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Pforzheimer Scheideanstalt

Pforzheimer Agosi AG soll in Zukunft komplett zum Umicore-Konzerns gehören

Veränderungen stehen der Allgemeinen Gold- und Silberscheideanstalt in Pforzheim ins Haus. Die 1891 von elf Schmuckfabrikanten gegründete Aktiengesellschaft soll künftig zu 100 Prozent dem Umicore-Konzern in Brüssel gehören.

Heiße Ware: Der hohe Goldpreis sorgt dafür, dass bei den Scheideanstalten viel Edelmetall zum Einschmelzen angeliefert wird, das sonst in Schubladen liegt. Foto: Uli Deck/dpa

Mit einem Angebot soll demnächst ein bedeutendes Stück Pforzheimer Schmuckgeschichte komplett in neue Hände kommen: Mehrheitseigentümer Umicore Société Anonyme in Brüssel will die Agosi – die Allgemeine Gold- und Silberscheideanstalt – mit der Umicore International GmbH verschmelzen.

So die Hauptversammlung zustimmt, werden damit künftig 100 Prozent der 1891 von elf Pforzheimer Schmuckunternehmern gegründeten Aktiengesellschaft in Hanau gehalten. Dies habe die belgische Aktiengesellschaft mitgeteilt, informiert der Agosi-Vorstand am Mittwoch.

Im Stadtbild sichtbar wird diese Veränderung wohl eher nicht werden. „Der Vorstand geht derzeit davon aus, dass der Name und die Marke weitergeführt werden“, informiert Bernhard Olt. Wie der Finanzvorstand auf Nachfrage weiter mitteilt, soll die Übernahme der verbliebenen 8,8 Prozent Aktien im Streubesitz keinen Einfluss auf den Geschäftsbetrieb in der Kanzlerstraße haben. Nach früheren Angaben arbeiten dort 400 Männer und Frauen.

Nicht bekannt ist laut Olt, wie viele Einzelaktionäre von dem Squeeze-Out betroffen sein werden. Zu den Hauptversammlungen kämen „typischerweise 100 bis 120 Kleinaktionäre“. Diese können einer Pressemitteilung unter www.umicore.com entnehmen, dass die Verschmelzung mehr Flexibilität bringen soll, „strategische Optionen für die Aktivitäten im Bereich Schmuck und Industriemetalle innerhalb von Agosi zu prüfen“. Diese entwickelten sich aus kommerzieller und finanzieller Sicht gut.

Umicore wolle die besten Bedingungen für ihre weitere Entwicklung ausloten, zitiert der Agosi-Vorstand weiter.

Aus Sicht der Pforzheimer Schmuckindustrie dürfte bei diesem Vorgang entscheidend sein, wie standorttreu die Agosi mit ihrem Angebot für sie bleibt. So kamen Pläne, die Produktion von Goldhalbzeugen nach Polen zu verlagern, nicht gut an in der Branche. Sie wurden Anfang vergangenen Jahres wieder fallen gelassen.

Bezüglich der Mitgliedschaft im Bundesverband Schmuck und Uhren erwarte er keine Änderungen, teilt Olt weiter mit. Die Agosi hat dort über lange Zeit führend die Arbeitgeberseite bei den Tarifverhandlungen vertreten. Es wird erwartet, dass die schon länger vakante Position Ende des Monats neu besetzt wird. Die Agosi gehört seit 2003 zur Umicore AG in Belgien. Bereits 2008 wurde Kleinaktionären ein Kaufangebot gemacht.

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