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Alle scharren mit den Hufen

Pforzheimer Wildpark wäre bereit für die Öffnung am Montag

Es könnte sofort losgehen. Wenn Stuttgart grünes Licht gibt, kann der Wildpark am Montag wieder öffnen. Auch der Einzelhandel kann seine Türen wieder aufsperren, sobald die Landesverordnung vorliegt.

Ende der Langeweile: Mufflon und Co waren seit vergangenem Herbst unter sich. Viele Wildparkbewohner hätten die Menschen genauso so vermisst, wie diese die Tiere, sind sich Tierpfleger sicher. Foto: Elli Deutsch

Rotwild, Damwild, Sikawild, Mufflon: Sie alle scharren mit den Hufen, wenigstens im übertragenen Sinn. Wildpark-Chef Carsten Schwarz ist überzeugt: Die ihm anvertrauten Bewohner können die wohl unmittelbar bevorstehende Öffnung ebenso wenig erwarten wie die Besucher.

„Sie waren etwas lethargisch“, hat Schwarz bei seinen Schützlingen in der langen Zeit des Lockdowns beobachtet. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass er im Wildpark ab Montag zu Ende ist. Nach den Beschlüssen der Bund-Länder-Konferenz soll es erste Öffnungsschritte geben.

Stabile Inzidenzwerte unter 50 sind Voraussetzung für offene Geschäfte

Mit den Hufen scharrt man auch im Rathaus, weil die erforderliche Landesverordnung am Freitagnachmittag noch nicht vorliegt. Sobald sie da ist, will die Stadt sie auf ihre Homepage stellen, heißt es in einer Mitteilung. „Wir sind zuversichtlich, dass unser Einzelhandel ab Montag, 8. März, unter Hygieneauflagen wieder öffnen darf“, sagt Oberbürgermeister Peter Boch.

Er verweist auf Informationen des Landes, wonach stabile Inzidenzwerte unter 50 Voraussetzung dafür sind. Diese lagen am Donnerstag in Pforzheim bei 40,5. Selbst ein einmaliges Überschreiten des Grenzwerts würde daran wohl zunächst nichts ändern.

Endgültige Klarheit bringt aber erst die Verordnung. „Es sollte nicht wieder so sein, dass sie am Sonntagabend notverkündet wird“, erklärt Boch. Der Einzelhandel habe bewiesen, dass er über gute Hygienekonzepte verfüge und verantwortungsvoll handeln könne.

IHK-Geschäftsführer fordert für Region einheitliche Öffnung

Eine einheitliche Öffnung für den regionalen Einzelhandel fordert Martin Keppler, Hauptgeschäftsführer der IHK Nordschwarzwald. Andernfalls gebe es Wettbewerbsverzerrungen und Einkaufstourismus, befürchtet er. Denn während in Pforzheim, Enzkreis und Landkreis Freudenstadt die Inzidenzwerte unter 50 liegen, sind sie im Landkreis Calw leicht über 50.

Dem Bund-Länder-Beschluss zufolge dürfte man dort also nur nach Terminvergabe einkaufen. „Das hiesige Gesundheitsamt sollte ab sofort mit der Bekanntgabe der Zahl der Neuinfektionen auch offenlegen, wie groß dabei der Anteil der nicht rückverfolgbaren sowie der umgekehrt zu lokalisierenden Infektionen ist“, erklärt Erik Schweickert, FDP-Landtagsabgeordneter im Enzkreis. Er fordert eine klare Kommunikation darüber, wie viele Neuinfektionen lokalisierbar sind.

Im Wildpark könnte es am Montag losgehen

Wildpark- und Museumsbesuche sind voraussichtlich ab einer Inzidenz zwischen 100 und 50 erlaubt. Ohnehin läuft dort alles nur mit Terminvergabe und Dokumentation.

„Mit zwei Maus-Klicks haben wir das Buchungssystem scharf gestellt“, verdeutlicht Schwarz, wie schnell im Wildpark alles gehen kann – sobald man besagte Vorgabe in Händen hält. Dann werde das Portal auf www.pforzheim.de wieder erreichbar sein, ergänzt Rathaus-Mitarbeiterin Natalie Hüeber. Einlass wird nur mit gültigem Onlineticket gewährt. Hüeber erinnert an das bewährte Hygienekonzept vom vergangenen Herbst mit AHA-Regeln auf dem gesamten Gelände sowie Maskenpflicht in Eingangsbereich und Toiletten.

Es wird ein schönes Come-together zwischen Mensch und Tier.
Carsten Schwarz, Wildpark-Leiter

„Den öffentlichen Druck aus der Bevölkerung, ,ihren‘ Wildpark endlich wieder besuchen zu können, spüren wir enorm“, sagt Hüeber. Schwarz berichtet von unzähligen Anrufern, die immer wieder wissen wollen, wann sie Fischotter, Waldrapp und Co wieder in Augenschein nehmen dürfen. Es sei den Leuten zuletzt nicht mehr zu vermitteln gewesen, dass der Wildpark noch zu ist.

„Es wird ein schönes Come-together zwischen Mensch und Tier“, sagt Schwarz und ist sicher: „Die Langeweile ist bei den Tieren inzwischen mindestens so groß wie bei einer jungen Familie ohne eigenen Garten.“

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