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Theater im Dunklen

Zur Earth Hour macht das Kulturhaus Osterfeld in Pforzheim das Scheinwerferlicht aus

Wegen der Energiekrise ist an vielen öffentlichen Orten nachts das Licht sowieso aus. Im Pforzheimer Kulturhaus Osterfeld hat man trotzdem einen Weg gefunden, um ein Zeichen zu setzen.

Mit einer Gitarre und zwei Stimmen beim Earth Hour-Bühnenprogramm im Kulturhaus Osterfeld: Maren und Oliver von Blindside Acoustic unplugged
Mit einer Gitarre und zwei Stimmen beim Earth Hour-Bühnenprogramm im Kulturhaus Osterfeld: Maren und Oliver von Blindside Acoustic. Sie spielten unplugged. Foto: Birgit Metzbaur

Licht aus für den Klimaschutz: Immer am letzten Samstag im März ist Earth Hour. Auf der ganzen Welt. Von 20.30 bis 21.30 Uhr ist jeder dazu aufgerufen, das Licht für den Klimaschutz auszumachen. Weltweit folgen Einrichtungen dieser Initiative des WWF (World Wide Fund For Nature).

Eine Stunde lang gehen die Lichter am Times Square in New York aus, am Opernhaus in Sydney, am Brandenburger Tor in Berlin – und eigentlich auch an öffentlichen Gebäuden in der Pforzheimer Innenstadt.

Wegen der Energiekrise sind die meisten Lichter dort, wo es nach Ansicht der Stadt möglich ist, hier freilich schon seit Monaten ausgeknipst. Kein auffälliger Unterschied also zu diesem Samstagabend. Symbolträchtiges lieferte zur Earth Hour dennoch das Kulturhaus Osterfeld.

Amateurtheaterverein Kultur Osterfeld erarbeitet Programm für die Dunkelheit

Nicht nur die Außenbeleuchtung sollte aus bleiben. Noch eindrucksvoller wäre es, wenn auch bei einer normalen Bühnenveranstaltung die Lichter ausgingen, dachte man sich. Gedacht, getan. Vier Gruppen des Amateurtheatervereins Kultur Osterfeld erarbeiteten ein buntes Theater-Programm im Dunkeln, berichtete Theaterpädagogin Stefanie Gutekunst im Gespräch mit dieser Redaktion am Rande der Veranstaltung am Samstagabend.

Zu Beginn war alles wie immer. Doch dann ging das Scheinwerferlicht auf der Bühne im Großen Saal langsam aus, das Geschehen setzte sich im Dunklen fort. Nicht nur auf der Bühne. Auch aus dem Zuschauerraum heraus beteiligten sich die Mitwirkenden.

Da hörte man Statements von Politikern, Wirtschaftsgrößen und Wissenschaftlern, alle mit einer Stoßrichtung: „Wir müssen was tun, um den Planeten zu schützen.“ Auch die Bedeutung des Lichts wurde reflektiert.

Musik kommt unplugged – auch aus dem Zuschauerraum

Schnell gewöhnten sich die Augen der Besucher an die Dunkelheit – die Notbeleuchtung half dabei. Die Improvisationstheater-Gruppe stellte ein Bewerbungsgespräch und eine Märchenszene nach Wünschen des Publikums nach. Eine andere Sequenz erinnerte daran, dass manch klassische Theaterszene von der Dunkelheit lebt. Und dann gab es da die Lichter, die ohne Strom aus der Steckdose auskommen: Handkurbeltaschenlampen, Stirnlampen und den Fahrradgenerator.

Mit einer Gitarre und zwei Stimmen bestritten „Blindside Acoustic“ unplugged den musikalischen Part des Abends auf der Bühne, dem Balkon, der Empore und im Zuschauerraum.

Die vor 60 Jahren ausgerufene Earth Hour des WWF ist die größte weltweite Klima- und Umweltschutzaktion, mit der entschlossenere Maßnahmen für den Klimaschutz gefordert werden. Der WWF nennt viele Vorschläge, beispielsweise eine Solardachpflicht, die Planungsbeschleunigung für klimaschutzrelevante Infrastrukturen, Tempolimits sowie den Kohleausstieg bis 2030 auch im Osten.

Der Eintritt für das Earth Hour-Abendprogramm im Kulturhaus Osterfeld erfolgte auf Spendenbasis, der Erlös soll dem WWF zugute kommen.

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