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Goethes Bekenntnis zu Aufklärung

Atemberaubende Geschichte in schönstem Versmaß: „Iphigenie auf Tauris“ am Theater Pforzheim

Dass das Theater Pforzheim zum Auftakt der Spielzeit im Podium einen Klassiker präsentiert, ist ungewöhnlich. Doch Goethes Drama „Iphigenie auf Tauris“ verhandelt Themen, die zeitlos sind: Es geht um Unfreiheit, den Verlust der Heimat, um Gewalt und Mitgefühl.

Im Zwiespalt: Iphigenie (Nika Wanderer) steht vor einer schwierigen Entscheidung. Foto: Sabine Haymann

Die Spielzeiteröffnung im Podium setzt ausnahmsweise nicht auf ein zeitgenössisches Werk, sondern auf Goethes Bearbeitung von Euripides‘ „Iphigenie“-Drama. Der Stoff ist für einen Neustart wie geschaffen, urteilt das Theater Pforzheim. Denn er stelle die Suche nach „neuen“ Werten der Gesellschaftsordnung in den Mittelpunkt.

Den Inhalt fasst das Theater in einer Pressemitteilung zusammen: Die griechische Königstochter Iphigenie stammt aus dem Geschlecht des Tantalus, das erblich bedingt mit einem Götterfluch belegt ist und sich deshalb seit Generationen durch Gewalt und innerfamiliären Mord auszeichnet.

Glücklicherweise wurde Iphigenie von der Göttin Diana vor dem sicheren Opfertod gerettet und nach Tauris gesandt, wo sie als Priesterin dient. Schlechter ging es ihrem Bruder Orest, der den Mord an seinem Vater mit Muttermord rächte und seitdem von den Furien der Unterwelt in den Wahnsinn getrieben wird.

„Iphigenie“ in Pforzheim: Am kommenden Samstag zeigt die Stadtbühne das Goethe-Drama im Podium: Die Szene zeigt Peter Donath (Thoas) und Nika Wanderer (Iphigenie). Foto: Sabine Haymann

Eine besondere Geschichte am Theater Pforzheim mit zeitlosen Themen

Als ihm der Gott Apollo Erlösung verspricht, wenn er die Schwester zurück nach Griechenland bringt, macht er sich auf den Weg nach Tauris. Iphigenie muss sich entscheiden: Hintergeht sie den taurischen König Thoas, der sie zur Ehe drängt, und flüchtet mit Orest oder appelliert sie an Thoas‘ Menschlichkeit?

Mit dem Drama „Iphigenie auf Tauris“ gibt es im Podium zum Auftakt der Saison einen Klassiker. Die Szene zeigt Fredi Noël (Arkas) und Nika Wanderer (Iphigenie). Foto: Sabine Haymann

Als Vorlage diente Goethe das antike Euripides-Werk „Iphigenie bei den Taurern“. Eine erste Prosafassung seiner „Iphigenie“ schrieb Goethe bereits 1779, wandelte den Text aber während seiner Italienreise ab 1786 in ein Versdrama um.

In den schönsten Jamben der deutschen Literaturgeschichte erzählt das Stück eine immer wieder atemberaubende Geschichte von Heimatverlust, Gewalt und Mitgefühl, Schuld und Vergebung, Unfreiheit und Selbstbestimmung. Thomas Mann galt Goethes „Iphigenie auf Tauris“ als perfektes Kunstwerk.

Service

Mit Nika Wanderer, Peter Donath, Daniel Kozian, Timon Schleheck und Fredi Noël; für Inszenierung und Bühnenbildkonzept zeichnet Annegret Ritzel verantwortlich; das Bühnenbild haben Sebastian Dierer und Melanie Kalkofen umgesetzt; für Kostüme sind Gera Graf/ und Annegret Ritzel zuständig.

Premiere ist am Samstag, 18. September um 20 Uhr im Podium; weitere Vorstellungen sind am 22., 24. und 25. September sowie an weiteren Terminen im Laufe der Spielzeit.

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