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Bäderkrise

Pforzheimer OB Boch kündigt bei Baustelleneröffnung neuen Anlauf fürs Wartbergbad an

Viel ist noch nicht zu sehen an der Baustelle des Hallenbades in Pforzheim-Huchenfeld. Am Dienstag haben die Vorarbeiten zum Abriss begonnen. Und es gibt noch mehr Bewegung bei den Bädern.

Zeit zum Abschiednehmen: Das alte Huchenfelder Bad wird spätestens Pfingsten weichen. Unter anderem Oberbürgermeister Peter Boch und Bäderchef Lutz Schwaigert (von rechts) begleiteten den Beginn der Vorarbeiten. Foto: Sebastian Kapp

Die Laune bei Oberbürgermeister Peter Boch (CDU) konnte am Dienstag besser kaum sein. Nicht nur, dass er den offiziellen Startschuss für die lange herbeigesehnten Arbeiten am Schwimmbad in Huchenfeld geben konnte. Gleichzeitig gab er neue Entwicklungen für zwei andere Problembäder in Pforzheim bekannt, das Emma-Jaeger-Bad in der Innenstadt und das Wartbergfreibad.

OB Boch kündigt Neustart bei Wartberg-Strategie an

„Selbstverständlich müssen wir das Thema noch einmal im Gemeinderat einbringen“, sagt Boch. Dass man sich bei der Investorensuche im Kreis drehe, hänge – wie bereits mehrfach berichtet – vor allem mit Auflagen des Gemeinderats zusammen. Seitens der Stadt darf aktuell kein Geld in Richtung Investor fließen, auch nicht indirekt über den Eigenbetrieb Pforzheimer Verkehrs- und Bäderbetriebe (EPVB). „Manchmal dreht man sich im Kreis, um in großer Geschwindigkeit rauszukommen.“

Unklar sei derzeit noch, wie hoch ein wie auch immer gearteter Zuschuss der Stadt sein müsste, um Investoren anzulocken. Dabei gehe es auch darum, welche Besonderheiten im Bad entstehen sollen, um ein Invest im zweistelligen Millionenbereich zu rechtfertigen. „Eine Saunalandschaft zum Beispiel würde Pforzheim aufwerten. Ich hätte auch nichts dagegen, wenn Karlsruher dann zu uns nach Pforzheim kommen.“

Wie diese Redaktion zuvor berichtet hatte, zeigten sich auch diverse Fraktionen des Gemeinderats gesprächsbereit, die Finanzbremse zu lockern.

Boch und Schwaigert zuversichtlich für Emma-Planschbecken

Deutlich besser laufen die Verhandlungen laut Boch bei dessen Prestige-Projekt, dem Spendensammeln für ein Kinderplanschbecken im Emma-Jaeger-Bad. „Für mich ist alles klar“, sagte Boch mit einem vielsagenden Grinsen. Es gebe schon konkrete Interessenten, bestätigte er. „Es gibt klare Unterstützungssignale.“

Jetzt gehe es vor allem um juristische Fragen, erläuterte EPVB-Bäderchef Lutz Schwaigert. Wer dürfe da wie an die öffentliche Hand spenden, solche Dinge müssten jetzt geklärt werden. Dass aber zur anvisierten Eröffnung des neuen Emma 2025/2026 ein Kinderplanschbecken für die Familien bereitstehen wird und man nicht den Berg hinauf nach Huchenfeld fahren muss, davon zeigten sich beide überzeugt.

Abriss in Pfingstferien geplant

Bei alledem konnte fast ein bisschen untergehen, worum es am Dienstag eigentlich ging: nämlich die Vorarbeiten zum Abriss des Bades in Huchenfeld, bevor dieses dann wieder neu gebaut werden kann. Dazu beginnen nun die Entkernungsarbeiten und die Entrümpelung. Ein Schwerpunkt der Vorarbeiten, die bis zu den Pfingstferien abgeschlossen sein sollen, liegt auch auf der Schadstoffsanierung. „Da findet man Dinge an Stellen, wo man sie nicht vermutet“, sagt Schwaigert über die Baustelle.

Teilweise entdeckte man mit Asbest verkleidete Rohre, dann wieder mussten Ritzen geschlossen werden, damit dort keine Fledermäuse nisten. Zudem sind statische Arbeiten zu verrichten, damit etwa die nahe Turnhalle „nicht ins Bauloch fällt“, wie es Schwaigert etwas salopp ausdrückt. Aus Rücksicht auf den Schulbetrieb sollen dann die eigentlichen Abrissarbeiten Pfingsten stattfinden. Dieser Termin wurde im Vorfeld im Ortschaftsrat Huchenfeld als zu spät kritisiert.

„Es überwiegt die Freude, dass es losgeht“, so Schwaigert, der vor einem Jahr die Mission Bäder als Projektleiter übernommen hatte. Auch Boch teilt diese Euphorie: „Auf diesen Termin warte ich seit Ewigkeiten“, bekannte er, und dankte auch den Gemeinderäten dafür, vor einem Jahr den entsprechenden Beschluss auf den Weg gebracht zu haben. „Ich kann mich noch an 2017 erinnern. Da haben wir hier noch von ganz anderen Dingen gesprochen“, so Boch, der noch eine Menge Arbeit vor sich sieht. „Wir müssen uns weiter mit der gesamten Bädersituation befassen. Das hier ist ein erster Schritt.“

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