Skip to main content

Problemstrecke

Mit Spezialkamera und Drohne: So will die Polizei Staus auf der A8 bei Pforzheim verhindern

Auch am Mittwochnachmittag hat es wieder gekracht: Die A8 bei Pforzheim ist ein Hotspot für Staus und Unfälle. Jetzt will die Polizei den Kontrolldruck noch einmal deutlich erhöhen. Ab nächster Woche soll ein Sonderfahrzeug mit Spezialkamera und Drohne zum Einsatz kommen.

Die A8 bei Pforzheim, hier im Enztal, ist ein Hotspot für Staus und Unfälle. Foto: Jürgen Müller

Hat Pforzheim es etwa geschafft? Seit Anfang Februar waren keine Meldungen mehr über Staus auf der A8 im bundesweiten Radio zu hören. Nein, nicht geschafft: Es liegt nur daran, dass Deutschlandfunk den Verkehrsservice abgeschafft hat. Die Probleme sind so ungelöst wie zuvor.

Erst letzte Woche gab es wieder einen großen Unfall mit drei beteiligten Sattelzügen. Die Autobahn musste gesperrt werden. Der Abschnitt ist und bleibt ein Hotspot für Staus und Unfälle.

Polizei verstärkt Kontrollen

Schon bisher führt die Verkehrspolizeiinspektion des Polizeipräsidiums Pforzheim regelmäßige Kontrollen auf dem kritischen Abschnitt der A8 durch. Dabei liegt das Augenmerk zum Beispiel auf der Einhaltung der Höchstgeschwindigkeit, aber auch auf anderen Verstößen wie fahrfremden Tätigkeiten bei Fahrern. Schaut jemand aufs Handy, lenkt er sich vom Verkehr ab?

Trotz dieser umfangreichen Maßnahmen wird das Polizeipräsidium Pforzheim den Kontrolldruck auf der Autobahn weiter verstärken. So startet bereits in der kommenden Woche eine Kooperation mit dem Polizeipräsidium "Einsatz", in deren Rahmen ein Sonderfahrzeug mit Spezialkamera zum Einsatz kommen wird. Damit sollen besonders vier Bereiche noch intensiver überwacht und Verstöße geahndet werden:

  • Fahrfremde Tätigkeiten
  • Freihalten der Rettungsgasse
  • Einhalten des Überholverbots
  • Gaffen

Das Sonderfahrzeug ist laut Polizei auch mit einer Drohne ausgestattet. Sie kann zum Beispiel nach einem Verkehrsunfall Übersichtsfotos der Unfallstelle machen.

Anzeige und akustische Warnung sind geplant

Die zuständigen Landesministerien hatten Ende des alten Jahres ein Maßnahmenpaket vorgestellt, um genau solche Punkte wie bei Pforzheim auf den Autobahnen im Südwesten sicherer zu machen. Doch nicht jede Idee passt für jeden Ort. Die zuständigen Stellen bedienen sich quasi passgenau. Vor der Fahrstreifenreduzierung von drei auf zwei auf der A8 vor dem Enztal plant das Regierungspräsidium Karlsruhe, eine mobile Stauwarnanlage einzurichten. Im Vorgriff auf die Baustelle für die neue Enztalquerung soll die Anlage vor Staus warnen, außerdem hat sie Tempoanzeige.

Als Ergänzung ist laut Regierungspräsidium eine akustische Warnung vorgesehen: Informationen können damit in den CB-Funk übertragen werden, womit etwa 25 bis 30 Prozent der Verkehrsteilnehmer erreicht werden, schätzt das RP. Aktuell werden die Unterlagen für die Ausschreibung der Anlage geprüft.

Jetzt muss es intensiv darum gehen, alles zu tun, damit Menschen nicht zu Schaden kommen.
Katja Mast, SPD-Bundestagsabgeordnete

Dass die mobile Warnanlage kommen soll, führen die FDP-Landtagsabgeordneten Erik Schweickert und Hans-Ulrich Rülke auf ihre parlamentarische Initiative zurück. Auch die SPD-Bundestagsabgeordnete Katja Mast hat sich das Thema längst auf die Fahnen geschrieben. Sie treibt weiter ihre Initiative für eine sichere A8 voran, speiste das Thema bei der Fachtagung „Verkehrssicherheit 2030“ der SPD-Bundestagsfraktion ein und schickte gesammelte Bürger-Vorschläge für mehr Sicherheit ans Regierungspräsidium. „Jetzt muss es intensiv darum gehen, alles zu tun, damit Menschen nicht zu Schaden kommen“, so Mast.

Das Anliegen für mehr Sicherheit auf der A8 passe zum Bestreben der Bundesregierung, die Zahl der Verkehrstoten mittelfristig auf null zu reduzieren. Als Vorschlag steht auf der Liste ein generelles Überholverbot schon zwei Kilometer vor der Gefahrenstelle. Auch regelmäßige Tempokontrollen werden vorgeschlagen. Das deckt sich mit dem Maßnahmenpaket der Landesministerien, die nun von der Polizei aufgegriffen werden. Die Zusammenhänge zwischen Kontrolldruck, Sanktionshöhe und Verhaltensänderung seien wissenschaftlich erwiesen, heißt es im Ministerium.

Die vorherigen Maßnahmen verpufften wirkungslos

Bereits 2018 wurden in Richtung Karlsruhe die Tempobegrenzungen auf 120, 100 und 80 jeweils etwa einen Kilometer vorverlegt, den Hinweis auf Staugefahr gibt es bereits bei der Anschlussstelle Pforzheim Süd. In Richtung Stuttgart wurden bei der Anschlussstelle Nord  zusätzliche Gefahr- und Hinweisbeschilderungen angebracht sowie die bereits bestehenden Schildstandorte optimiert. Diese Maßnahmen verpufften allerdings wirkungslos.

nach oben Zurück zum Seitenanfang