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Mini-Mess „Herbst in der City“ in Pforzheim

Pforzheimer Mini-Mess als Generalprobe für weihnachtlichen Budenzauber

Die Schausteller bereiten sich auf die „Kirmes To Go“ in Pforzheim vor. Sie wird am 18. September eröffnet.

Maßarbeit: Artur Dingeldein (links) und Karl Müller messen Flächen ab für die Mini-Mess, die am kommenden Freitag in der Pforzheimer Innenstadt eröffnet wird. Foto: Roland Wacker

So manchem Liebhaber der Pforzemer Mess dürfte der Hauch von gebrannten Mandeln bald wohltuend in der Nase kitzeln: Am 18. September öffnet auf dem Marktplatz und in einem Teil der Fußgängerzone die Mini-Mess.

Mit drei Fahrgeschäften für kleine Besucher und elf Ständen wird ein kleines Stück heile Rummel-Welt in die City einkehren. Für Kinder gibt es ein Karussell, ein Riesenrad und ein Gerät, das Ballonfahrten ermöglicht – unter Corona-Schutzmaßnahmen. Organisator der Mini-Mess ist der Pforzheimer Schaustellerverband.

Essen und Getränke gibt es nur zum Mitnehmen

„Es wird eine To Go-Veranstaltung“, schickt dessen Vorsitzender Artur Dingeldein voraus, was in Zeiten strikter Hygienevorgaben nicht möglich ist: Es wird weder Bänke noch Stehtische geben. Essen und alkoholfreie Getränke werden ausschließlich zum Mitnehmen verkauft, ohne Teller und Gläser und damit auch ohne Pfandbon.

Dingeldein und sein Stellvertreter Karl Müller sind froh, dass die bis einschließlich 10. Oktober dauernde Veranstaltung „Herbst in der City“ wenigstens ein bisschen Geld in die klammen Kassen der Schausteller tröpfeln lässt.

Jeder Stand habe ein für den individuellen Bedarf passendes Hygienekonzept, sagt Dindeldein. Dazu gehören Desinfektionsmittel, Plexiglasscheiben und Markierungen, die den Weg zum Stand hin und vom Stand weg weisen. Geländer der Fahrgeschäfte werden regelmäßig desinfiziert und Tickets aus Einwegpapier ausgegeben. „Wir werden Bauzäune aufstellen mit Hinweisen für Besucher auf deutsch und auf englisch.“

Jeder macht sich Gedanken, was machbar ist.
Artur Dingeldein, Vorsitzender der Pforzheimer Schausteller

Dingeldein sieht in der Mini-Mess auch eine Generalprobe für den Pforzheimer Weihnachtsmarkt. Er geht davon aus, dass er – in einer bereits angedachten, entzerrten Variante – stattfinden wird. Wie das funktionieren könnte, wollen die Schausteller kommende Woche mit Bürgermeister Dirk Büscher und Marktmeister Marc Pfrommer diskutieren.

Die Beschicker der Mini-Mess, die alle aus Pforzheim und der Region kommen, wären auch bei einem weihnachtlichen Budenzauber mit im Boot, weiß Dingeldein. „Jeder macht sich Gedanken, was machbar ist.“ Man sei schließlich im Freien und in der Fußgängerzone gehe es nicht wie in einem Kessel zu. „Man muss probieren und testen, ob es Lösungen gibt.“

Riesenrad kommt zum Martini Markt

Aus wirtschaftlichen Erwägungen hat sich der Schaustellerverband gegen eine dezentrale Ausrichtung der Mini-Mess entschieden, wie ihn die CDU-Fraktion ins Spiel gebracht hatte. Unmittelbar nach der Abstimmung im Gemeinderat zugunsten einer kleinen Kirmes habe man eine Rundfahrt durch die Stadtteile unternommen und in Frage kommende Flächen inspiziert.

Für das Angebot der Ortsvorsteher sei man dankbar gewesen. „Aber wie wollen Sie dort die Leute hinbringen, wie wollen Sie dort etwas umsetzen?“ verdeutlicht Dingeldein, weshalb die Wahl auf den Marktplatz und den angrenzenden Bereich der Fußgängerzone fiel. So könne auch der Einzelhandel profitieren.

Aus dem Vorschlag, das mit 70 Metern „weltweit größte transportable Riesenrad“ nach Pforzheim zu bringen, wurde letztlich nichts. Zum einen wäre es zu schwer für den Marktplatz mit seiner Tiefgarage. Zum anderen habe der Wormser Betrieb kein Interesse gezeigt und sei außerdem einige Wochen später auf dem Brötzinger Martini-Markt, wirft Dingeldein ein.

Schausteller freuen sich über Ende des Berufsverbots

„Herbst in der City“ wird täglich von 11 bis 20 Uhr geöffnet sein. Frisch gebackene Waffeln wird es geben, Langos, Churros, gebrannte Mandeln und andere Leckereien. Die Schausteller freuen sich: „Wir sind glücklich, dass wir nach dem Berufsverbot aus unserem Winterlager herauskommen“, sagt Karl Müller aus Sersheim.

Für alle sei die Mess das erste Fest in diesem Jahr. „Jeder will raus unter die Leute, jeder will arbeiten und Kundschaft bedienen“, bringt Dingeldein die Stimmung einer Branche auf den Punkt, die mit dem Shutdown praktisch kollektiv in Quarantäne geschickt wurde. Für Dieter Seyfert dauert die Zwangspause weiter an. „Ich habe seit 23. Dezember keine Einnahmen“, berichtet der Rheinstettener, der ebenfalls Mitglied im Pforzheimer Schaustellerverband ist.

Seit 1993 kommt Seyfert mit seiner Cocktailbar auf die Pforzemer Mess. Aber weil beim „Herbst in der Stadt“ nur Wasser, Limo und Kaffee ausgeschenkt werden dürfen, muss er zuhause bleiben. „Da müssen wir durch“, sagt er tapfer. Nach dem Lockdown bekam er zwar Soforthilfe, aber das reicht nicht für Betrieb und Unterbringung eines Wohn- und zweier Kühlwagen. Jetzt hofft er auf Überbrückungsgeld und darauf, wenigstens im Dezember in Karlsruhe wieder Glühwein verkaufen zu können, sollte der Christkindelsmarkt stattfinden.

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