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Kritik an Toilette

Rastplatz am Kämpfelbach Nord im Check: „Grundsolide, aber auch nicht mehr“

Tester des Auto Clubs Europa waren auf dem Rastplatz am Kämpfelbach Nord im Einsatz. Dabei hat ihnen vieles gut gefallen – doch es gab eine unschöne Überraschung.

Michael Walter (links) und Elias Schempf vom Auto Club Europa stehen vor einem Toilettenhäuschen mit Notrufsäule
Michael Walter (links) und Elias Schempf vom Auto Club Europa haben den Rastplatz am Kämpfelbach Nord getestet. Gut kamen die Notrufsäule und die vielen Mülleimer an, schlecht schnitt die Toilettenanlage ab. Foto: Nico Roller

Viel Betrieb herrscht am Dienstagnachmittag nicht auf dem Rastplatz am Kämpfelbach Nord. Auf den Asphaltflächen sind ein paar Lastwagen und einige Autos geparkt.

Auf den Bänken und an den Tischen haben sich Reisende niedergelassen, einige allein, andere mit der Familie. Immer wieder läuft jemand zu dem kleinen Häuschen, in dem die Toiletten untergebracht sind.

Während auf der Autobahn die Fahrzeuge vorbeirauschen, sind Elias Schempf und Michael Walter mit dem Klemmbrett unterwegs. Sie inspizieren den Rastplatz und vergeben einen Punkt für alles, was vorhanden ist und funktioniert.

Tester besuchen Rastplätze immer zweimal

Beide sind vom Auto Club Europa (ACE), Schempf ist Regionalbeauftragter und Walter einer von bundesweit rund 800 ehrenamtlich Engagierten. Rund 1.500 unbewirtschaftete Rastplätze wie den am Kämpfelbach Nord gibt es in Deutschland, 500 von ihnen inspiziert der ACE – jeden zweimal, um einen realistischeren Eindruck zu bekommen und fairer bewerten zu können. Die Aktion läuft bereits seit April und wird im September enden. Gut die Hälfte der 500 Rastplätze sind bereits geschafft.

Regionale Unterschiede hat man dabei laut Schempf nicht feststellen können. Eine Rolle spiele dagegen die Frequenz und die Frage, ob gerade Ferienzeit ist. Für ihn haben Rastplätze eine große Bedeutung für die Verkehrssicherheit.

Schließlich bieten sie Gelegenheit, um beim Fahren Pausen einzulegen, sich die Beine zu vertreten und sich zu entspannen. „Gerade jetzt, nach der Corona-Krise, sind die Menschen wieder vermehrt unterwegs“, sagt Schempf.

Auf dem Rastplatz am Kämpfelbach Nord gehen er und Walter auf ihrer Liste einen Punkt nach dem anderen durch. Unter anderem schauen sie, ob es einen baulich getrennten Gehweg gibt. Das ist der Fall und wird ebenso positiv vermerkt wie der Umstand, dass es drei Behindertenparkplätze mit abgesenktem Bordstein gibt, alle drei direkt vor dem Toilettenhäuschen.

Gut kommen auch die beiden Notrufsäulen an: Eine befindet sich direkt neben den Toiletten, die andere ist weniger leicht zu finden: Ein schmaler Weg und eine Treppe führen an den Rand der Autobahn, wo sie direkt neben der Leitplanke steht.

Punktabzug für Toilette und Beleuchtung

Bei der Beleuchtung gibt es dagegen Abzug: Eine einzige Straßenlampe vor dem Toilettenhäuschen ist den beiden Testern dann doch zu wenig. Bei der Sauberkeit kann der Rastplatz wieder punkten, auch dank der vielen Mülleimer.

Zwar liegt einiges an Papier und Zigarettenstummeln herum, doch das lässt sich laut Schempf nicht vermeiden. „Man muss das relativ sehen und das hier hält sich wirklich noch im Rahmen.“

Im Gegensatz zur Toilette: Die fällt bei den Testern durch. Zwar funktioniert die Beleuchtung und es gibt ein barrierefreies Behinderten-WC – aber die allgemeine Sauberkeit lässt an diesem Tag nach Schempfs Meinung stark zu wünschen übrig.

Drei Toiletten haben er und Walter inspiziert: Seife und Toilettenpapier habe es in keiner gegeben, alle sind aus ihrer Sicht „durchweg schmutzig“ gewesen. In einer hätten sie sogar eine benutzte Windel gefunden. Doch das ist laut Schempf eher die Ausnahme: „Die meisten Toiletten sind sauberer und besser als man allgemein denken würde, wir waren da positiv überrascht.“

Rastplatz am Kämpfelbach Nord punktet mit Ausstattung

Bei der Ausstattung kann der Rastplatz am Kämpfelbach Nord dann doch wieder einiges wettmachen: Es bietet Sitzmöglichkeiten mit Tischen und großzügige Grünflächen, auf denen während des Tests eine Mutter mit ihrem Sohn Basketball spielt.

Einziges Manko ist der fehlende Lärmschutz. Dabei ist der laut Schempf wichtig für die Fahrer von Lastwagen, die dort übernachten. Unterm Strich bekommt der Rastplatz zehn Punkte und liegt damit noch im guten Bereich. Schempf bezeichnet ihn als „grundsolide, aber auch nicht mehr“. Das Endergebnis steht allerdings erst in ein paar Wochen fest, wenn die Tester des ACE das zweite Mal vor Ort waren.

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