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Startschuss gefallen

Dreimonatiger Test: Müllscouts sollen Pforzheimer sensibilisieren

Vorerst drei Monate lang testet die Stadt Pforzheim ein Konzept, das sich unter anderem in Mainz oder Trier bereits bewährt und dafür gesorgt hat, dass die Menge des achtlos beiseite geworfenen Mülls sich schon nach wenigen Wochen erheblich reduziert hat.

Gemeinsam gegen den Müll: Peter Boch, Stefan Degreif, Patrick Zisler, Jürgen Förschler, Tarik Mais und Michael von Rüden (von links) Foto: Stefan Friedrich

Die Sauberkeit in der Stadt hochhalten, damit eine ansprechende Aufenthaltsqualität gegeben ist: dieses Ziel liegt Oberbürgermeister Peter Boch (CDU) am Herzen.

Am Donnerstag gab er deshalb den Startschuss für die Müllscouts bekannt, die flankierend zum städtischen Konzept für Sicherheit und Sauberkeit zur Müllvermeidung beitragen sollen – indem sie auf die Menschen zugehen, aufklären, und dabei gut ausgestattet dem Müllproblem Paroli bieten können.

„Wir wollen durch eine direkte Ansprache dafür sensibilisieren, dass das nicht nur ein städtisches Thema ist, das im Gemeinderat diskutiert wird, sondern dass es uns allen wichtig ist, eine sichere und eine saubere Stadt zu haben“, so Boch.

Bislang sei man diesbezüglich schon auf einem guten Weg gewesen, „wir haben uns aber trotzdem überlegt, wie man das noch weiter verbessern kann“, betont Michael von Rüden vom Bereich Abfallwirtschaft der Technischen Dienste.

Da sei man auf Stefan Degreif aufmerksam geworden, Geschäftsführer von dreivorzwölf Marketing, eine Agentur, die auch im Bereich Abfallvermeidung und Abfallmarketing unterwegs ist.

Müll um zwei Drittel reduzieren

Von ihm kam vor einigen Jahren die Idee, ein Müllscout-System zu implementieren. In Städten wie Mainz oder Trier ist dies bereits erfolgreich gelungen. Laut Stegreif konnte das Müllaufkommen etwa in Mainz „nach intensiven Wochenenden um zwei Drittel reduziert werden“. In anderen Städten, die auf Müllscouts setzen, zeige sich ein ähnliches Bild. Auch dort sehe man schon nach kurzer Zeit messbare Erfolge, versichert Degreif.

„Daraus hat sich die Idee entwickelt, das Konzept in viele Städte und Kommunen zu tragen.“ Er will, dass die Müllscouts „in die Herzen und in die Köpfe“ der Menschen kommen. Ordnungsamt oder Polizei sollen sie dagegen nicht ersetzen.

Als Ergänzung zu den Waste Watchern, die seit mehr als einem Jahr in Pforzheim gegen illegale Müllablagerungen und die Verursacher von Umweltdelikten kämpfen, sollen die Müllscouts Aufklärungsarbeit leisten. Junge Leute sollen andere junge Leute dafür sensibilisieren, dass sie beispielsweise die Grünanlagen sauber halten und den Müll nicht einfach hinterlassen, sondern ihn entsorgen.

Müllscouts haben vor allem die Brennpunkte im Blick

Auf Augenhöhe und ohne Autoritäten oder Restriktionen sollen die Müllscouts in den kommenden Wochen deshalb vor allem die Brennpunkte aufsuchen, „wo sich bei schönem Wetter viele Personen auf den Rasenflächen ansammeln“, erklärt Boch.

Sie sprechen Menschen dort an, wo Müll entsteht – beim Grillen oder beim Feiern auf der Wiese – und stellen ihnen Mülltüten, Einwegaschenbecher oder Hundekotbeutel kostenlos zur Verfügung.

Zuletzt hat sich das achtlose Wegwerfen von Abfällen nach Einschätzung der Stadtverantwortlichen verschlimmert: Plastikverpackungen, Flaschen oder Zigarettenkippen werden immer öfter zurückgelassen – ein Zustand, der sowohl im Hinblick auf die Gemeinschaft als auch auf die Umwelt unzumutbar sei.

Die Müllscouts sollen nun gegensteuern, zunächst für drei Monate. Funktioniert das Konzept auch in Pforzheim, soll es danach fortgesetzt werden.

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