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Planungs- und Umweltausschuss

Holzhochhaus „Carl“ in Pforzheim stört die Frischluftzufuhr der Gegner

Etliche Wohnbauprojekte mit stadtbildprägender Bedeutung für Pforzheim sind einen Planungsschritt weitergekommen. Dafür sorgte der Planungs- und Umweltausschuss.

Raum für einen Ehrenbürger: Dr. Walter Witzenmann wird der Platz gewidmet, der bald durch die Erweiterung des Sparkassengebäudes (rechts) verdeckt sein wird. Foto: Daniel Streib

Stadtbildprägendes hat die Sitzung des Planungs- und Umweltausschusses an diesem Mittwoch bestimmt. Es wurden Bebauungspläne für das neue Sozialrathaus an Stelle des alten Sinn-Leffers und das Holzhochhaus „Carl“ aufgerufen, die Jury-Entscheidung für „Wohnen im Norden“ fand breite Unterstützung und eine große Wohnbebauung in der nördlichen Frankstraße wurde auf den Weg gebracht.

Außerdem widmete das Gremium dem Büchenbronner Bebauungsplan „Obere Lehen“ viel Aufmerksamkeit bevor es einmütig für einen Dr.-Walter-Witzenmann-Platz zwischen Marktplatz und Blumenstraße stimmte.

„Es werden immer wieder Dinge behauptet, die nicht den Tatsachen entsprechen“, kommentierte Bürgermeisterin Sibylle Schüssler (Grüne) zum Thema „Wohnen im Norden“. Sie eröffnete mit der Zurückweisung von zahlreichen Behauptungen der Bürgerinitiative Nord und der FDP eine nahezu einmütige Unterstützung für die Jury-Entscheidung, mit dem Konzept aus dem Büro Koschuch das Gebiet zu entwickeln.

Die CDU knüpft ihr Ja zu den „visionären Ansätzen für die nächsten fünf bis 20 Jahre“ an Forderungen, so Andreas Sarow: Die Bewohner dürften nicht in ihrer Existenz gefährdet werden und ein anderes konventionelles Baugebiet solle schnell gebaut werden. „Das ist eine organische Entwicklung des Gebiets aus sich heraus“, befand Norbert Sturm (AfD).

Sunita Vimal (Grüne) unterstrich die Bedeutung von neuem Wohnraum für die junge Generation und auch die SPD folgte ohne Abstriche dem Konzept für das Gebiet zwischen Wilferdinger Höhe und Autobahn.

Die größten Bedenkenträger beteiligen sich nicht.
Axel Baumbausch, Grüne Liste

„Dass die größten Bedenkenträger sich an dem Prozess nicht beteiligen“ nannte Axel Baumbusch (Grüne Liste) ärgerlich. Totalverweigerung sei nicht zielführend, kommentierte Christof Weisenbacher (WiP/Linke). Bei den Gegnern sagte Janis Wiskandt (FDP): „Da steckt so viel hinter dieser Vorlage, was wir nicht begrüßenswert finden.“ „Keine echte Bürgerbeteiligung“ bemängelte Bernd Zilly (UB/FW).

Mit Hinweisen zu Parken und Bestandsschutz sowie drei Enthaltungen passierte der vorhabenbezogene Bebauungsplan mit Offenlage fürs Sozialrathaus mit Edeka an der Leopoldstraße das Gremium. Sechs, beziehungsweise vier Geschosse in der Lammstraße, seien am Bestand orientiert, erläuterte Sonja Huber vom Planungsamt. Jugendgemeinderat Leon Meyer merkte an, es fehle ein Anziehungspunkt für Jugendliche.

Den Wünschen des Ortschaftsrats Büchenbronn zugetan, aber dann doch mit einer Ausnahme auf der Linie des Verwaltungsvorschlags zeigte sich der Ausschuss beim Entwurf „Obere Lehen“.

Allgemeines Wohngebiet mit nichtstörendem Gewerbe

Damit bleibt es beim Allgemeinen Wohngebiet, das nichtstörendes Gewerbe wie Frisör oder Steuerberatung erlaubt, und auf eine Erschließung über die nicht ausgebaute Grünbacher Straße auch mit Rücksicht auf mögliche Kosten für jene, die dort bauen, verzichtet.

Dass „ein sehr attraktives Projekt, mit dem Pforzheim bundesweit strahlen kann“, wie CDU-Fraktionschefin Marianne Engeser urteilt, hohes Spaltpotenzial haben kann, zeigte sich beim Satzungsbeschluss für das Holzhochhaus „Carl“. Das Projekt der Baugenossenschaft Arlinger an der Wildbader Straße werde die Frischluftzufuhr aus dem Enztal stören, sei am Stadteingang nicht angebracht, habe störende Wirkung auf die Umgebung und nehme dem TV Brötzingen die Parkplätze weg, argumentierten die Gegner von AfD sowie UB/FW.

Kein Problem „den Stadteingang mit einem markanten Gebäude zu betonen“, sah dagegen Dorothea Luppold (SPD). „Es kann nur besser werden“, meinte Axel Baumbusch. Außerdem gebe es so gut wie keine Wohnbebauung an der Stelle. „100 Prozent Aufwertung“ sieht auch Sunita Vimal in dem für Constantin Heel (Junge Liste) „rundum gelungenen Projekt“.

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