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Laufend, schwimmend, radelnd

Rund um den Globus: Extremsportler Jonas Deichmann berichtet in Pforzheim von seiner Tour

Extremsportler Jonas Deichmann weiß sich immer zu helfen bei seinen Rekordtouren rund um den Globus. Was macht er, wenn die Fahrradkette total vereist ist, wie damals am Baikalsee? „Einfach draufpinkeln“, berichtet er in Pforzheim.

Jonas Deichmann_Preparation Norway for the first „Triathlon around the world“
Schwimmend in Norwegen: Jonas Deichmann bereitete sich dort für den ersten Triathlon um den Globus vor. Foto: Markus Weinberg

Was er macht, ist extrem und spektakulär. Doch wenn man ihn auf der Bühne sieht und sprechen hört, wie am Samstagabend im Open Air Kino im Kulturhaus Osterfeld im Anschluss an den Film „Jonas Deichmann – Das Limit bin nur ich“, dann steht da einfach ein Mann, der das Leben in vollen Atemzügen genießt und seine Träume verwirklicht: Jonas Deichmann. Ein Abenteurer.

In Kooperation mit dem Kommunalen Kino und dem Kulturhaus setzte Critical Mass mit dem Dokumentarfilm „ein Zeichen für bessere Radwege, mehr Klimaschutz und globalen Frieden“.

Deichmann ging in Pforzheim zur Schule und kehrt regelmäßig in die Goldstadt zurück, um von seinen Abenteuern zu erzählen. Die jüngste Unternehmung führte den Extremsportler einmal um den Globus.

Strecke des Ex-Pforzheimer Extremsportlers entspricht 120 Ironman-Triathlons

Laufend, schwimmend und Fahrrad fahrend. Eine Strecke, die 120 Ironman-Triathlons entspricht: 460 Kilometer Schwimmen, 21.600 Kilometer Radfahren und 5.000 Kilometer Laufen. Und als wäre das nicht genug, machte er diesen Trip auch noch zu Zeiten der Pandemie, als Grenzen geschlossen wurden und Reiserouten spontan umgeplant werden mussten.

Wie man die Herausforderungen schaffen kann? „Einfach machen. Der beste Zeitpunkt ist jetzt“. Dass er selbst nach diesem Motto handelt, glaubt man ihm aufs Wort, wenn man sieht, wie er vor der Schwimmstrecke in Kroatien in die Kamera spricht: „In fünf bis sechs Wochen sehen wir uns wieder“, ins Wasser springt und los schwimmt.

14 Monate unterwegs und meistens allein

14 Monate lang war Deichmann unterwegs: Von München mit dem Rad über die Alpen nach Kroatien. Dort schwamm er die Küste entlang bis nach Dubrovnik. Mit dem Fahrrad ging es weiter bis nach Wladiwostok an der Pazifikküste. In der endlosen Weite Russlands schlug er auf dem Baikalsee sein kleines Zelt auf.

Es geht immer weiter, vielleicht sogar auf einer besseren Route.
Jonas Deichmann, Extremsportler

Zwischendurch wurde es kalt. Sehr kalt. Doch der Abenteurer weiß sich zu helfen. Die Radkette ist total vereist? „Einfach draufpinkeln.“ Und wenn es mal nicht weiter geht? „Es geht immer weiter. Vielleicht nicht auf dem geplanten Weg, aber vielleicht sogar auf einer besseren Route.“

Unterwegs war er häufig allein. Nicht so in Mexiko, wo er als „deutscher Forrest Gump“ zum Phänomen und auf seinen Tagesetappen von einheimischen Läufern begleitet wurde. Der Laufteil fand komplett in Mexiko statt: jeden Tag einen Marathon von Tijuana nach Cancún. Die letzte Etappe folgte dann wieder in Europa, von Portugal zurück nach München.

Deichmann hat mehrere Weltrekorde aufgestellt

Deichmann ist mehrfacher Weltrekordhalter, hat als Schnellster mit dem Fahrrad die Strecken vom Nordkap nach Kapstadt, Panamerika sowie Eurasien und Europa in West-Ost Richtung durchquert. Rekorde nimmt er gerne mit, doch worum es ihm eigentlich geht, sind „die Erlebnisse und Erfahrungen“, die er unterwegs macht.

Ex-Pforzheimer plant bereits sein nächstes Abenteuer

1987 in Stuttgart geboren, wuchs Deichmann in Grunbach und Pforzheim auf, besuchte die Fritz-Erler-Schule und arbeitete nach dem Studium in München. Als Kind hatte er seinen Opa als Vorbild vor Augen, der in die afrikanische Elfenbeinküste auswanderte und dort heimisch wurde. Jonas Deichmann ist noch nirgends heimisch, ihn zieht es immer weiter. Das nächste Abenteuer ist bereits in Planung. Er wird „wieder einmal die Welt auf neue Art und Weise, wie noch nie zuvor gemacht, erkunden. Der Bart wird länger“. Konkretes ist noch streng geheim. Birgit Metzbaur

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