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Schwierige Zukunftssicherung

Pforzheimer Betrieb Stepper kämpft mit Platzmangel im Gewerbegebiet

Der Pforzheimer Werkzeugbau- und Stanzbetrieb Stepper kämpft mit Platzmangel im Büchbronner Gewerbegebiet. Zudem muss die die Geschäftsführung mit den Risiken des Ukraine-Kriegs leben.

Firmeninhaber Michael Stepper zeigt Wirtschaftschaftsförderer Oliver Reitz und Oberbürgermeister Peter Boch (von links) ein modulares Kombiwerkzeug zum Stanzen. Foto: Edith Kopf

Wenn Pforzheim „noch eine Straße zu verkaufen“ hätte, Michael Stepper würde zugreifen. Oberbürgermeister Peter Boch (CDU) strahlt. Allein diese Bemerkung lohnt den Besuch bei dem Unternehmen in Büchenbronn, dessen „Gewerbesteuer weiter gut fließen wird“, wie der Inhaber verspricht.

Schließlich hat der Unternehmer mit dem hohen Platzbedarf an den Erfolg angeknüpft, den die Stadt dieser Tage bei der Standortsicherung von Haecker-Metall auf der Wilferdinger Höhe verbuchen kann.

Aber in dem kleinen Gewerbegebiet am Ortseingang zu dem Pforzheimer Höhenstadtteil gibt es keine Straße zu verkaufen. Stattdessen sehen die Gäste in unmittelbarer Nachbarschaft zur Firma Fritz Stepper einen Wohnwagen-Abstellplatz und ein zu Teilen ungenutztes Firmengebäude.

Stepper würde gerne Flächen im Büchbronner Gewerbegebiet kaufen

Es ist kein Geheimnis, dass Stepper gerne zugreifen würde. Allein, es bewegt sich nichts. Und das gilt offensichtlich auch bei dem Bestreben, eine Umnutzung zugunsten eines Discounters zu verhindern.

„Zu den Lenkungsprozessen bei der neuen Nutzung des Richtergebäudes kann wenig gesagt werden“, erfährt Stepper beim Austausch über den Werkzeugbau- und Stanzbetrieb mit 80 Prozent Automotiv-Kundschaft.

Etwas genauer dürfte der Oberbürgermeister und mit ihm die Spitze der Wirtschaftsförderung dann beim Hintergrundgespräch geworden sein, bei dem der Firmenchef womöglich auch die beiden neuen Geschäftsfelder vorstellte, für die er sofort 2.000 bis 3.000 Quadratmeter Hallenfläche bei seinem Nachbarn anmieten würde, wäre dessen Gebäude brauchbar dafür.

Wir schicken nicht Flugzeuge rum.
Michael Stepper, Firmenchef

Die Lage ist so gewachsen wie kompliziert auf den 8,2 Hektar. Das Gewerbegebiet bietet laut Wirtschaft- und Stadtmarketing Platz für 28 Firmen. Stepper greift bei jeder Flächenoption zu, die sich für ihn bietet. Die Firma erstreckt sich über fünf Gebäude plus eine Außenstelle mit Pufferfunktion in Nöttingen.

Das klingt kompliziert, hat aber Vorteile, wie die Besuchergruppe beim Thema „Herausforderung Strukturwandel“ begreift. „Wir schicken nicht Flugzeuge ‘rum“, sagt Stepper. Das Unternehmen könne deshalb mit einem kleinen CO2-Abdruck und Schnelligkeit punkten.

Erfolgsbeteiligung für 200 Mitarbeiter

Rund 200 Mitarbeiter setzen den Anspruch um. Stepper ist zwar auch ein Mann, der über die Auswirkung von Mindestlöhnen aufs Lohngefüge klagt, aber er setzt hohe Standards, damit es auch morgen noch klappt mit dem Personal.

20 Prozent Ausbildungsquote sind nur ein Baustein. Aus- und Weiterbildung sowie finanzielle Erfolgsbeteiligungen ergänzen das technische Programm mit „immer den neuesten Maschinen“, höchster Softwareentwicklung und digital perfektionierten Abläufen.

Pforzheimer Unternehmen Stepper gibt sechsstellige Summe für Energie aus

Trotz neuem Blockheizkraftwerk und selbst finanzierter Gasleitung wenig Einfluss hat Stepper auf die Schwachstelle der Zukunftssicherung – den gigantisch hohen Energieverbrauch für eine sechsstellige Summe monatlich.

„Die ganze Eskalation ist völlig falsch“, sagt der Firmenchef vor diesem Hintergrund zum Ukraine-Krieg. Der 63-Jährige meint es auch politisch: „Deutsche Panzer gegen Russland hätte es nicht mehr geben dürfen.“

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