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Jahresrückblick – Januar bis März

Landtagswahl: Grünen-Politiker Felix Herkens nimmt der AfD in Pforzheim Direktmandat ab

Er geht in den Landtagswahlkampf, um der AfD das Direktmandat abzuknöpfen. Als am Abend des 14. März die Ergebnisse feststehen, ist Felix Herkens dennoch überrascht.

Felix Herkens holt bei den Landtagswahlen im März für die Grünen in Pforzheim das Direktmandat. Foto: Lena Lux

Bei den Landtagswahlen im März gelingt Stadtrat Felix Herkens eine kleine Sensation: Der Jungpolitiker knöpft dem AfD-Abgeordneten Bernd Grimmer das Direktmandat ab. Das ist zwar erklärtes Ziel des damals 24-Jährigen, der für den Wahlkreis 42 als Kandidat der Grünen antritt.

Dass er es mit einem so deutlichen Ergebnis von 26,2 Prozent der Wählerstimmen erreichen würde, während die AfD in Pforzheim auf 15,8 Prozent abrutscht, überrascht Herkens dann doch. Mit dem Wahlerfolg macht er sich selbst das schönste Geschenk zum 25. Geburtstag, den er am Tag nach der Wahl feiert.

Bedeutender jedoch ist, dass er für seine Partei ein Trauma beendet, das die Landtagswahl fünf Jahre davor ausgelöst hat, als die Grünen um 59 Stimmen den Einzug ins Landesparlament verpassten, während die AfD triumphieren durfte.

Jungpolitiker holt 26,2 Prozent der Wählerstimmen

Herkens hat sich auch vorgenommen, Pforzheims starke Stimme im Land zu sein. Am Ende des Jahres wird er sich eine gute Note ausstellen.

Im Sommer übernimmt er im Landtag den Vorsitz des grünen Arbeitskreises Wirtschaft, von seiner Fraktion wird er zum Sprecher für arbeitsmarktpolitische Themen gewählt. Es freut ihn, dass er als neuer Abgeordneter gleich eine solche Verantwortung übertragen bekommt.

Es ist eines seiner Herzensanliegen, den großen Wandel in der Wirtschaft gemeinsam mit Unternehmen sozial zu gestalten, vor dem Hintergrund des Erhalts von Arbeitsplätzen.

Als neuer Abgeordneter gleich in verantwortungsvoller Funktion

Sein erstes Jahr in der großen Politik wird von Corona dominiert. Dass Baden-Württemberg gleich zu Beginn der Pandemie Förderlücken des Bundes in der Überbrückungshilfe geschlossen hat, die besonders Künstlern und Soloselbstständigen zugute kommt, schreibt er den Grünen zu.

Seine neuen Kontakte nutzt er, um etwa beim Sozialministerium um Impfstoff für seine Heimatstadt zu werben, die in der Pandemie wegen zu hoher Inzidenzen und niedriger Impfquote aus den negativen Schlagzeilen nicht herauskommt.

Weil für Herkens Politiker Vorbildfunkton haben, ist es für ihn keine Frage, im Dezember beim Impfmarathon im Congresscentrum mitzuhelfen, um als Impfpate gemeinsam mit anderen lokalen Politikern der Kampagne ein Gesicht zu geben und Menschen die Angst zu nehmen.

Viel Aufhebens macht er darum nicht, so wenig wie um sein Engagement in der Pforzheimer Aids-Hilfe. Laut oder gar polemisch sind auch Herkens’ Redebeiträge nicht, ob im Stadtparlament oder im Landesgremium: Der Student der Sozial- und Kommunikationswissenschaften setzt lieber darauf, durch klare Analysen und Fakten zu überzeugen, denn andere zu übertönen.

Seit Jahren engagiert als Schiedsrichter im Blinden-Fußball

Übertönen muss Felix Herkens seine Umgebung anderswo: Auf dem Fußballplatz, wenn er ein Spiel in der Blindenfußball-Bundesliga pfeift. Leidenschaftlicher Fußballer ist Herkens seit seiner Kindheit, seit eineinhalb Jahren steht er bei der Spielvereinigung Dillweißenstein im Tor.

Als er vor acht, neun Jahren bei einem Hallenturnier gefragt wird, ob er nicht Lust habe, sich als Blinden-Schiedsrichter zu engagieren, sagt er begeistert zu. Der junge Pforzheimer hat von Geburt an nur 20 Prozent Sehkraft auf einem Auge; das gleicht das andere zwar aus, aber er weiß, wie es ist, mit Einschränkungen zu leben.

Blinde müssen auch Sport treiben können.
Felix Herkens, Grünen-Politiker

Dank seiner neuen Stuttgarter Kontakte gelingt es ihm, Sozialminister Manfred Lucha zum Besuch eines Spieltags zu überreden. „Blinde müssen die Möglichkeit haben, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen, Sport treiben zu können“, sagt Herkens und er will dabei helfen, sie in den Fokus zu rücken, ihnen in der Öffentlichkeit ein Gesicht und eine Stimme zu geben.

Und ihm selbst, so sagt er, helfen diese Erfahrungen, sich weiterzuentwickeln. „Ich bin froh, über das Ehrenamt mit Menschen aus den unterschiedlichsten Lebensbereichen in Kontakt zu kommen.“

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