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Lockerungen mit Vorsicht

Weniger Covid-19-Patienten und etwas Optimismus in den Pforzheimer Kliniken

Dank niedriger Inzidenzen und weniger Corona-Patienten kommt in den Pforzheimer Kliniken Optimismus auf. Doch der Direktor des Siloah St. Trudpert Klinikums warnt vor steigenden Zahlen im Herbst.

Die Tür ist wieder offen: Patienten dürfen in der Helios Klinik Besucher empfangen – davon ausgenommen sind die Verdachts- und die Isolierstation Foto: Stefan Friedrich

Sinkende Inzidenzwerte führen auch zu sinkenden Belegungszahlen auf den Covid-19-Stationen in den Pforzheimer Kliniken. Der Blick geht daher optimistisch auf die kommenden Wochen, trotzdem sind sowohl das Siloah St. Trudpert Klinikum als auch das Helios Klinikum auf eine mögliche vierte Welle vorbereitet und mahnen weiter zur Vorsicht.

Im Helios Klinikum lagen am Donnerstag noch vier Patienten auf der Intensivstation, zwei von ihnen sind jünger als 50 Jahre. Auch im Siloah werden derzeit noch vier Patienten auf der Intensivstation behandelt, weitere sechs am Virus erkrankte Personen und drei Verdachtsfälle liegen auf der Covid-19-Station, teilt das Klinikum mit.

Sie sind „mittleren und höheren Alters, darunter auch einige, die schon mehrere Wochen bei uns sind und zum Teil sauerstoffpflichtig sind“, erklärt der Krankenhausdirektor des Siloah St. Trudpert Klinikums, Ulrich Schulze. „Erfreulicherweise befinden sich aber auch viele in einem stabilen Zustand.“

Insgesamt bedeuten die sinkenden Zahlen eine „spürbare Entlastung“ für die Kollegen, gleichwohl auch weiterhin alle Hygiene- und Vorsichtsmaßnahmen greifen und Isolationsbereiche vorbehalten werden. „Die Trennung in Covid-19-Bereiche und reguläre Bereiche wird uns noch lange erhalten bleiben“, vermutet Schulze. „Auch die Screening- und Teststation am Eingang erfordert zusätzlichen Einsatz von Kräften vor Ort und im Labor.“ Trotzdem sei die reguläre Versorgung von Notfällen und geplanten Behandlungen in allen Bereichen gesichert.

Besuchsverbot gelockert: Patienten in Pforzheim dürfen einen Besucher pro Tag empfangen

Aufgrund der positiven Entwicklung wurde jüngst sogar das strikte Besuchsverbot für Besucher gelockert. Jeder Patient darf inzwischen pro Tag von einer Person besucht werden. Davon ausgenommen sind lediglich die Verdachts- und Isolierstationen, teilt Silke Bentner, Abteilungsleiterin Marketing- und Unternehmenskommunikation beim Helios Klinikum, mit. Besucher müssen jedoch geimpft oder vollständig genesen sein, respektive negativ getestet.

Zudem dürfen sie das Haus nur mit einer FFP2-Maske betreten und müssen sich dazu verpflichten, die geltenden Abstands- und Hygieneregeln einzuhalten. Ist bereits ein Besucher im Zimmer, dann müsse man warten, bis dieser wieder gegangen ist, so Bentner.

„Diese Maßnahmen zeigen, dass wir noch nicht von Normalbetrieb sprechen können und wie wichtig es ist, dass weiterhin die vorgegebenen Hygieneregeln konsequent eingehalten werden müssen.“ Ohnehin lasse sich derzeit noch nicht abschätzen, welchen Einfluss die Mutationen haben werden, „die sich weltweit entwickeln“, gibt Schulze zu bedenken.

Möglicher Anstieg der Inzidenzen im Herbst?

Auch wenn die Klinik optimistisch in die nächsten Wochen blickt angesichts weiter voranschreitender Schutzimpfungen, ist sein Appell an die Menschen: „Wir müssen weiter gemeinsam die nächsten Schritte gehen und dabei die Vorsichtsmaßnahmen trotz aller Lockerungen nicht außer Acht lassen.“

Im Moment rechnet er zwar mit einer Entspannung in den Sommermonaten, „aber auch mit einem erneuten Anstieg“ im kommenden Herbst. Wer bis dahin geimpft ist, wird es vermutlich etwas gelassener angehen können: „Keiner der Covid-19-Patienten, die aktuell in der Behandlung sind, war bereits vollständig geimpft“, weiß Schulze. Dass die Impfungen das Pandemiegeschehen beeinflussen, da sei man sich sicher.

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