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„Kidical mass“

Radfahrer demonstrieren in Pforzheim für besonderen Schutz für Kinder

Viel Verkehr, teilweise rücksichtslose Autofahrer und immer wieder gefährliche Situationen im Straßenverkehr. Das gilt besonders für junge Radfahrer, sie sind besonders gefährdet. In Pforzheim und anderen Städten Baden-Württembergs demonstrieren Radfahrer daher für sicherere und vor allem kindgerechtere Radwege.

Für sicheres Radwegenetz: Dafür demonstrieren bei der bundesweiten Aktion auch die Mitstreiter der Pforzheimer Critical mass mit ihren Kindern. Foto: Stefan Friedrich

Die „Kidical mass“ will für kinderfreundliche und lebenswerte Städte eintreten: an dieser bundesweiten Fahrraddemo hat sich auch Critical mass aus Pforzheim beteiligt. Auf dem Marktplatz warben sie am Samstag für sichere Radwege, ehe sie in langsamem Tempo über Pforzheims Straßen fuhren – begleitet von der Polizei, die vor allem auch die jüngsten Teilnehmer vor dem Verkehr schützte.

Viel Verkehr, teilweise rücksichtslose Autofahrer und immer wieder gefährliche Situationen im Straßenverkehr. Schon als erwachsener Fahrradfahrer habe man sehr oft damit zu tun, erklärte Marte Soncourt vom Pforzheimer Bündnis Critical mass. Kinder jedoch hätten es noch um ein Vielfaches schwerer, wenn sie sich im Straßenverkehr mit dem Fahrrad bewegen wollen. „Es gibt keine Radwege und mit Kindern unter zwölf Jahren muss man dann auf dem Gehweg fahren“, kritisierte sie.

Fahrradfahren kinderfreundlicher machen

Sicher sei aber auch das nicht. Nicht selten parken Autos auf den Gehwegen, obwohl sie das nicht dürfen. „Da hat man dann Angst, dass gleich eine Tür aufgeht“, gab sie zu bedenken. Dass Kinder versehentlich Lackschäden verursachen oder dass plötzlich mal ein Auto aus einer Ausfahrt rausfährt und die Kinder nicht rechtzeitig reagieren können.

Eine „vernünftige Infrastruktur“, glauben Marte Soncourt und ihre Mitstreiter, könnte das Problem entschärfen, „aber die gibt es in Pforzheim nicht.“ Insofern könne sie es auch verstehen, dass meist nur wenige Kinder mit dem Fahrrad in der Stadt unterwegs sind. „Das ist eigentlich schade, denn Kinder können sich mit dem Rad schon in sehr frühem Alter alleine bewegen.“

Vor allem könnten sie die Stadt viel besser erkunden und müssten nicht immer von den Eltern in den Autos von einem zum anderen Punkt chauffiert werden. Stichwort: Elterntaxis; eigentlich ein selbst geschaffenes Problem - zumal es immer wieder auch Schulen gebe, die es nicht gerne sehen, „wenn die Kinder mit dem Fahrrad zur Schule kommen, weil es eben nicht sicher ist.“

Dass manche Eltern es ihren Kindern da gleich ganz verbieten, das Fahrrad zu benutzen, dafür hat man bei Critical mass sogar Verständnis. Auch deshalb setzen sie alle sich für eine sichere Infrastruktur ein. Mit den regelmäßigen Aktionen der Critical mass sowieso, an diesem Samstag in Form der Kidical mass aber ganz besonders auch für die jüngste Generation.

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