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Parkdruck ist hoch

Neue Hoffnung auf Interimsparkplatz in der Pforzheimer Nordstadt

Bürgerverein und Gewerbetreibende fordern, dass der frühere Lidl-Parkplatz zumindest übergangsweise wieder geöffnet wird. Doch dazu fehlt noch etwas.

Mehrere Menschen stehen an einer Schranke
Hoch mit der Schranke: Vertreter des Bürgervereins Nordstadt und der dort ansässigen Geschäftsleute werben bei einem Vor-Ort-Termin noch einmal darum, den Lidl-Parkplatz übergangsweise wieder freizugeben. Foto: Stefan Friedrich

Seit dem Frühjahr setzt sich in Pforzheim der Bürgerverein Nordstadt bereits intensiv dafür ein, dass der ehemalige Lidl-Parkplatz zumindest bis zu einer weiteren Nutzung des Geländes für die Bürgerschaft freigegeben wird.

Jetzt könnte sich ein Weihnachtswunder abzeichnen, denn die Stadtbau stünde in den Startlöchern und hätte schon die nötigen Partner im Hintergrund. Was noch fehlt, ist die offizielle Genehmigung aus dem Rathaus, genauer gesagt aus dem Dezernat zwei.

Bei einem Vor-Ort-Termin am Mittwoch zeigen sich die Bürger nun optimistisch, dass sich vielleicht sogar schon Anfang kommenden Jahres die Schranke hebt und das Parken auf den ohnehin vorhandenen Plätzen erlaubt wird.

Dass die Parkplatzöffnung eine Interimslösung ist, ist jedem normal denkenden Menschen klar.
Heike Kuppinger
Bürgerverein Nordstadt

„Dass die Parkplatzöffnung eine Interimslösung ist, ist jedem normal denkenden Menschen klar“, betont die Vorsitzende des Bürgervereins Nordstadt, Heike Kuppinger. Dass das Gelände in den nächsten drei bis fünf Jahren einer neuen Nutzung übergeben wird, das ist schließlich bekannt.

Bürgervereinsmitglieder kritisieren „miserable Busanbindung“ und fehlende Parkplätze

Bis dahin jedoch, argumentieren die Bürgervereinsmitglieder, sei ein Interims-Parkplatz auch deshalb so wichtig, weil vor allem viele ältere Anwohner infolge einer „miserablen Busanbindung“ auf ein eigenes Auto angewiesen sind.

Hinzu kommen Kunden, die die dort ansässigen Betriebe und Arztpraxen aufsuchen wollen und derzeit nur schwer einen Parkplatz finden „Der OB hat im Sommer schon gesagt, das sei alles kein Problem“, verwies Peter Emmerich, der eine Praxis in der Nordstadt betreibt, auf vorangegangene Gespräche, die bislang allerdings ergebnislos verlaufen sind – zur Enttäuschung der Anwohner. „Wo ist das Problem?“, fragt nicht nur er sich, sondern auch manche seiner Patienten.

Ein Lichtblick bei der Zusammenkunft am Mittwoch mit Christian Gaier, Leiter Hausbewirtschaftung bei der Stadtbau Pforzheim, war der Hinweis, dass die Stadtbau das Gelände vor wenigen Wochen gekauft hat und das Thema Interims-Parkplatz auf dem Schirm ist. „Wir waren schon mit Parkplatzbetreibern vor Ort und haben uns das angeschaut“, erzählt Gaier.

Die Stadtbau Pforzheim will die Liegenschaft vermieten

Die Stadtbau selbst habe ohnehin großes Interesse daran, die Liegenschaft bis zu einer vorgesehenen Bebauung zu vermieten. Einen großen Teil der Parkplätze würde man den Bürgern zur Verfügung stellen. „Die Firmen, die damit Erfahrung haben, haben uns bestätigt, dass das alles kein Problem ist“, so Gaier. Etwa wenn es darum geht, Parkautomaten aufzustellen.

Was dem Ganzen noch im Weg steht: Für das Lidl-Gelände galt ein vorhabenbezogener Bebauungsplan. „Mit dem Weggang von Lidl hier wird automatisch auch dieser Bebauungsplan genullt“, sagt Gaier. „Der gilt nicht mehr und jetzt muss das Baudezernat uns die Interims-Nutzung baurechtlich genehmigen.“ Genau da sei man dran, versichert Gaier.

Gespräche laufen demnach schon und es sei auch signalisiert worden, dass sich die Stadt zeitnah darum kümmern wird, berichtet Gaier. Kommt die Genehmigung schnell, könnte der Parkplatz schon Anfang des neuen Jahres wieder für die Öffentlichkeit zur Verfügung stehen.

Der Parkplatz war auch Thema im Pforzheimer Gemeinderat

Thema war das Areal auch in der Gemeinderatssitzung am Dienstag. Dort hatte CDU-Fraktionschefin Marianne Engeser auf das Problem hingewiesen und gefragt, ob die Verwaltung das Thema „positiv begleiten“ könne. OB Boch antwortete, die Eigentumsverhältnisse seien nicht abschließend geklärt. „Mir ist schon klar, dass da eine freie Fläche ist und der Druck hoch ist. Aber so einfach ist es nicht.“

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