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Verhandlung in Pforzheim

Pforzheimer Dealer zeigt sich unbelehrbar

Vor dem Amtsgericht Pforzheim muss sich ein 22-Jähriger wegen Drogendelikten und Körperverletzung verantworten. Schließlich fällt ein überraschendes Urteil.

Symbolbild Kokain
Symbolbild Kokain Foto: Marcus Brandt/dpa

Unbeeindruckt von drohenden Strafen hat sich ein Pforzheimer Drogendealer gezeigt. Dreimal erwischte ihn die Polizei beim Handel mit verschiedenen Rauschmitteln, das geht aus der Anklage der Staatsanwaltschaft hervor. Der Mann steht derzeit vor dem Amtsgericht Pforzheim und muss sich wegen des wiederholten Versuchs des unerlaubten Handels mit Betäubungsmitteln verantworten.

Am 26. April sei der Mann von der Polizei mit drei Gramm Kokain erwischt worden, berichtete die Staatsanwaltschaft in ihrer Anklage. Davon scheinbar unbeeindruckt fiel er am 21. Mai erneut bei dem Versuch auf, Marihuana und Amphetamin zu verkaufen. Ein drittes Mal wurde er gar direkt vor dem Polizeirevier Brötzingen ertappt mit einem Päckchen mit Betäubungsmitteln.

Das habe er in ein Gebüsch geworfen, sei dabei jedoch beobachtet worden, sagte die Vertreterin der Staatsanwaltschaft vor Gericht. Mit heftiger Gegenwehr habe er auf den Versuch der Polizeibeamten reagiert, ihn auf weitere Drogen zu durchsuchen. Er habe sich losgerissen und nur unter großer Kraftanstrengung sei es gelungen, dem 22-Jährigen Handschließen anzulegen. Dabei sei ein Polizist verletzt worden.

Bei der Durchsuchung wird ein Brötzinger Polizist verletzt

Dieser Anklagepunkt wurde letzten Endes aber nicht verhandelt. Während eines Rechtsgesprächs von Verteidiger Stefan Rothenstein, der Staatsanwältin und Richterin Stephane Ambs einigte man sich darauf, in einer Teileinstellung diesen Vorwurf fallen zu lassen. Die Begründung: Der Ermittlungsaufwand während der Beweisaufnahme stehe in keinem Verhältnis zu dem zu erwartenden Ergebnis.

Zu den anderen beiden Anklagepunkten legte der Angeklagte ein Geständnis ab. Die insgesamt zwölf Zeugen, die zur Verhandlung geladen waren, wurden deshalb nicht gebraucht und konnten wieder nach Hause gehen.

Pforzheimer Angeklagter will sich trotz „Deals“ erneut beraten

Der Angeklagte ist mehrfach wegen vorsätzlicher Körperverletzung vorbestraft. Er wartete dennoch mit etlichen seltsamen Volten auf. Überraschenderweise zeigte er wenig Verständnis für die Teileinstellung des Verfahrens, „obwohl ich doch eine Straftat begangen habe“. Auch vor seinem letzten Wort nach den Plädoyers der Staatsanwaltschaft und seines Verteidigers verblüffte er die Richterin mit dem Wunsch, sich noch einmal zur Beratung mit seinem Rechtsanwalt zurückziehen zu wollen.

Aus dem Gespräch kehrte er dann aber doch mit Zustimmung zurück. Die Staatsanwältin hatte eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und drei Monaten gefordert und wollte wegen einer günstigen Sozialprognose eine dreijährige Bewährung zugestehen, obwohl die Taten während eines Bewährungsbruchs begangen worden waren.

Ihr schlossen sich im Wesentlichen sowohl Verteidiger Stefan Rothenstein als auch Richterin Stephane Ambs in ihrem Urteil an. Die Richterin zeigte sich überzeugt davon, dass die Wahrscheinlichkeit künftiger Straffreiheit groß sei.

Eingezogen werden die beschlagnahmten Betäubungsmittel und der beim Handel erzielte Gewinn von 3.300 Euro.

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