim

„Für uns Erwachsene sind es glücklicherweise oftmals nur sehr kleine Hilfsleistungen, wie ein verlorener Schlüssel oder ein verlorenes Handy“, sagt Thomas Müller, Vertreter des Lions Clubs Johannes Reuchlin. „Aber es sind durchaus schon Straftaten verhindert worden.“

Doch schon ein verlorener Schlüssel kann für viele zum Schrecken werden: Es gebe viele Familien, die isoliert ohne weitere Bekannte oder Familienmitglieder in der Nähe leben, schildert Angela Cabras, die Leiterin der Kita Martin-Luther-Straße. „Bei ihnen ist so ein Schlüsselverlust einfach auch ein großes Thema“. Gerade in so einer Situation hätten die Kinder oftmals keinen, an den sie sich wenden können.

In Pforzheim und dem Enzkreis gibt es etwa 550 bis 600 Notinseln

Dass solche Notinseln wichtig sind, findet auch die Dekanin Christiane Quincke: „Wenn wir in einer Welt leben würden, wie wir sie uns wünschen, würden wir die Notinseln nicht brauchen. Da wir aber in dieser Welt leben, in der wir sind, ist es umso wichtiger, dass es solche Schutzräume und Schutzangebote auch möglichst flächendeckend gibt.“ In Pforzheim und dem Enzkreis gibt es laut Müller etwa 550 bis 600 Notinseln.

Um den Kindern die Notinseln näherzubringen, wird ihnen in den Kitas spielerisch erklärt was eine Notinsel ist. Grundschüler erhalten Hausaufgabenhefte und Informationen. „Wichtig ist, dass wir das nicht nur an die Scheiben kleben, sondern auch bekannt machen bei den Kindern und den Eltern“, sagt Sabine Jost, Geschäftsführerin der Diakonie Pforzheim.

Notinseln helfen nicht nur Kindern

Dass die Notinseln nicht nur Kindern und Jugendlichen helfen, zeigt die Erfahrung: „Was jetzt schon öfter der Fall war, ist, dass ältere Menschen oder Menschen mit Demenz dort Hilfe gesucht haben“, so Müller.

„Es soll nicht nur die Kinder erreichen, sondern alle Menschen die in Not sind, deshalb heißt es nicht Kinderinsel, sondern Notinsel“, erklärt Frank Burghardt, Leiter der evangelischen Kirchenverwaltung Pforzheim, die Bedeutung des Namens.

In ganz Deutschland gibt es mittlerweile circa 40.000 Notinseln und jährlich werden es immer mehr. Mit ihnen soll auch die Sicherheit der Kinder wachsen.

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