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Frühlingserwachen statt „Winterträume“

Pforzheimer Kleinkunstbühne startet mit „Blütenzauber“ in die Saison

Nach zweieinhalbjähriger Corona-Pause öffnet sich am Karsamstag erstmals wieder der Vorhang zum Varietétheater im Pforzheimer Kulturhaus Osterfeld.

ARtistenstars im Kulturhaus Osterfeld
Die Künstler Rostyslav Hubaydulin, Malina Kraft und Sammy Tavalis (von links) sind bereit. Mit ihnen freut sich Regisseurin Katinka Rabenseifner. Foto: Roland Wacker

Das Ensemble ist komplett, das Varietétheater „Blütenzauber“ im Kulturhaus Osterfeld kann sich entfalten. An diesem Mittwoch ist die erste Probe angesetzt für das in wenigen Tagen startende Ereignis.

Regisseurin und Programmgestalterin Katinka Rabenseifner steht die Erleichterung und Vorfreude auf das mehrfach verlegte Highlight der Pforzheimer Kleinkunstbühne ins Gesicht geschrieben.

„Es ist etwas ganz Besonderes für uns im Haus und für die Künstler, denn wir haben bisher noch kein einziges Varieté über zweieinhalb Jahre geplant “, lässt Rabenseifner im Pressegespräch die Unbilden der Pandemie anklingen, die immer wieder zu einer Verschiebung führten.

Wir freuen uns, endlich wieder durchspielen zu können.
Sammy Tavalis, Moderator

An diesem Samstag, 16. April, ist es endlich soweit. Der Vorhang öffnet sich für ein zweieinhalbstündiges Programm aus hochkarätiger Akrobatik und Artistik, das der Jahreszeit gemäß „Blütenzauber“ heißt und nicht wie sonst „Winterträume“.

Fast alle Akteure der Ur-Planung sind an Bord geblieben. Allen voran der pantomimisch wie musikalisch begabte Allrounder Sammy Tavalis, der als Moderator durch die Shows führen wird. Beim Pressgespräch beschränkt er sich darauf, eindrucksvoll mit den Augen zu rollen. „Wir freuen uns alle, endlich mal wieder durchspielen zu können“, sagt er.

Künstler lassen in ihr Seelenleben blicken

Was diesen Pressetermin von seinen Vorgängern unterscheidet: Einige Varietéstars präsentieren keine kleinen Kostproben ihrer Acts auf der Bühne, sondern sitzen neben der Regisseurin am Tisch und gewähren Einblicke in ihr Seelenleben. Sie erzählen, was der bevorstehende, erste große Aufschlag nach mehreren Corona-Pausen für sie bedeutet. „Fast ein ganzes Jahr ohne Auftritt“, sinniert Sammy Tavalis. Obwohl er bereits seit einigen Jahrzehnten auf der Bühne steht, plagten den Routinier zuletzt Selbstzweifel: „Kann man das überhaupt noch?“

Die direkte Bühnenerfahrung fehlt.
Rostyslav Hubaydulin, Handstand-Artist

Artistin Malina Kraft beschreibt die Herausforderungen, sich fit zu halten angesichts ständiger Absagen und sie spricht davon, wie schwer es ist, sich dennoch zu motivieren. „Es ist ein anderes Training, wenn das Ziel immer wieder in die Ferne rückt“, erklärt Sammy Tavalis. „Die direkte Bühnenerfahrung fehlt“, fasst Handstand-Artist Rostyslav Hubaydulin zusammen.

Vom 16. bis 23. April haben die Stars der Bühne ebenso wie das Publikum Gelegenheit nachzuholen, was sie schmerzhaft vermisst haben. Es gibt 13 Aufführungen des Varietétheaters zum Frühlingserwachen, das von den BNN und dem Pforzheimer Kurier als Medienpartner präsentiert wird. Moderator Sammy Tavalis stehen in den Shows einige bewährte Co-Stars zur Seite, mit denen er schon viele Auftritte bestritten hat: seine Frau Bianca Capri, die am Vertikalseil Luftakrobatik vom Feinsten zelebriert, Rostyslav Hubaydulin, der Mann, der kraftvolle Akrobatik mit Eleganz und Elementen der Comedy verbindet, und schließlich Diabolo-Künstler Mr. Wow.

Kartenkontigent für ukrainische Flüchtlinge

Die Schlappseil-Artistin Malina Kraft wird neben ihrer Solo-Nummer in einem zweiten Act mit Partner Christian Möller als Duo Charisma durch Hand-auf-Hand-Akrobatik glänzen. Anouk Blais wurde durch Corona zweimal vom jeweiligen Duo-Partner getrennt. Jetzt hat sie für Pforzheim eine Solonummer am Luftring entwickelt. Aime Morales wirbelt im Cyr Wheel. LiLi Chao Rigolos Nummer „Sanddorn Balance“ verheißt einen Moment reiner Poesie. Und für den roten Faden hat der Auszubildende am Osterfeld, Paul Kamradek, eine Lichtprojektion geschaffen. „Wir werden den Frühling einläuten“, sagt dazu Regisseurin Rabenseifner.

Für alle Shows gibt es reichlich Karten, denn das Publikum verhält sich coronabedingt noch zurückhaltend: Das Osterfeld-Team empfiehlt, weiterhin Maske zu tragen. „Wir selbst testen uns jeden Tag“, erklärt Rabenseifner. Um Flüchtlingen aus der Ukraine, die hier untergekommen sind, Momente des Staunens und Freude zu bieten, wird das Kulturhaus Osterfeld für jede einzelne Show ein Kontigent von 50 Tickets an der Abendkasse bereithalten.

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