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Ausgezeichnetes Projekt

„Zurück in die Zukunft“: Siloah Klinikum in Pforzheim reaktiviert Pflegekräfte

Das Siloah St. Trudpert Klinikum in Pforzheim will ehemalige Pflegekräfte wieder in ihren Beruf holen. Mit einem vom Sozialministerium ausgezeichneten Projekt soll der Wiedereinstieg gelingen.

Gemeinsam wollen sie Pflegekräfte zurück in die Zukunft holen:  Ann-Katrin Prang, Adriana Culjak (als Model) und Maureen Ächtler (von links) werben für den Wiedereinstieg in diesen Beruf.
Gemeinsam wollen sie Pflegekräfte zurück in die Zukunft holen: Ann-Katrin Prang, Adriana Culjak (als Model) und Maureen Ächtler (von links) werben für den Wiedereinstieg in diesen Beruf. Foto: Stefan Friedrich

Beim Siloah St. Trudpert Klinikum geht’s in Sachen Reaktivierung von Pflegekräften „Zurück in die Zukunft“. Im November ist unter diesem Motto ein vierwöchiger Kurs geplant, der sich an Menschen wendet, die bereits eine Pflegeausbildung haben, aber zwischenzeitlich nicht mehr in diesem Beruf gearbeitet haben, beispielsweise weil sie in Mutterschaft gewesen sind.

Es ist eines von landesweit 13 Projekten, die im Frühjahr bei einem Ideenwettbewerb des Sozialministeriums ausgezeichnet wurden, den Sozial- und Gesundheitsminister Manne Lucha, selbst ausgebildeter Krankenpfleger, damals als „wichtigen Beitrag, um gute Ideen zu verbreiten, wie dem Personalmangel in der Pflege etwas entgegengesetzt werden kann“, bezeichnet hat.

Im Ministerium ist man unter anderem überzeugt: Durch bessere Arbeitsbedingungen wären viele Pflegekräfte wieder bereit, in den Beruf zurückzukehren.

Kurs soll ehemalige Pflegekräfte in den erlernten Beruf zurückholen

Diesen Gedanken greift auch das Projekt des Siloah St. Trudpert Klinikums auf. Mit dem Rückkehrer-Kurs „Zurück in die Zukunft“ sollen Pflegefachkräfte, die für mindestens fünf Jahre nicht in der Pflege tätig waren, in ihren erlernten Beruf zurückgeholt werden. Innerhalb von vier Wochen wird ihnen theoretisches und praktisches Wissen mit engem Praxisbezug vermittelt.

Nach dem Kurs gehen die Teilnehmer dann in einen Springerpool über. Der Kurs selbst wird durch eine breit angelegte Kampagne beworben. Insbesondere ist eine Tournee durch Pforzheim und den Enzkreis geplant.

Mobiler Infostand macht am Samstag Station auf dem Leopoldplatz in Pforzheim

Mit einem plakatierten Dreiradtransporter oder einem Bus soll auf den Marktplätzen einiger Städte Halt gemacht werden, heißt es in der Projektbeschreibung, um mit Passantinnen und Passanten ins Gespräch zu kommen – ein erstes Mal an diesem Samstag auf dem Leopoldplatz bei den Schmuckwelten.

Das Motto ist dann durchaus wörtlich zu nehmen: Das Team hat sich nämlich von der Film-Trilogie inspirieren lassen und wird am Samstag sogar einen DeLorean auffahren, während Model Adriana Culjak – sie arbeitet im realen Leben auf der Interdisziplinären Kurzliegerstation im Siloah – als Aufsteller auf einem Skateboard in Richtung Zukunft surft.

„Als wir uns überlegt haben, welche Idee wir beim Sozialministerium einreichen können, kam schnell der Arbeitstitel ‚Zurück in die Zukunft‘ auf“, erzählt Pressesprecherin Ljerka Pap. „Dann haben wir uns überlegt, wie wir das an den Film anlehnen können.“

Dass eine eigene Pflegekraft als Model fungieren sollte, das war schnell klar. Culjak kannte den Film und hat sich sofort bereit erklärt, mitzumachen.

„Die Fotos wurden auf der Station gemacht und von unseren Kollegen in der Technik nach unseren Vorstellungen gebastelt und montiert“, sagt Pap. Das ist gelungen. Der lebensgroße Aufsteller beispielsweise, der Culjak auf dem Skateboard zeigt, verfehlt seine Wirkung nicht.

Für Aufmerksamkeit dürfte also gesorgt sein und das ist gerade bei einem Beruf, der zunehmend an Bedeutung gewinnt, wichtig. Mit Pflege, wissen sie am Klinikum, hat in der Regel früher oder später jeder zu tun, während es zugleich an Personal fehlt.

Oft ist die Hemmschwelle bei den ehemaligen Pflegekräften groß

An diesem Punkt setzt das Projekt an: „Es geht darum, Pflegekräfte wieder in den Beruf zurückzugewinnen“, beschreibt die stellvertretende Pflegedirektorin am Siloah St. Trudpert Klinikum, Maureen Ächtler, die Intention.

Oft sei die Hemmschwelle groß, wieder in den Beruf zurückzukehren, wenn man lange Zeit draußen war, weil gerade auch im medizinischen und pflegerischen Bereich viele Neuerungen stattgefunden hätten, erklärt Ächtler. Der vierwöchige Kurs, der eine Pflegeausbildung voraussetzt, sei deshalb ein bewusst niederschwelliges Angebot, solche Hemmschwellen abzubauen.

Die Teilnehmer werden in einem breiten Spektrum an Themen geschult. Sie sollen eine Einweisung in aktuell genutzte medizinische Geräte erhalten und werden über viele pflegespezifische Themen informiert – von der Wunddokumentation bis zum Umgang mit Infusionen und zentralen Venenkathetern. „Da gehen wir nochmal tiefer darauf ein, um die Teilnehmer auf den neusten Stand der Pflege zu bringen“, sagt Ächtler.

Wir hoffen natürlich auf möglichst viele Bewerbungen.
Ann-Katrin Prang
Projekt- und Rekrutierungsverantwortliche

Ebenfalls behandelt werden Fragen von Notfallmanagement und Reanimation, wie auch Datenschutz oder IT-Sicherheitstraining. Teilnehmen können an diesem Kurs bis zu 28 Personen, betont die Projekt- und Rekrutierungsverantwortliche Ann-Katrin Prang. „Wir hoffen natürlich auf möglichst viele Bewerbungen.“

Wie groß das Interesse am Ende sein wird, das sei derzeit natürlich noch nicht einschätzbar, zumal das Vorhaben erst mal in der Öffentlichkeit bekannt gemacht werden muss und auch noch viel Zeit bleibt, bis der Kurs dann im November startet. Sollten sich im besten Fall deutlich mehr Menschen für eine Teilnahme interessieren, ist ein zweiter Kurs übrigens nicht aufgeschlossen.

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