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Mehr Gäste erwartet

Pforzheimer Vesperkirche startet am Sonntag: Team rechnet mit bis zu 600 Essen täglich

Am Sonntag beginnt die Vesperkirche in der Pforzheimer Stadtkirche. Die ehrenamtlichen Organisatoren rechnen mit weit mehr Besuchern als sonst. Dafür gibt es viele Gründe.

Die Vesperkirche startet: Thomas Lutz, Pfarrer Hans Gölz-Eisinger und Rudolf Mehl (von links) werben mit Flyern für das soziale Angebot, das ab kommenden Sonntag für vier Wochen in der Stadtkirche bereit steht.
Thomas Lutz, Hans Gölz-Eisinger und Rudolf Mehl (von links) werben mit Flyern für das soziale Angebot, das ab kommenden Sonntag für vier Wochen in der Stadtkirche bereit steht. Foto: Herbert Ehmann

Rudolf Mehl, Hausherr Pfarrer Hans Gölz-Eisinger und Thomas Lutz stehen im Vorraum der Stadtkirche, hinter ihnen stapeln sich Kisten mit Geschirr, Verpackungsmaterial und anderen Dingen, die am Freitag im Kirchenraum verteilt werden. Dort beginnt am kommenden Sonntag, 15. Januar, die 24. Pforzheimer Vesperkirche.

Nach zwei coronabedingten Ausnahmejahren mit Essen zum Mitnehmen können Gäste bis 12. Februar wie in früheren Zeiten wieder im beheizten Kirchenraum Platz nehmen, gemeinsam eine warme Mahlzeit einnehmen und sich austauschen. Zudem bekommen sie eine Vespertüte sowie Kaffee und Kuchen, alles zusammen für einen Euro.

Pforzheimer Vesperkirche-Team rechnet mit vielen ukrainischen Flüchtlingen

Früher hat das Vesperkirchen-Team circa 400 Essen täglich ausgegeben, zuletzt ging man von rund 500 aus. Inzwischen rechnen Vorstandsvorsitzender Lutz und die an dem ökumenischen Angebot beteiligten Ehrenamtlichen gar mit bis zu 600 Gästen. Es dürften viele Geflüchtete aus der Ukraine darunter sein. Mehl ist mitverantwortlich für die Organisation und leitet das aus den Erfahrungen der Suppenküche ab. Eine Familie und mehrere Frauen mit Kindern seien dort zuletzt Stammgäste gewesen. „Sie haben gefragt, wo genau die Vesperkirche ist.“

Aber die Ehrenamtlichen seien gut auf den erwarteten Andrang vorbereitet. „Wie flexibel wir auf unvorhergesehene Situationen reagieren können, haben wir in den vergangenen Jahren gezeigt.“

Die Akquise von Mitarbeitenden ist für dieses Jahr abgeschlossen. Von dem Pool aus rund 400 Ehrenamtlichen seien zwar viele nach Corona noch zurückhaltend, doch hätten sich 160 Menschen zur konkreten Mitarbeit gemeldet, erläutert Mehl. Hinzu kämen 14 Leute aus Leitungsteam und Planungskreis, so dass alle zuversichtlich seien, den Betrieb stemmen zu können. 40 Helfende werden täglich bei Organisation und Bewirtung im Einsatz sein.

Angebot der Vesperkirche umfasst ärztliche, soziale und seelsorgerliche Betreuung

Zum täglichen Angebot der Vesperkirche gehört ferner eine ärztliche Betreuung. „Neben Sozialarbeitern von Caritas, Wichernhaus und Diakonie werden auch Seelsorger in der Kirche sein“, sagt Lutz. „Das ist uns sehr wichtig“, erklärt er mit Blick auf die mannigfachen Auswirkungen von Pandemie, Krieg, Inflation. „Die Menschen konnten und durften keine Gemeinschaft haben. Jetzt sind viele bedrückt wegen der gestiegenen Lebenshaltungskosten, sie wissen nicht, wie sie mit ihrem Geld über die Runden kommen sollen.“

Dass es die Menschen in den Stunden der Gemeinsamkeit in der Kirche warm und gemütlich haben müssen, steht für die Ehrenamtlichen außer Frage. „Wir wollen und werden nicht bei den Armen sparen“, betont Mehl. Gerade in dieser Zeit zeige sich, wie notwendig die Vesperkirche auch als Ort der Begegnung sei. Sie wird einmal mehr zum Anker in der Not.

Eine Betreuung von Kindern wird es nicht geben, aber eine Spielecke mit Spielsachen, wo sich die kleinen Besucher beschäftigen können.

Und wer möchte, kann sich montags umsonst die Haare schneiden oder den Bart stutzen lassen. Der „Friseursalon“ ist dann gegenüber im Haus der evangelischen Kirche.

Mit rund 200.000 Euro kalkuliert Vorstandsvorsitzender Lutz für die Finanzierung der Vesperkirche und der danach wieder eröffnenden Suppenküche. Das entspricht etwa der Summe früherer Vesperkirchen. „Es wird sehr gut und sehr viel gespendet“, schildert Lutz seinen persönlichen Eindruck. „Aber das ist auch absolut notwendig, weil überall die Kosten stark gestiegen sind und weil wir davon ausgehen, dass diesmal mehr Menschen kommen.“ Schließlich finanziere sich die Vesperkirche ausschließlich durch Spenden.

Es wird nicht nur Geld benötigt. „Wir brauchen auch Kuchenspenden.“ Dies zu betonen ist Lutz wichtig, zumal es in den vergangenen To-Go-Vesperkirchen wegen der Pandemie keinen Kuchen gab.

Service

Die Vesperkirche öffnet am Sonntag, 15. Januar, 10 Uhr, mit einem Gottesdienst, Essen wird ab 11.30 Uhr ausgegeben.



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