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Neue Option für die Bürger?

Michael Schwarz forciert Freie-Wähler-Partei in Pforzheim

Der Landesvorstand ist strikt dagegen, doch Michael Schwarz zieht es durch: Pforzheims bekanntester Freier Wähler will eine Ortsvereinigung der Partei gründen und mit ihr bei der Gemeinderatswahl antreten.

Richtungswechsel: Michael Schwarz tritt künftig für die Partei Freie Wähler an – und nicht mehr für die rein kommunale Bewegung.
Richtungswechsel: Michael Schwarz tritt künftig für die Partei Freie Wähler an – und nicht mehr für die rein kommunale Bewegung. Foto: René Ronge

Michael Schwarz präsentiert sich voller Tatendrang: Das bekannteste Gesicht der Freien Wähler in Pforzheim will bei der Kommunalwahl 2024 Stimmen hinzugewinnen. Und zwar nicht mehr mit einer unabhängigen Liste, sondern mit einer Partei.

Wir wollen ein Angebot für die bürgerliche Mitte in Pforzheim machen.
Michael Schwarz
Pforzheimer Stadtrat

Mit im Boot ist dabei Carol Braun. Er sei kein Parteimitglied, stört sich aber auch nicht an den Plänen von Schwarz. Braun strebt parteilos eine weitere Amtszeit auf der Schwarz-Liste an. Anders sieht es Hans-Joachim Haegele, aktuell dritter Vertreter der Freien Wähler im Gemeinderat. Er habe mit Parteipolitik nichts am Hut, sagte er kürzlich.

Bei der Landesgliederung der Partei „Freie Wähler“ sähe man es gerne, wenn nachgeordnete Parteiebenen im Einklang mit den lokalen Bürgerlisten der „Freien Wähler“ beziehungsweise der „Freie Wähler Vereinigung“ kooperierten und es dort weiterhin zu einer Zusammenarbeit käme.

In Pforzheim wird dem nun nicht so sein. Stadtrat Schwarz, der bei der vergangenen Landtagswahl noch als „Parteiloser“ für die Partei der FW angetreten war und das landesweit siebtbeste Ergebnis einfuhr, möchte eine Professionalisierung und die Vernetzung aller „Freien Wähler“ vorantreiben. Darum wurde im Frühjahr die Kreisvereinigung von Pforzheim und dem Enzkreis der Partei gegründet, im Januar werde man eine Ortsvereinigung in Pforzheim auf die Beine stellen, so Schwarz.

Im Redaktionsgespräch betont Schwarz, dass man 70 Prozent der bisherigen Unterstützer für das neue Vorhaben habe gewinnen können, „die restlichen 30 Prozent sind derzeit noch am Überlegen“.

„Wir streben bei der kommenden Wahl eine runde Liste mit guten Leuten an, die voll im Leben stehen und daher Bürgernähe praktizieren. Gerade dies ist in der Kommunalpolitik das A und O“, wie Stadtrat Braun herausstellt. Mit am Tisch sitzen auch Jürgen von der Ehe und Uwe Wolf.

Zersplitterung fürchtet der Initiator nicht

Angesprochen darauf, ob der neue politische Player in Pforzheim nicht zu noch mehr Fragmentierung und mühevollem Kleinklein bei der Konsensfindung im Stadtrat führen würde und auch ob des Namens zu Verwirrung führen könnte, betont Schwarz, dass sich Demokratie durch Wettbewerb und Pluralismus auszeichne. „Wir wollen ein Angebot für die bürgerliche Mitte in Pforzheim machen und arbeiten mit allen anderen Listen und Fraktionen auf sachlicher Basis anhand von Fakten zusammen.“ Vielfalt und ein respektvoller Umgang sei dabei das Credo.

Momentan sei man in intensiven Gesprächen mit vielen möglichen Kandidatinnen und Kandidaten für die Wahl im Frühjahr, darunter auch einige Fußballer. Inhaltlich stehe man für eine Politik, die mit den begrenzten finanziellen Ressourcen in Pforzheim maßvoll umgehe: „Wir fragen uns immer, ob wir das Geld auch privat so ausgeben würden.“ Ehrenamtliche Arbeit, gerade auch im sportlichen Bereich, müsse weiterhin und vor allem besser gefördert werden. Drei Mandate plus X, also ein Zugewinn, strebe man im nächsten Jahr an, so Schwarz abschließend.

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