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Finanzspritze für ikonisches Gebäude

Reuchlinhaus-Fassade in Pforzheim soll wieder leuchten und glänzen wie früher

Oberbürgermeister Boch und Kulturdezernentin Schüssler konnten eine Zuwendung zur Sanierung des Reuchlinhauses in Empfang nehmen. 35.000 Euro aus Erträgen der Lotterie Glücksspirale werden zur Erneuerung der Glasfassade verwendet.

Menschen mit symbolischem Scheck
Oberbürgermeister Peter Boch und Baudezernentin Sibylle Schüssler freuen sich über die Zuwendung aus Lotterieerträgen, die Wolfgang Riehle, Vorstandsmitglied der Denkmalstiftung, und der Geschäftsführer der staatlichen Toto Lotto GmbH, Georg Wacker (von links), symbolisch überreichten. Foto: Birgit Metzbaur

Das Reuchlinhaus bekommt seine ursprüngliche Fassade wieder. Mit Ornamentglas-Modulen, die das Haus wieder zum Leuchten und Glänzen bringen sollen. Das Besondere an den Glasmodulen erklärte Reinhard Wahl von der Pforzheimer Fensterbau: Die Ornamentik ist waagrecht angeordnet. „Doch bei Lichteinfall schafft sie es, eine vertikale Spiegelung zu erzeugen“, schwärmt Wahl.

Bereits in der Broschüre, die zur Eröffnung des Lehmbruck-Gebäudes 1961 erschienen ist, sei dieser Effekt beschrieben worden, erklärte Wahl den Anwesenden, die am Donnerstagmittag ins Reuchlinhaus gekommen waren.

Glasfassaden-Sanierung ist eine technische Herausforderung

Der Anlass war ein freudiger: Oberbürgermeister Peter Boch (CDU) und Kulturdezernentin Sibylle Schüssler (Grüne) konnten von Wolfgang Riehle, dem Vorstandsvertreter der Denkmalstiftung Baden-Württemberg, einen symbolischen Scheck in Höhe von 35.000 Euro entgegennehmen. Die Zuwendung wurde zur Erhaltung und Pflege des Kulturdenkmals gewährt; konkret, um die Verglasung an der Gebäudefassade instand zu setzen. Es ist die zweite Sanierungsmaßnahme an der Fassade des Reuchlinhauses.

Reuchlinhaus
Die Glasmodul-Fassade des Reuchlinhauses, hinter der das Schmuckmuseum beheimatet ist, soll vor Weihnachten fertig saniert sein. Foto: © SMP, Foto Valentin Wormbs

In den 1980er Jahren sei gewöhnliches Ornamentglas verwendet und jeweils zwei Scheiben mit Gießharz verklebt worden. Doch Gießharz ist nicht UV-beständig, erklärte Wahl. Die Folge war, dass die Scheiben alle möglichen Farben annahmen, aber keine Transparenz mehr vorhanden war.

Die jetzige Sanierung sei eine technische Herausforderung gewesen. Reihenweise habe es Absagen gehagelt, als es darum ging, ein Sicherheitsglas herzustellen. Die Firma Reli Glastechnologie aus Eppingen hat es schließlich jedoch geschafft, die Glasmodule herzustellen.

Eine architektonische Ikone.
Baudezernentin Sibylle Schüssler
über das Reuchlinhaus

„Wir kommen aus dem Reuchlinjahr“, erinnerte Boch, nächstes Jahr werde das Reuchlinhaus im Rahmen der Ornamenta im Mittelpunkt stehen und durch die Sanierung in neuem Glanz strahlen. Umso mehr mache ihn stolz, der Bevölkerung und den Gästen der Stadt zeigen zu können, „was für ein Schmuckstück wir hier vor Ort mit dem Reuchlinhaus haben“. Ein Drittel der Geldleistung werde mit der Zuwendung abgedeckt, zeigte sich der Oberbürgermeister dankbar.

Das Reuchlinhaus sei „eine architektonische Ikone“, ergänzte Schüssler. Als Baudezernentin sei es ihr ein ganz wichtiges Anliegen, den Bau so zu erhalten, wie der Architekt Lehmbruck ihn sich vorgestellt hat. 1953 hatte er den Architekturwettbewerb für den Entwurf gewonnen. Das Reuchlinhaus gilt als erster Museumsbau der Nachkriegszeit.

Die Mittel der Denkmalstiftung stammen aus der Lotterie GlücksSpirale, die zu Lotto BW gehört. Die staatliche Lotterie sei ein gemeinwohlorientiertes Landesunternehmen, das nach dem Grundsatz handele: „Tue Gutes und rede darüber“, erklärte der Geschäftsführer von Lotto Baden-Württemberg, Georg Wacker. Seine Gesellschaft führe eine Million Euro täglich an das Land für Zwecke des Gemeinswohls ab. Einer der Förderschwerpunkte ist dabei die Denkmalpflege.

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