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Fragen und Antworten zu Kritik aus dem Rathaus

Nach Kritik von Oberbürgermeister Boch: Pforzheim erhält wieder deutlich mehr Impfstoff

Nach Kritik aus Pforzheim steuert das Sozialministerium nach. Statt weniger Impfstoff als in der Vorwoche soll nächstes Mal sogar mehr kommen. An anderer Stelle erteilt man dem Rathaus aber eine Absage.

Der Betrieb läuft: Im Kreisimpfzentrum Pforzheim geht es voran. Nur nicht ganz so, wie man sich das im Rathaus wünschen würde. Foto: Roland Wacker

Oberbürgermeister Peter Boch (CDU) hat diese Woche öffentlich die Impfstofflieferungen des Bundes und des Landes kritisiert. Die Liefermenge für das Kreisimpfzentrum in Pforzheim, der Stadt mit der niedrigsten Impfquote im Land, sei um 33 Prozent geringer ausgefallen als in den Vorwochen.

Man müsse Sonderaktionen absagen, beklagte Boch – und brachte das Wohnortprinzip für die Kreisimpfzentren ins Spiel.

Was ist dran an der Kritik?

Tatsächlich wurde dem Kreisimpfzentrum Pforzheim weniger Impfstoff geliefert als zuletzt. Statt drei Schachteln waren es zwei. Florian Mader, Sprecher im Sozialministerium des Landes, betont dazu: „Wir arbeiten anhand klarer und transparenter Kriterien. Und da geht es nicht darum, wie viel jemand letzte Woche bekommen hat. Oberste Priorität ist im Moment, dass wir überall im Land die Zweitimpfungen sicherstellen.“ Man erhalte eben nach wie vor zu wenig Impfstoff, und es sei ein ständiger Prozess, die Lieferungen anzupassen. „Wenn noch etwas übrig bleibt, wird das an Kreise mit niedriger Impfquote oder hoher Einwohnerzahl vergeben“, erklärt Mader.

Boch beklagte, man müsse wegen der geringer ausgefallenen Lieferung sogar Sonderaktionen absagen, bei denen man gezielt Pforzheimer impfen wollte. Verschärfen sich jetzt also die Probleme noch?

Eher nicht. Das Rathaus Pforzheim beklagte zwar am Montag, dass die Lieferung geringer ausgefallen sei als zuletzt. Das Sozialministerium hat aber am Dienstag entschieden, die nächste Lieferung wiederum deutlich aufzustocken. Am Freitag sollen dreieinhalb Schachteln Vakzin kommen, wie die Stadt auf Anfrage bestätigt. Das ist dann sogar etwas mehr als in den Vorwochen.

Warum ist die Impfquote in Pforzheim so niedrig?

Hier gibt es verschiedene Theorien. Das Rathaus verweist auf die junge Pforzheimer Bevölkerung, anfangs seien hier also noch nicht so viele Leute impfberechtigt gewesen. Land und Stadt sehen in Pforzheim außerdem überdurchschnittlich viele Stadtteile mit sozioökonomischen Problemen – dort sollen nun gezielte Impfaktionen die Quoten erhöhen. Außerdem werden im Kreisimpfzentrum Pforzheim mehrheitlich Menschen von außerhalb geimpft.

OB Boch bringt daher das Wohnortprinzip für die Kreisimpfzentren ins Spiel. Wie reagiert das Land?

Nur ein Drittel der Impflinge im Kreisimpfzentrum Pforzheim sind Pforzheimer. „Es zeigt sich jetzt, dass wir für die Kreisimpfzentren eigentlich das Wohnortprinzip bräuchten, wie das beispielsweise in Bayern der Fall ist“, so der Rathauschef Anfang der Woche. Im Sozialministerium argumentiert man dagegen, man habe das System bewusst offen gehalten und überlasse den Menschen, ob sie sich am Wohnort oder beispielsweise an einem abweichenden Arbeitsort impfen lassen möchten. „Zum jetzigen Zeitpunkt ist nicht geplant, davon abzurücken“, stellt Mader auf Anfrage klar. Es sei auch durchaus so gewollt, dass ein Drittel der Impflinge in Pforzheim aus dem Enzkreis kommen. Man habe die Impfzentren über das ganze Land verteilt und setze bewusst darauf, dass Menschen beispielsweise aus Birkenfeld den kürzeren Weg nach Pforzheim nehmen statt nach Mönsheim ins Impfzentrum des Enzkreises.

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